Dialog und Kontroverse: Tagung zu Hygienepapier und Nachhaltigkeit

Share on LinkedInTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook

 

Am 17. und 18. Januar 2018 diskutierten Fachleute aus Umwelt- und Entwicklungsverbänden, Hersteller und Handel im Bremer Jugendgästehaus über Schritte für eine verantwortungsvolle Produktion von Papier für Babywindeln oder Taschentücher. Unter dem Titel “Hygienepapier – Wege zu mehr Nachhaltigkeit” hatte denkhausbremen gemeinsam mit Kooperationspartnern bundesweit nach Bremen eingeladen.

Umweltverbände wie der WWF, Greenpeace, BUND, Robin Wood und Environmental Paper Network (EPN) machten deutlich, wie gravierend die globalen Folgen der Papierproduktion für Wälder und das Klima sind. Den massiven Ausbau von Zellstoff-Fabriken und industriellen Plantagen in Ländern wie Brasilien und Indonesien schilderten die Gäste ebenso wie die Problematik giftiger Chemikalien in der Papierherstellung. Wenn als Folge der Papierherstellung hochgiftiges Dioxin in Hygieneprodukten wie Windeln oder Tampons gefunden werde, dann sei der Umstieg auf chlorfreie Zellstoffbleichung mit Sauerstoff dringend geboten, machte der schwedische Experte für Bleichverfahren, Rune Leithe, deutlich. Dass die Zellstoffbleichung ohne Chlor teurer und aufwendiger wäre, sei dabei ein Mythos aus vergangenen Tagen.

Papier- und Zellstoffhersteller wie WEPA, Fripa und Södra sowie EinzelhandelsvertreterInnen von ALDI und Bio Company stellten ihr bestehendes Engagement für eine ökologisch nachhaltige Papierproduktion heraus. In offenen und vertrauensvollen Diskussionen mit den Umweltverbänden verwiesen sie auf ein immer weiter steigendes Hygienebedürfnis der VerbraucherInnen und die Notwendigkeit, sich als Unternehmen an der bestehenden Kundennachfrage zu orientieren.

Dennoch sahen auch sie Spielräume, durch die Gestaltung des Angebotes stärker zum Kauf ökologischer Produkte aus Recyclingpapier anzureizen. Auch VertreterInnen des Landes Bremen diskutierten mit und bekundeten ihr Interesse einen Beitrag zum Thema zu leisten, etwa im Rahmen einer nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Uneinig blieben die anwesenden Gäste dagegen bei einem anderen Punkt: Während die Umweltexperten v. a. auf mehr Nachhaltigkeit durch die Einsparung von Papier setzen, war dies für die Papierhersteller naturgemäß kein Thema.

 

 

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des