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Rituraj Phukan: Indigene Völker stehen beim Klimawandel an vorderster Front

Rituraj Phukan im Gespräch mit denkhausbremen über die Art und Weise, wie indigene Gemeinschaften vom Klimawandel betroffen sind und wie ihre Kulturen und Bewirtschaftungspraktiken dazu beitragen könnten, zerstörte Natur wiederherzustellen und zu erhalten. Rituraj Phukan ist Umweltaktivist und Schriftsteller sowie Gründer und Vorsitzender des Indigenous People’s Climate Justice Forum. Er lebt in Assam (Indien). denkhausbremen: Wenn Sie an Klimagerechtigkeit denken, was sind die ersten Gedanken, die Ihnen in den Sinn kommen? Rituraj Phukan: Zunächst würde ich sagen, dass Klimagerechtigkeit entscheidend für soziale Gerechtigkeit ist. Indigene Völker und die Ärmsten der Armen gehören zu denjenigen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, sie haben aber keine Mittel, etwas dagegen zu tun. Dafür zu sorgen, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können, das macht Klimagerechtigkeit für mich aus. Ich gehöre der indigenen Gemeinschaft der Tai-Ahom in Assam im östlichen Himalaya an. Für uns ist das Thema Klimagerechtigkeit sehr eng mit unserer Lebensweise verbunden. Wir sind zutiefst mit der Natur verbunden. Unser Leben, unsere Kulturen, unsere Ernährungssicherheit und Gesundheit – alles hängt direkt von der biologischen Vielfalt um …

Aktionstag gegen Holzverbrennung

PRESSEMITTEILUNG von Environmental Paper Network und denkhausbremen  NGOs aus der ganzen Welt protestieren am Internationalen Aktionstag gegen die Verbrennung von Holz zur Energieerzeugung #BigBadBiomass Bundesregierung muss Holz als Energiequelle für Stromerzeugung und Gebäudewärme in Nationaler Biomassestrategie eine Absage erteilen.   Berlin / Brüssel / London / Helsinki / Tokio / Hobart / Kuala Lumpur / Jakarta / Johannesburg / Cayenne / Washington / Vancouver, 19. Oktober 2023 Am heutigen Tag protestieren Umweltorganisationen auf 6 Kontinenten gegen die Verbrennung von Holz zur Energieerzeugung. Diese sei eine falsche, klimaschädliche Lösung, so die NGOs. Der internationale Aktionstag findet einen Monat vor dem Klimagipfel COP28 in Dubai statt, auf der das globale Ziel für erneuerbare Energien diskutiert wird. Ein globales Ziel für erneuerbare Energien darf keine Waldbiomasse einschließen, eine Energiequelle mit hohen Emissionen und zerstörerischen Auswirkungen – so die Mitorganisatoren des Aktionstages. Im Vorfeld des Weltklimagipfels COP28 in Dubai weist ein Netzwerk von mehr als 200 Nichtregierungsorganisationen weltweit heute auf die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Energieerzeugung aus Biomasse in großem Maßstab hin. Insbesondere die Verbrennung von Waldbiomasse ist …

Klimawandel trifft auf Ungleichheit

Im Zuge der Abendveranstaltung „Globale Klimagerechtigkeit und Deutschlands Verantwortung“ am 4. Oktober 2023 wurde schnell deutlich, wie zentral Gerechtigkeitsfragen im Klimaschutz sind. Zu Beginn machte Moderator Jonas Daldrup von denkhausbremen deutlich, wie unterschiedlich Menschen weltweit von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind. Während reiche Länder wie Deutschland Geld und Technologien hätten, um sich zumindest teilweise an den Klimawandel anzupassen, treffen die Folgen der Erhitzung ärmere Menschen mit besonderer Härte. Dabei hätten diese am allerwenigsten zum Entstehen dieser Krise beigetragen. Einen Bericht von Oxfam aus dem Jahr 2020 zitierte dann auch Rixa Schwarz, Bereichsleiterin Internationale Klimapolitik bei Germanwatch, in ihrem Vortrag. Demnach hat das reichste Prozent der Menschen zwischen 1990 und 2015 doppelt so viele CO2-Emissionen verursacht wie die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung. Dass wohlhabende Länder durch ihre bisherigen „historischen“ Emissionen eine besondere Verantwortung für die Entstehung der Klimakrise haben, belegte Rixa Schwarz anhand vieler Grafiken und Zahlen. Aus dieser Verantwortung heraus müsste auch auf die politischen Verhandlungen im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) geschaut werden, an denen sie persönlich seit vielen Jahren teilnimmt. Dort spielen …

