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21. September. 2014: denkhausbremen auf Klima-Demo in Berlin

Sonntag, 21. September 2014 ab 14 Uhr: Klima-Demo rund um die Welt – macht mit in Berlin! Am 23. September lädt UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon die Staats- und Regierungschefs der Welt zum Klimagipfel nach New York, um die Weltklimakonferenz in Paris Ende 2015 vorzubereiten. Um die Politiker an ihre Verantwortung zu erinnern, gemeinsam verbindliche Entscheidungen für den Klimaschutz zu treffen, gehen zwei Tage zuvor Tausende Menschen auf die Straße: Am Sonntag, den 21. September 2014 soll die größte Klima-Demonstration der Geschichte über die Bühne der Welt gehen – von Delhi bis New York, von Rio bis Paris, von Sydney bis Berlin. Damit wollen wir ein unmissverständliches Signal nach New York senden, das die Regierungschefs unmöglich ignorieren können. Den Info-Stand von „denkhausbremen“ findet ihr in der Straße des 17. Juni in Berlin. Nicht verpassen: die Regenwald-Performance unseres Mitglieds, des indonesischen Schauspielers und Medienkulturwissenschaftlers Boboy Simanjuntak! Die Aktionen beginnen um 14 Uhr, Infos zu den verschiedenen Veranstaltungen auf der Webseite von People’s Climate Mobilisation Weiter Infos gibt es in diesem Demo-Flyer.  

“Demokratie ist überbewertet”

„Sagen, was man denkt, ist manchmal die größte Torheit und manchmal – die größte Kunst.“ Hätte sich die FAZ-Redaktion mal an den ersten Teil dieses Zitats von Marie Freifrau Ebner von Eschenbach gehalten. “Demokratie ist überbewertet”, mit dieser markigen Überschrift rechnet das Zentralorgan der selbst ernannten Leistungsträger mit den Gegnern des Freihandelsabkommens TTIP ab. Der Redakteur gibt auch gleich noch ein paar anschauliche Beispiele, wo die Feinde des Rechtsstaats zu verorten sind. Bei Verbraucherschützern und Umweltaktivisten. Nun gut könnte man sagen – es gibt Wichtigeres zu tun, als sich an einer Zeitung abzuarbeiten, deren Auflage sich im Sinkflug befindet. Selbst die sogenannten “Top-Entscheider”, denen die FAZ nach dem Mund schreibt, werden wohl immer älter, debiler und gebrechlicher. Aber lassen wir das, denn wir haben es hier mit einem Glücksfall zu tun. Nur dadurch, dass die Endredaktion der FAZ vermutlich gerade damit beschäftigt war, auf die Staatspleite von Bangladesh oder Ernteausfälle in der Sahelzone zu wetten, kommt die Gedankenwelt einer ganzen Kaste ungefiltert ans Licht: Internationale Investoren brauchen keine Demokratie, Menschenrechte und Teilhabe für den Schutz ihres …

Die Metamorphose der Raubbaukonzerne

Von Peter Gerhardt – (Die englische Version dieses Beitrags findet sich hier.) Dieser denkhausbremen-Artikel ist unter anderem von The Ecologist, World Rainforest Movement Bulletin, Redd Monitor, Welt-Ernährung und Robin Wood Blog übernommen worden. -Es klingt ein bisschen wie im Märchen. Multinationale Konzerne zerstören Wälder und treten Menschenrechte mit Füßen. Durch das Engagement internationaler Umweltschutzorganisationen werden diese in wenigen Monaten dann zu verantwortungsvollen Unternehmen. Palmöl- und Papiermultis wie Wilmar, Golden Agri, APRIL (Asia Pacific Resources International Limited) oder APP (Asia Pulp and Paper) haben diese wundersame Metamorphose vom Kahlschlag-Konzern zum Regenwaldschützer in Indonesien bereits durchlaufen. All diese Firmen haben jetzt eine „Zero-Deforestation-Policy“. Parallel dazu haben Konsumgüterriesen wie Nestle, Unilever, Mars, L’Oreal, Procter & Gamble oder Colgate-Palmolive, die Palmöl als Rohstoff benötigen, ähnliche Versprechen abgegeben. Greenpeace WWF und Co. scheint zu gelingen, woran indonesische Umweltgruppen sich seit Jahren die Zähne ausbeißen: Notorische Regenwaldzerstörer zur Besserung zu bewegen. Die Drehbücher für diese Geschichten gleichen sich. Zunächst wird ein großer Konzern mit einer aufwändigen Kampagne in Nordamerika oder Europa an den Verhandlungstisch gezwungen. Dort wird zäh gerungen, aber fast immer kommt es zum Happy End: …

Crew wächst und gedeiht

Die Crew von denkhausbremen wird größer. Gleich zwei neue Gesichter werden uns in Zukunft verstärken. Wolfgang Kuhlmann ist Biologe und engagiert sich seit Jahrzehnten für entwicklungs- und umweltpolitische Themen. Wolfgang arbeitet im denkhausbremen an einem Projekt für die englische Organisation Global Witness. Marianne Klute ist eine der renommiertesten Expertinnen für Umweltfragen in Indonesien. Sie hat lange in dem südostasiatischen Land gelebt und auch viele Recherchereisen dorthin unternommen. An der Uni Köln wird die Indonesienexpertin von denkhausbremen einen Workshop zum Thema „Umwelt und Klima“ leiten.    

