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Im kritischen Agrarbericht 2017: Kahlschlag für Stromkonzerne

Holz ist seit Menschengedenken ein wichtiger Energieträger. In kleinem Maßstab und auf lokaler Ebene kann das ein sinnvolles Geben und Nehmen mit der Natur sein. Jetzt haben Konzerne wie E.ON und RWE den Wald als Energiequelle ins Visier genommen und packen die Motorsäge aus. In der Folge werden artenreiche Waldökosysteme zu industriellen Baummonokulturen degradiert oder ganze Flächen kahlgeschlagen. Für diesen Raubbau werden die Stromriesen auch noch mit öffentlichen Mitteln subventioniert, weil die EU falsche Klimaschutzregeln aufgestellt hat. Der Holzhunger der Konzerne macht deutlich, wie unsere wachstumsfixierte Wirtschaft die globalen Ökosysteme auf Dauer erschöpft… hier den gesamten Artikel lesen Der Kritische Agrarbericht im Internet: hier klicken

Geplante Holzfeuerung für E.ON-Kraftwerk bedroht Wälder

Presseerklärung zu offenen Brief von denkhausbremen, Biofuelwatch und SOS Forêt du Sud vom 30. Juni 2016 Gemeinsam mit über 20 internationalen Umweltschutz-Organisationen fordert denkhausbremen in einem offenen Brief den Energiekonzern E.ON dazu auf, von der geplanten Holzfeuerung für das französische Kraftwerk Provence abzusehen. Die dafür jährlich benötigten Holzmengen von über 800.000 Tonnen für Block 4 des Kraftwerkes in Gardanne stellen eine große Gefahr für die Umwelt dar, so der offene Brief. “Holzverfeuerung ist ein öffentlich subventioniertes Methadon-Projekt für ein weiter so in den Chefetagen der Stromriesen”, erklärt Peter Gerhardt von denkhausbremen. “Ineffiziente Kohlekraftwerke, die eigentlich ins Technikmuseum gehören, erhalten durch die Umstellung auf Holzfeuerung ein zweites Leben. Daher sind Energieriesen wie E.ON auf globaler Holzeinkaufstour – mit fatalen Folgen für die Wälder weltweit.” Der offene Brief richtet sich auch an den Vorstand von Uniper. Dies ist die neu firmierte Abspaltung von E.ON, die in Zukunft für das Kraftwerk Provence in Gardanne zuständig ist. Unter dem Label Uniper parkt E.ON seine fossilen und atomaren Altlasten. In seiner “Kahlschlag für Biomasse”-Kampagne konfrontiert denkhausbremen seit 2015 Stromkonzerne und …

Biomasse: EU fragt, denkhausbremen antwortet

Statement zur Bürger/innen-Befragung der EU-Kommission zur europäischen Biomasse-Politik ab 2020 Die bisherige Biomasse-Politik der Europäischen Union hat fatale Folgen für die Umwelt. Sie hat dazu geführt, dass europäische Energiekonzerne sich auf globaler Holzeinkaufstour befinden. Die Stromriesen verfeuern das Holz in ihren Kraftwerken und werden dafür nach EU-Spielregeln mit öffentlichen Mitteln subventioniert. Dies führt zu Waldzerstörung und schadet dem Klima. denkhausbremen hat 2015 in den Südstaaten der USA und Frankreich zu den Auswirkungen der EU-Biomassepolitik recherchiert und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern gegen die Kahlschlagpolitik der Stromkonzerne (www.denkhausbremen.de/kahlschlag-fuer-e-on-und-rwe). Jetzt überarbeitet die EU ihre Biomasse-Strategie ab 2020 und befragt dazu bis zum 10. Mai Bürger/innen und Interessensgruppen. Dazu hat denkhausbremen anzumerken: Die bisherige EU-Biomasse-Praxis führt z.B. zur Zerstörung schützenswerter Feuchtwaldgebiete in den Südstaaten der USA. Recherchen dokumentieren den Weg des Holzes vom Kahlschlag in US-Bundesstaaten wie North Carolina bis in die europäischen Kraftwerke. Deutsche Energiekonzerne wie E.ON und RWE profitieren von dieser falschen Biomasse-Strategie: Die Laufzeit ihrer Uralt-Kohlekraftwerke lassen sich die Stromkonzerne verlängern, in dem sie öffentliche Subventionen für die Umstellung auf Holzfeuerung kassieren. Holz als …

SPD Europaabgeordnete Maria Noichl zu EU Biomasse-Politik

„Herr Juncker hat den Kampf gegen den Klimawandel als eine der Prioritäten der EU-Kommission deklariert. Ein Jahr unter der neuen Kommission macht nun deutlich: für Umweltanliegen war es ein verlorenes Jahr. Obwohl gerade diese in den aktuellen Zeiten eine größere Aufmerksamkeit Bedarf, denn vielerorts geraten Umweltanliegen unter Druck, so auch durch die Nachfrage im Bioenergiesektor. Europa ist der einzig große Markt für Biomasse auf der Erde. Bioenergie gehört schon heute zu den zentralen Quellen für Erneuerbare Energie: in 2020 soll sich in der EU 20 % des Energie-Mixes aus Erneuerbarer Energie speisen. Um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen, bedarf es neuer Initiativen. Denn vielerorts wird bereits heute deutlich, dass sich die EU eine grüne Energiepolitik erschwindelt. Ein gutes Beispiel ist der von Ihnen genannte Import von Holz-Pellets aus den USA in europäische ehemalige Kohlekraftwerke. Ich denke alle von Ihnen wissen, dass wir uns ehrgeizige Ziele in der EU gesetzt haben, die nur mit einer erheblichen Nachjustierung nachhaltig erfüllt werden können. Dazu zählt zum Beispiel die Einführung von verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien für die Nutzung von Biomasse. Dazu …

