Alle Artikel in: konzerne

Umweltausschuss des Europäischen Parlaments setzt falsches Signal zum Klimaschutz!

Rückschlag für Klimaschutzstrategie der EU bis 2030: Umweltausschuss des Europäischen Parlaments will an Holzverfeuerung zur Stromerzeugung festhalten! Die Europäische Union überarbeitet derzeit ihre Klimaschutzstrategie bis 2030. Auch die derzeitige Praxis der Anerkennung von industrieller Holzverfeuerung zur Stromerzeugung als Klimaschutzmaßnahme steht in Brüssel auf dem Prüfstand. Die EU-Kommission hat dafür bereits seine Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie vorgelegt, die in der Brüsseler Bürokratensprache das Kürzel RED II (Renewable Energy Directive) trägt. Zeit für eine erste Wasserstandsmeldung aus den Ausschüssen des Europäischen Parlaments, die nichts Gutes erwarten lässt und bisher in die falsche Richtung weist. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (ENVI) hat sich in seiner Sitzung am 23. Oktober 2017 gegen eine Änderung der bisherigen Praxis bei Biomasse ausgesprochen, d.h. eine Förderung von Verfeuerung von Holz zur Stromerzeugung soll weiterhin Teil der EU-Klimastrategie bis 2030 sein. Die Ergebnisse der Sitzung des Umweltausschusses zur zukünftigen Biomasse-Strategie der EU sind u.a.: Eine Verbesserung der Anforderungen an die Effizienz der Stromerzeugung aus Biomasse wird nicht angestrebt. Es soll keine Einschränkungen bei der Verwendung von Rundholz, ganzen Bäumen, und Stümpfen bei der Verbrennung …

Klimacamp Rheinland 2017: Workshop zu Gefahren von Energie aus Biomasse

(Erkelenz, 21.08.2017) denkhausbremen hat sich mit einem Workshop zum Thema „Biomasse-Energie: Eine neue Gefahr für Wälder, Klima und Menschen“ am Klimacamp Rheinland 2017 beteiligt. Peter Gerhardt (denkhausbremen) erläuterte, warum die Verwendung von Holz als Energielieferant in industriellem Maßstab eine Fehlentwicklung ist, die den Druck auf die Wälder weltweit weiter erhöht. Er kritisierte die Konzerne E.ON/Uniper und RWE/Innogy für die Umrüstung von veralteten Kohlekraftwerken auf Holzverbrennung scharf und zeigte die Folgen für Wälder und Menschen u.a. in Nordamerika und Südfrankreich auf. Möglich ist dies alles auf Grundlage einer verfehlten Förderpraxis der Europäischen Union, berichtete Gerhardt. Co-Referent Wolfgang Kuhlmann von der Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz ARA diskutierte mit den Umweltaktivist*innen, wie die Verbrennung von Holz als Energieträger für das Klima zu bewerten ist. Er verdeutlichte, dass die industrielle Verbrennung von Holz zur Energiegewinnung keineswegs klimaneutral ist, obwohl dies vielfach so behauptet und bewertet wird. Weitere Infos zum Klimacamp Rheinland 2017: hier klicken Fotos: Michael Gerhardt (denkhausbremen)

Unipers Holzverbrennung im Kraftwerk Provence zerstört die Wälder!

Presseerklärung von Denkhaus Bremen, SOS Foret du Sud, Rettet den Regenwald sowie Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre: Unipers Holzverbrennung im Kraftwerk Provence zerstört Wälder! (Essen, 08. Juni 2017) Französische und deutsche Umweltschützer/innen kritisieren zur ersten Aktionärs-Hauptversammlung der E.ON-Abspaltung Uniper, die am Donnerstag (08.06.17) in Essen stattfindet, die Biomasse-Strategie des Konzerns scharf. Uniper rüstet derzeit Block 4 des Kohlekraftwerks Provence im südfranzösischen Gardanne auf Holzverbrennung um und ist jetzt in der Versuchsphase. Aus Sicht der Umweltorganisationen sind dadurch Wälder in Frankreich und Übersee bedroht. “Holzverbrennung zur Stromproduktion im industriellen Maßstab belastet die Atmosphäre erheblich mit dem Klimagas CO2 und erhöht den Druck auf die Wälder. Die wirklich dümmste Lösung unserer Energieprobleme ist daher die Umrüstung von uralten Kohlekraftwerken auf Holzfeuerung”, stellt Peter Gerhardt von Denkhaus Bremen fest. Uniper will in Gardanne über 800.000 Tonnen Holz jährlich verbrennen. “Der Stromriese muss diesen Irrsinn unverzüglich stoppen!” Nicholas Bell von der französischen Aktionsgruppe SOS Foret du Sud ist extra zur Uniper-Hauptversammlung nach Essen gereist: “Es besteht die konkrete Gefahr, dass artenreiche Naturwälder degradiert werden – mit fatalen Folgen …