Im Vorstand des europäischen Papiernetzwerks

Wir von denkhausbremen freuen uns sehr, dass wir jetzt beim EEPN (European Environmental Paper Network) dabei sind – und das gleich mit einem Engagement im Vorstand. Das EEPN setzt sich für für einen radikalen Wandel der globalen Papierindustrie ein und wird vom mehr als 60 Organisationen getragen.   “We would like to give a warm welcome to a new German NGO, denkhausbremen, which has joined our network. We’re very fortunate to have one of its founders, Peter Gerhardt, on our steering group. Peter was formerly with Robin Wood, and has years of experience as a valiant warrior in defence of forests and forest peoples.” schreibt die EEPN-Koordinatorin Mandy Haggith zur Begrüßung. Wir bedanken uns für die nette Begrüßung und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!  

Nicht Unterschicht, sondern Müll

So geht Kapitalismuskritik: “Mit der Ausschließung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn durch sie befindet man sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draußen. Die Ausgeschlossenen sind nicht „Ausgebeutete“, sondern Müll, „Abfall“.” Das ließe sich auch über den Bauern in Liberia sagen, der seinen Boden nicht an internationale Agrarkonzerne abgeben will. Aber auch über die vielen Hartz-Vier-Empfänger bei uns, die eine Finanzoligarchie am liebsten im Gelben Sack als Müll entsorgen würde. Eine derart treffende Analyse unserer Wirtschaft haben wir schon lange nicht mehr gelesen. Das hätte dem “vorwärts” oder dem “einblick-Infoservice des DGB” gut zu Gesicht gestanden. Nun kommt diese schonungslose, intellektuell brillante Systemkritik aus einer unerwarteten Ecke: Papst Franziskus und seine Mitarbeiter haben in dem jetzt vorgelegtem Evangelii Gaudium den globalen Turbokapitalismus seziert: “Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen. Darum bestreiten sie das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen. Es entsteht …

Schalke 04 kündigt 8,50 Euro Mindestlohn an

Pressemitteilung 08.11.2013 von denkhausbremen e.V. Schalke 04 kündigt Mindestlohn von 8,50 Euro für Catering-Beschäftigte an Auf Anfrage der Plattform denkhausbremen hat Schalke 04 heute angekündigt, seinen Mitarbeiter/innen im Bereich Arena Management Catering ab Januar 2014 einen Mindestlohn von 8,50 Euro zu bezahlen. “Wir begrüßen, dass Schalke unsere Forderung nun aufgegriffen und sich in puncto Mindestlöhnen bewegt hat”, erklärt Michael Gerhardt von denkhausbremen. “Das ist ein schöner Erfolg für die Mitarbeiter/innen auf Schalke, den wir gemeinsam mit einzelnen Politikern von SPD, Grünen und Linken sowie Bloggern voranbringen konnten”. denkhausbremen hatte mit seiner Recherche “Abseits des Flutlichts: Wie Servicepersonal bei Werder und Schalke mit Niedriglöhnen abgespeist wird” im September dieses Jahres die Diskussion zu diesem Thema eröffnet.

Recherche von denkhausbremen zeigt Wirkung

Bremer Senat und Werder versprechen Mindestlohn von 8,50 Euro Für unsere erste Recherche “Abseits des Flutlichts” haben wir viel Rückenwind bekommen. Gewerkschaften, Abgeordnete aus Bundestag und Europaparlament sowie Blogger und Medien haben unsere Infos aufgegriffen und verbreitet. In Bremen haben sich die Ereignisse überschlagen: Nachdem Radio Bremen TV über unsere Recherche berichtet hat, schlossen sich Linke, Grüne und die Gewerkschaft NGG dem Protest von denkhausbremen gegen Niedriglöhne im Weserstadion an. Innerhalb von nur einer Woche wurde der öffentliche Druck schließlich so groß, dass Landesregierung und Werder per Pressemitteilung ein öffentliches Versprechen abgegeben mussten: In der kommenden Saison soll es für alle Arbeitskräfte im Weserstadion einen Mindestlohn von 8,50 Euro geben. Auf Schalke ist die Sache noch in Bewegung. Der Verein ließ seine Pressesprecherin eine Antwort formulieren. Darin bestätigt Schalke den Niedriglohn von 7,70 Euro als Anfangsgehalt. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, denn inzwischen haben sich Landespolitiker verschiedener Parteien und Gewerkschaften eingeschaltet.

Bewegung bei Niedriglöhnen im Weserstadion

Pressemitteilung von denkhausbremen e.V. Recherche von denkhausbremen bewirkt Reaktion von Senat und Werder Bremen Die Bremer Plattform denkhausbremen begrüßt die Entscheidung von Senat und Werder Bremen, die Verträge für das Weserstadion mit dem Caterer Eurest neu auszuhandeln. Damit wollen die Verantwortlichen gegen Niedriglöhne von 7 Euro pro Stunde im Weserstadion vorgehen und mindestens 8,50 Euro Stundenlohn für alle Eurest-Beschäftigten durchsetzen. denkhausbremen hatte mit der Recherche “Abseits des Flutlichts: Wie Servicepersonal bei Werder und Schalke mit Niedriglöhnen abgespeist wird.” den Skandal am 19. September auf seiner Website öffentlich gemacht. Daraus ergab sich eine breite Diskussion in Medien und Öffentlichkeit, die jetzt zu dem Beschluss von Senat und Werder geführt hat. “Das ist ein Schritt in die richtige Richtung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Weserstadion”, erklärte Peter Gerhardt von denkhausbremen. “Wir sind außerdem der Meinung, dass 8,50 Euro immer noch kein fairer Lohn sind. Es freut uns aber, dass wir mit denkhausbremen diese positive Entwicklung in Gang gesetzt haben.“