Fachgespräch

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Version 2

 

“Das war ein besonderer Moment!”, sagt Peter Gerhardt von denkhausbremen: “Konventionelle Landwirte haben gemeinsam mit Bio-Aktivisten und Experten mit hoher Fachkompetenz in respektvoller Atmosphäre ihre Argumente ausgetauscht, ohne die sonst üblichen Schwarz-Weiß-Muster zu bedienen. “

Über 30 Teilnehmer/innen diskutierten auf Einladung von denkhausbremen am Abend des 20. November 2014 in den Räumen des Paritätischen Bremen zum Thema “Vorfahrt für regional und bio in Bremer Kantinen”. Neben Fachpolitikern/innen aus der Bürgerschaft kamen u.a. der Bremische Landwirtschaftsverband, die BUND Jugend, Brot für die Welt sowie der Verein SozialÖkologie zu Wort. Weitere Diskussionsbeiträge lieferten Küchenchefs, Landwirte, Lebensmittel-Großhändler und Experten.

denkhausbremen präsentierte die wichtigsten Ergebnisse seines Projektes bremer-speiseplan.de, das die Förderung von regionalen Lebensmitteln aus verantwortungsvoller Produktion in Bremer Kantinen zum Fokus hat. “Insgesamt war die Bereitschaft zur Veränderung bei Bremer Verantwortlichen dazu sehr begrenzt; bei der Beschaffung von Lebensmitteln ist in puncto Nachhaltigkeit derzeit wenig geregelt ”, fasst Peter Gerhardt von denkhausbremen zusammen: “Darüber hinaus ist der Begriff regionale Lebensmittel nicht einheitlich definiert und jeder hat eine andere Vorstellung davon”.

Die Teilnehmer/innen diskutierten die Versorgung Bremens mit regionalen Lebensmitteln sowie die Vor- und Nachteile des Bio-Landbaus. Darüber hinaus wurde besprochen, wie regionale und nachhaltige Lebensmittel in der Praxis auf den Speiseplan der Bremer Kantinen kommen. Eine spannende Idee aus der Diskussion: Die Gründung einer neuen regionalen Molkerei in Bremen.

“Weitere Schritte sollten dieser Diskussion jetzt folgen”, meint Peter Gerhardt: “Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Interessensgruppen übergreifender Gesprächsfaden im Rahmen des Projektes Biostadt Bremen in 2015 wieder aufgenommen wird.”

Folgende Verbände, Firmen, Parteien und Organisationen haben an dieser Diskussion von denkhausbremen teilgenommen:

CDU
Bündnis 90/ Die Grünen
Die Linke
Bremischer Landwirtschaftsverband
Verein SozialÖkologie
Bremer Erzeuger-Verbraucher Genossenschaft
Brot für die Welt
BUND Jugend
Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen
Slowfood
Naturkost Kontor
VivoLoVin oHG
Saidavis’s Lacantina
Fa. Esscooltur
Mosterei Finkenburg
Fa. Biobiss
Restaurant Gottlieb

Martin Clausen, NATURKOST KONTOR BREMEN

...herzlichen Dank für die Einladung zum öffentlichen Fachgespräch am 20.11.14. Mit Freude und großem Interesse habe ich Ihre intensive Beschäftigung mit den Themen "regional und bio " wahrgenommen!! Genau diese Dinge haben uns Bauern vor gut 20 Jahren bewegt, als wir das Naturkost Kontor gegründet haben.

Frank Imhoff, CDU

Das Ziel, dass mehr regionales und saisonales Essen in den Bremer Kantinen und Kitas angeboten wird, halten wir für richtig. Eine absolute Bevormundung des Verbrauchers darf es dabei jedoch nicht geben. Verbote oder scharfe Regelungen sind aus unserer Sicher wenig nachhaltig. Aufklärung ist für uns der Schlüssel zum Erfolg.

Ulli Vey, Biolandhof Blumenthal

In der Region Bremen gibt es meines Wissens noch keine agrarindustrielle Landwirtschaft, sondern familiengeführte bäuerliche Landwirtschaft und 10% biologische Wirtschaftsweise mit steigender Tendenz. Dies gilt es zu erhalten und auszubauen. Das Zusammenwirken von Erzeugern, Verbrauchern, Verarbeitern, Handel und Politik bewirkt, dass unsere wichtigsten Lebensgrundlagen: Boden, Wasser und Luft uns Bürgern und zukünftigen Generationen für ein gesundes Leben in unserer Region zur Verfügung steht. Die Veranstaltung "Vorfahrt für regional und bio in Bremer Kantinen" war ein erster Schritt unterschiedliche Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen. Mein Dank gilt den Initiatoren von denkhausbremen. Wir benötigen weitere Initiativen.

Angela Hesse, Brot für die Welt

„Mir hat an dieser Veranstaltung gefallen, dass sich letztlich alle Beteiligten für nachhaltige Ernährung einsetzen, ihnen der Erhalt der Umwelt und dörflicher Strukturen wichtig ist und sie so wirtschaften wollen, dass woanders in der Welt kein Schaden dadurch entsteht.“

Christian Drescher, Mosterei Finkenburg

ich fand, es war ein spannender Abend. Trotz der heterogenen politischen Zusammensetzung der Teilnehmenden erfuhr jede/r RednerIn ähnlichen Respekt und Aufmerksamkeit. Als Zuhörer hatte ich die Chance, mich in Gedankengänge hineinzuversetzen und damit auch auseinanderzusetzen, die ich politisch nicht unbedingt teile. Im kleinen und überschaubaren Bremen führen solche Veranstaltungen hoffentlich dazu, daß die regionalen Akteure in Sachen Landwirtschaft und Ernährung im Sinne des Natur-, Tier- und Verbraucherschutzes zukünftig besser kooperieren können. Eine Folgeveranstaltung in 1 Jahr wäre wünschenswert

Peter Bargfrede, Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft eG

"Das war eine sehr anregende und gelungene Veranstaltung, besonders gut hat mir die konstruktive Gesprächsatmossphäre gefallen. Ich würde mir wünschen, das daraus ein regelmäßiger Austausch zwischen Kantinenleiter, Gastronomen, Caterer und Landwirten entstehen könnte, um den Tischgästen mehr regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel anzubieten als bisher."

 

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