Interview mit Almuth Ernsting, biofuelwatch, UK und USA

Almuth Ernsting engagiert sich seit 2006 für die NGO Biofuelwatch. Diese Organisation unterhält Büros in den USA und Großbritannien und setzt sich gegen die industrielle Nutzung von Bioenergie ein. Im Gespräch mit denkhausbremen äußert sich Almuth Ernsting zu Holz-Biomasse sowie zur Rolle von EU und deutschen Energiekonzernen. denkhausbremen: Kraftwerke, die mit Holz befeuert werden, scheinen doch nachhaltig zu sein. Was läuft denn da falsch? Almuth Ernsting: Biomasse als Energieträger wird dann problematisch, wenn industrielle Ausmaße erreicht werden. In Großbritannien haben wir zum Beispiel das Kraftwerk Drax, das mehr Holz verbrennt, als irgendeine andere Anlage auf der ganzen Welt: Im letzten Jahr sind dort 8 Millionen Tonnen Holzpellets verbrannt worden und diese Menge soll in Zukunft noch gesteigert werden. Dafür werden natürlich riesige Waldflächen benötigt. denkhausbremen: Was ist die Rolle der EU? Almuth Ernsting: Die EU steckt die Rahmenbedingen für den Einsatz von Biomasse ab. Bis 2020 sollen 20% der in der EU eingesetzten Energie aus Erneuerbaren Energien  stammen. Das Problem ist, dass die EU derzeit eine problematische Definition von Erneuerbarer Energie anwendet. Biomasse wie Holz …

Totalschaden fürs Klima: Feuerjahr 2015 in Indonesien

Von Marianne Klute – Feuer löschen, Brandstifter bestrafen, Ursachen bekämpfen „Wir sterben! Hilf uns, Welt!“ Bilder wie aus einem Krieg, Videos mit keuchenden Stimmen, verbrannte Erde, Borneos und Sumatras reichhaltige Natur dem Erdboden gleichgemacht. „Wir brauchen Sauerstoff, wir bekommen keine Luft mehr!“  Monatelang liegen die Luftverschmutzungswerte des Standard Pollution Index SPI[i] im höchsten Gefahrenbereich. Ende Oktober 2015 erreicht der SPI in Palangkaraya Werte um 3000 Mikrogramm Partikel pro Kubikmeter Luft und mehr[ii]. Schulen sind geschlossen, der Luftverkehr beeinträchtigt, und die Menschen tragen Atemschutzmasken. Kleine Regenschauer bringen Erleichterung, doch die Gefahr ist nicht vorüber. Meteorologen kündigen den Beginn der Regenzeit erst für Dezember oder Januar an. Ein ´Umweltverbrechen` nennt nicht nur die NASA die diesjährigen Wald- und Torfbrände in Indonesien. Nach Angaben des Luft- und Raumfahrtinstituts LAPAN wüteten vom 1. Juli bis zum 20. Oktober 2015 auf 2,7 Millionen Hektar[iii] Feuer, die meisten davon, mehr als 2 Millionen Hektar, auf Torf. Sie emittieren Treibhausgase, Staub, Kohlepartikel und giftige Gase in die Atmosphäre. Es sind die Partikel geschwängerten Torffeuer, die die Brände zu einer humanitären und globalen …

Interview mit der Schrot&Korn

Peter Gerhardt von denkhausbremen im Interview mit der Zeitschrift Schrot&Korn Frage: Wie können deutsche Organisationen den Menschen helfen, die sich in Indonesien, Uganda oder Liberia gegen die Palmölplantagen wehren? Peter Gerhardt: Wir können, indem wir den Scheinwerfer der Öffentlichkeit auf Missstände richten, den Menschen und ihren Organisationen vor Ort, Spielraum verschaffen. Weiter lesen…….

Kahlschlag für E.ON und RWE

denkhausbremen-Recherche in den USA und Südfrankreich: E.ON und RWE befinden sich auf globaler Holzeinkaufstour. Die Stromriesen möchten das Leben ihrer Kohlekraftwerke verlängern und füttern diese deshalb mit der Biomasse Holz. Das verursacht Kahlschläge in Nordamerikas Wäldern und bedroht wertvolle Ökosysteme in Südfrankreich. denkhausbremen hat im Juli/August 2015 in den Südstaaten der USA und in Frankreich recherchiert und engagiert sich gemeinsam mit den Umweltorganisationen Dogwood Alliance sowie Biofuelwatch gegen die Kahlschlagpolitik der deutschen Stromkonzerne. “E.ON und RWE sind für die Waldzerstörung bei uns hier in den US-Südstaaten direkt mitverantwortlich”, erklärt Adam Macon von Dogwood Alliance im Gespräch mit denkhausbremen in Asheville, North Carolina. “Für den Holzhunger der Stromkonzerne werden unsere Wälder zerstört und der lokalen Bevölkerung wird langfristig eine wichtige Lebens- und Wirtschaftgrundlage entzogen.” Die Kahlschläger machten selbst nicht vor einmaligen Feuchtwaldgebieten halt und wandelten ökologisch hochwertige Naturwälder in artenarme Kiefern-Monokulturen um. Die europäische Klimapolitik habe durch fehlsteuernde Subventionen die Situation in den letzten fünf Jahren massiv verschärft: “Die US-Südstaaten sind die größten Exporteure von Holzpellets und der Hauptabnehmer ist Europa”, stellt Adam Macon fest. “Vor …