Nene Opoku: Der Ursprung der Klimakrise liegt im Kolonialismus

Nene Opoku im Gespräch mit denkhausbremen über die Zusammenhänge von Klimagerechtigkeit, Kolonialismus und Rassismus. Nene Opoku studiert Interdisziplinäre Antisemitismusforschung in Berlin und ist Gründungsmitglied des Black Earth Kollektivs, das die Perspektive von Menschen mit Rassismuserfahrung in der Klimabewegung stärken will. denkhausbremen: Wenn du an Klimagerechtigkeit denkst, was kommt dir persönlich als erstes in den Kopf? Nene Opoku: Ich muss vor allem daran denken, dass der Begriff Klimagerechtigkeit von der weißen Klimabewegung im Globalen Norden vereinnahmt wurde. Aus meiner Sicht ist den meisten Menschen, die diesen Begriff verwenden, dabei nicht wirklich bewusst, dass Klimagerechtigkeit ein bestehendes Konzept mit spezifischen Inhalten ist, das von Menschen im Globalen Süden geprägt wurde, die zunächst für Menschenrechte und gegen Rassismus und neokoloniale Ausbeutung im Kontext von Umweltzerstörung kämpften. Die Kritik richtete sich darauf, dass soziale Aspekte in den überwiegend marktbasierten Instrumenten um Klimaschutz kaum eine Rolle spielten. Der Begriff Klimagerechtigkeit ist also nicht irgendeine Erfindung aus dem Globalen Norden und eine bloße Zusammensetzung von “Klima” und “Gerechtigkeit”. Uns als Black Earth Kollektiv ist es sehr wichtig, darauf aufmerksam zu machen. …

Performance: Kerzenzeremonie zum Klimawandel

schmelzen – eine Kerzenzeremonie zum Klimawandel Das Projekt KlimaKultur Bremen befasst sich u. a. mit künstlerischen Zugängen zur Klimakrise, denn Kunst hat die Kraft, Menschen auf eine ganz eigene, unmittelbare Art anzusprechen. Eine ästhetische Auseinandersetzung mit dem Thema stellt die Performance „schmelzen“ des Künstlerinnenkollektivs D.O.C.H. dar – eine Kerzenzeremonie zum Klimawandel: „Entgegen ihres eigenen Symbols der Ruhe und Geborgenheit nehmen die brennenden Kerzen in dieser Zeremonie des Künstlerinnenkollektivs D.O.C.H. mahnende Formen an. Sie verhandeln die Frage nach Vernunft, Verantwortung und Schuld im Bezug auf den Klimawandel. Zuschauer*innen werden in diese zwiespältige Atmosphäre eingeladen, die auf Dringlichkeit setzt. Das Hinsehen wird schnell zum Zusehen, ins Wegsehen und Nichthandeln verkehrt. Die abgebrannten, zuvor künstlerisch hergestellten Kerzen als Überbleibsel der Zeremonie werden Erinnerungs- und Ausstellungsstück am nächsten Tag.“ 7.7.23: Zeremonie 18–22.30 Uhr 21:00 musikalische Reaktion von Johannes Haase 8.7.23: Ausstellung 15-18 Uhr     Mehr Infos unter: https://raumpro-bremen.de/sub-D-O-C-H Mehr Infos zum Bremer Künstlerinnenkollektiv D.O.C.H. unter: https://ochdoch.de Eine Kooperation im Rahmen des Projektes „KlimaKultur Bremen“.  

Vorstellungen über eine gute Zukunft

Einen Bericht in der Kreiszeitung vom 7. Juni 2023 finden Sie hier. „Mit Kunst und Kultur aus der Klimakrise?“ – Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung des KlimaKultur-Projektes am vergangenen Wochenende im Bremer Tabakquartier. Nachdem Jonas Daldrup (denkhausbremen) vom etablierten Dialog und den Beiträgen im Projekt berichtet hatte, sprach Nicola Bramkamp (save the world) per Video über die ganz eigenen Möglichkeiten der Kunst im Klimadiskurs. Bei dem darauffolgenden Podiumsgespräch wurde schnell klar, dass das Thema viele weitere Fragen mit sich bringt: Wie kann der Kulturbetrieb seine eigenen CO2-Emissionen reduzieren (bei Gebäuden, Requisiten, Mobilität der Besucher:innen)? Wie weit sollte sich die Kultur angesichts der Klimakrise für interaktive Formate und weitere gesellschaftliche Akteure öffnen? Wie kann sie ihre Rolle als Raum für den öffentlichen Diskurs stärken? Welche Teile der Gesellschaft werden durch die (Hoch-)Kultur erreicht, welche nicht? Was können wir Kulturakteuren zumuten (Stichwort: Rettung der Welt), ohne sie zu überfordern und zu erschöpfen? Zu diesen und anderen Punkten diskutierten Rebecca Hohmann (Junges Theater Bremen), Ulrich Haider (Orchester des Wandels), Wolfgang Geißler (Einfach Einsteigen) und Jonas Daldrup (denkhausbremen) …

Podium: Mit Kunst und Kultur aus der Klimakrise?

