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Bioökonomie-Frühstück im Deutschen Bundestag

Mitte Mai veranstaltete das Aktionsforum Bioökonomie ein parlamentarisches Frühstück mit Bundestagsabgeordneten, deren MitarbeiterInnen sowie VertreterInnen von Umwelt- und Entwicklungsverbänden im Deutschen Bundestag. Ziel war ein offener Austausch über die möglichen Chancen und Risiken der Bioökonomie.

Die VerbändevertreterInnen stellten dabei eine Reihe von Problemen heraus, die sie in der aktuellen Bioökonomie-Politik ausmachten – das fehlende Adressieren des hohen Ressourcenverbrauches und die Förderung der Neuen Gentechnik ebenso wie die mangelhaften Beteiligungsmöglichkeiten von Zivilgesellschaft und BürgerInnen an der Diskussion. Auch auf den einseitigen Fokus der Bioökonomie-Politik auf technologische Lösungen statt auf gesellschaftliche Fragen wiesen sie hin.

Auf der anderen Seite wurden die Potenziale der Bioökonomie, etwa für den Erhalt einer vielfältigen Landwirtschaft und die Entwicklung biobasierter Verpackungen, hervorgehoben und bemerkt, dass die Diskussion um Bioökonomie inzwischen auch in den Bundestagsfraktionen angekommen sei. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, bei diesem Thema stärker fraktionsübergreifend zusammenzuarbeiten.

Im Anschluss entspann sich eine teils kontroverse Diskussion über konkrete Aspekte der Bioökonomie. Auf der einen Seite wurde die Notwendigkeit der Markteinführung neuer biobasierter Produkte hervorgehoben, andererseits auf die Grenzen der Effizienzsteigerung und der Substitution hingewiesen. Viele der Anwesenden waren sich einig, dass auch eine biobasierte Wirtschaft absolute planetare Grenzen berücksichtigen müsse – wie der aktuelle Bericht des IPBES (Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services) mit seinen Warnungen zum massiven Artensterben erneut deutlich gemacht habe.

Auch die verschiedenen und teilweise in Widerspruch stehenden Nutzungsansprüche an Fläche und Biomasse seien zu bedenken – nicht zuletzt könne die Entwicklung der Bioökonomie bestehende Probleme globaler Gerechtigkeit noch einmal verschärfen. All diese Punkte gelte es mit Blick auf die anstehende Neuauflage der Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung noch einmal zu betonen. Veranstaltungen wie dieses Bioökonomie-Frühstück seien dazu ein hilfreicher und willkommener Anlass.