Im kritischen Agrarbericht 2017: Kahlschlag für Stromkonzerne

Holz ist seit Menschengedenken ein wichtiger Energieträger. In kleinem Maßstab und auf lokaler Ebene kann das ein sinnvolles Geben und Nehmen mit der Natur sein. Jetzt haben Konzerne wie E.ON und RWE den Wald als Energiequelle ins Visier genommen und packen die Motorsäge aus. In der Folge werden artenreiche Waldökosysteme zu industriellen Baummonokulturen degradiert oder ganze Flächen kahlgeschlagen. Für diesen Raubbau werden die Stromriesen auch noch mit öffentlichen Mitteln subventioniert, weil die EU falsche Klimaschutzregeln aufgestellt hat. Der Holzhunger der Konzerne macht deutlich, wie unsere wachstumsfixierte Wirtschaft die globalen Ökosysteme auf Dauer erschöpft… hier den gesamten Artikel lesen Der Kritische Agrarbericht im Internet: hier klicken

Geplante Holzfeuerung für E.ON-Kraftwerk bedroht Wälder

Presseerklärung zu offenen Brief von denkhausbremen, Biofuelwatch und SOS Forêt du Sud vom 30. Juni 2016 Gemeinsam mit über 20 internationalen Umweltschutz-Organisationen fordert denkhausbremen in einem offenen Brief den Energiekonzern E.ON dazu auf, von der geplanten Holzfeuerung für das französische Kraftwerk Provence abzusehen. Die dafür jährlich benötigten Holzmengen von über 800.000 Tonnen für Block 4 des Kraftwerkes in Gardanne stellen eine große Gefahr für die Umwelt dar, so der offene Brief. “Holzverfeuerung ist ein öffentlich subventioniertes Methadon-Projekt für ein weiter so in den Chefetagen der Stromriesen”, erklärt Peter Gerhardt von denkhausbremen. “Ineffiziente Kohlekraftwerke, die eigentlich ins Technikmuseum gehören, erhalten durch die Umstellung auf Holzfeuerung ein zweites Leben. Daher sind Energieriesen wie E.ON auf globaler Holzeinkaufstour – mit fatalen Folgen für die Wälder weltweit.” Der offene Brief richtet sich auch an den Vorstand von Uniper. Dies ist die neu firmierte Abspaltung von E.ON, die in Zukunft für das Kraftwerk Provence in Gardanne zuständig ist. Unter dem Label Uniper parkt E.ON seine fossilen und atomaren Altlasten. In seiner “Kahlschlag für Biomasse”-Kampagne konfrontiert denkhausbremen seit 2015 Stromkonzerne und …

Biomasse: EU fragt, denkhausbremen antwortet

Statement zur Bürger/innen-Befragung der EU-Kommission zur europäischen Biomasse-Politik ab 2020 Die bisherige Biomasse-Politik der Europäischen Union hat fatale Folgen für die Umwelt. Sie hat dazu geführt, dass europäische Energiekonzerne sich auf globaler Holzeinkaufstour befinden. Die Stromriesen verfeuern das Holz in ihren Kraftwerken und werden dafür nach EU-Spielregeln mit öffentlichen Mitteln subventioniert. Dies führt zu Waldzerstörung und schadet dem Klima. denkhausbremen hat 2015 in den Südstaaten der USA und Frankreich zu den Auswirkungen der EU-Biomassepolitik recherchiert und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern gegen die Kahlschlagpolitik der Stromkonzerne (www.denkhausbremen.de/kahlschlag-fuer-e-on-und-rwe). Jetzt überarbeitet die EU ihre Biomasse-Strategie ab 2020 und befragt dazu bis zum 10. Mai Bürger/innen und Interessensgruppen. Dazu hat denkhausbremen anzumerken: Die bisherige EU-Biomasse-Praxis führt z.B. zur Zerstörung schützenswerter Feuchtwaldgebiete in den Südstaaten der USA. Recherchen dokumentieren den Weg des Holzes vom Kahlschlag in US-Bundesstaaten wie North Carolina bis in die europäischen Kraftwerke. Deutsche Energiekonzerne wie E.ON und RWE profitieren von dieser falschen Biomasse-Strategie: Die Laufzeit ihrer Uralt-Kohlekraftwerke lassen sich die Stromkonzerne verlängern, in dem sie öffentliche Subventionen für die Umstellung auf Holzfeuerung kassieren. Holz als …

SPD Europaabgeordnete Maria Noichl zu EU Biomasse-Politik

„Herr Juncker hat den Kampf gegen den Klimawandel als eine der Prioritäten der EU-Kommission deklariert. Ein Jahr unter der neuen Kommission macht nun deutlich: für Umweltanliegen war es ein verlorenes Jahr. Obwohl gerade diese in den aktuellen Zeiten eine größere Aufmerksamkeit Bedarf, denn vielerorts geraten Umweltanliegen unter Druck, so auch durch die Nachfrage im Bioenergiesektor. Europa ist der einzig große Markt für Biomasse auf der Erde. Bioenergie gehört schon heute zu den zentralen Quellen für Erneuerbare Energie: in 2020 soll sich in der EU 20 % des Energie-Mixes aus Erneuerbarer Energie speisen. Um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen, bedarf es neuer Initiativen. Denn vielerorts wird bereits heute deutlich, dass sich die EU eine grüne Energiepolitik erschwindelt. Ein gutes Beispiel ist der von Ihnen genannte Import von Holz-Pellets aus den USA in europäische ehemalige Kohlekraftwerke. Ich denke alle von Ihnen wissen, dass wir uns ehrgeizige Ziele in der EU gesetzt haben, die nur mit einer erheblichen Nachjustierung nachhaltig erfüllt werden können. Dazu zählt zum Beispiel die Einführung von verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien für die Nutzung von Biomasse. Dazu …

Interview mit Almuth Ernsting, biofuelwatch, UK und USA

Almuth Ernsting engagiert sich seit 2006 für die NGO Biofuelwatch. Diese Organisation unterhält Büros in den USA und Großbritannien und setzt sich gegen die industrielle Nutzung von Bioenergie ein. Im Gespräch mit denkhausbremen äußert sich Almuth Ernsting zu Holz-Biomasse sowie zur Rolle von EU und deutschen Energiekonzernen. denkhausbremen: Kraftwerke, die mit Holz befeuert werden, scheinen doch nachhaltig zu sein. Was läuft denn da falsch? Almuth Ernsting: Biomasse als Energieträger wird dann problematisch, wenn industrielle Ausmaße erreicht werden. In Großbritannien haben wir zum Beispiel das Kraftwerk Drax, das mehr Holz verbrennt, als irgendeine andere Anlage auf der ganzen Welt: Im letzten Jahr sind dort 8 Millionen Tonnen Holzpellets verbrannt worden und diese Menge soll in Zukunft noch gesteigert werden. Dafür werden natürlich riesige Waldflächen benötigt. denkhausbremen: Was ist die Rolle der EU? Almuth Ernsting: Die EU steckt die Rahmenbedingen für den Einsatz von Biomasse ab. Bis 2020 sollen 20% der in der EU eingesetzten Energie aus Erneuerbaren Energien  stammen. Das Problem ist, dass die EU derzeit eine problematische Definition von Erneuerbarer Energie anwendet. Biomasse wie Holz …

Totalschaden fürs Klima: Feuerjahr 2015 in Indonesien

Von Marianne Klute – Feuer löschen, Brandstifter bestrafen, Ursachen bekämpfen „Wir sterben! Hilf uns, Welt!“ Bilder wie aus einem Krieg, Videos mit keuchenden Stimmen, verbrannte Erde, Borneos und Sumatras reichhaltige Natur dem Erdboden gleichgemacht. „Wir brauchen Sauerstoff, wir bekommen keine Luft mehr!“  Monatelang liegen die Luftverschmutzungswerte des Standard Pollution Index SPI[i] im höchsten Gefahrenbereich. Ende Oktober 2015 erreicht der SPI in Palangkaraya Werte um 3000 Mikrogramm Partikel pro Kubikmeter Luft und mehr[ii]. Schulen sind geschlossen, der Luftverkehr beeinträchtigt, und die Menschen tragen Atemschutzmasken. Kleine Regenschauer bringen Erleichterung, doch die Gefahr ist nicht vorüber. Meteorologen kündigen den Beginn der Regenzeit erst für Dezember oder Januar an. Ein ´Umweltverbrechen` nennt nicht nur die NASA die diesjährigen Wald- und Torfbrände in Indonesien. Nach Angaben des Luft- und Raumfahrtinstituts LAPAN wüteten vom 1. Juli bis zum 20. Oktober 2015 auf 2,7 Millionen Hektar[iii] Feuer, die meisten davon, mehr als 2 Millionen Hektar, auf Torf. Sie emittieren Treibhausgase, Staub, Kohlepartikel und giftige Gase in die Atmosphäre. Es sind die Partikel geschwängerten Torffeuer, die die Brände zu einer humanitären und globalen …