Auf der Suche nach einer lebenswerten Zukunft spielt die Kultur eine besondere Rolle. Mit ihren ästhetischen Mitteln kann sie die Vorstellungskraft der Menschen über die Klimakrise und die Möglichkeiten ihr zu begegnen auf ganz eigene und unmittelbare Art und Weise anregen. Zugleich muss sich der Kulturbetrieb selbst auf den Weg machen, klimaneutral zu werden. Im Zuge einer Podiumsveranstaltung am Sonntag, 4. Juni 2023 um 13 Uhr werden Ergebnisse aus dem Projekt „Klimakultur Bremen“ vorgestellt und darüber diskutiert, inwieweit sich die Kunst im öffentlichen Klimadiskurs positionieren darf und sollte. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Klima-Wochenendes „Utopien? Visionen!“ am Tabakquartier in Bremen statt. Mit folgenden Gästen: – Nicola Bramkamp, Save the World (per Video) – Rebecca Hohmann, Junges Theater Bremen – Wolfgang Geißler, Einfach Einsteigen – Jonas Daldrup, denkhausbremen/Klimakultur Bremen – Ulrich Haider, Orchester des Wandels Moderation: Henning Bleyl Der Eintritt ist kostenlos.  

Bioökonomie: Zwischen Hoffnung und Realität

Reader „Reststoffe für die Bioökonomie: Zwischen Hoffnung und Realität“ als PDF Die Zukunft der Wirtschaft ist Bio! Zumindest, wenn man den Versprechungen der Bioökonomie Glauben schenken möchte. Der Klimawandel zwingt uns dazu, die Nutzung fossiler Rohstoffe schon in wenigen Jahrzehnten einzustellen, mineralische Ressourcen sind nur begrenzt verfügbar. Ihre Gewinnung ist energieaufwändig und geht mit der Zerstörung von Biodiversität und Landschaft einher. Daher wird die Wirtschaft der Zukunft vor allem mit biogenen Rohstoffen befeuert werden. Der Haken an der Sache: Die Ökosysteme, aus denen diese Rohstoffe kommen sollen, sind schon heute dramatisch übernutzt. Zudem schränken Klimawandel und notwendige Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität die ohnehin knappe nachhaltig nutzbare Biomasse in einem erheblichen Umfang ein. Es ist also absehbar, dass Äcker, Wälder und Meere nicht genug Rohstoffe für eine Bioökonomie liefern können, um unser hohes Konsumniveau abzudecken. Doch Politik, Wissenschaft und Industrie haben scheinbar eine Lösung gefunden: Neben einer deutlichen Verringerung unseres Ressourcenverbrauchs soll die nachhaltige Bioökonomie auf weitere Rohstoffsäulen aufbauen. Große Industrieunternehmen und Think Tanks gehen davon aus, dass die Ressourcenbasis der Zukunft dreigeteilt sein wird: …

buten un binnen: „Unsere Straßen aus Sicht eines Kindes“

Das Video „Unsere Straßen aus Sicht eines Kindes“ lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln und Jelle (3 Jahre) mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zum Kindergarten zu begleiten. Dieser Sichtwechsel wurde von Radio Bremen nun nachvollzogen im Beitrag „Riesige Autos, kein Überblick“, der am 27. November 2022 im Abendprogramm von buten un binnen gezeigt wurde. Ganz großes Dankeschön an Jelle für die Geduld und an Linda Tessarek für die Unterstützung bei der Erstellung des Videos! Hier sehen Sie den Beitrag in der Mediathek von buten un binnen.

Unsere Straßen aus Sicht eines Kindes

Das Video „Unsere Straßen aus Sicht eines Kindes“ lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln und Jelle (3 Jahre) mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zum Kindergarten zu begleiten. Dieser Sichtwechsel veranschaulicht auf eindrucksvolle Art und Weise, welche Hindernisse kleinen Kindern im Straßenverkehr begegnen und was es für den Blick auf die Welt bedeutet, auf Augenhöhe mit Kofferräumen und Motorhauben zu sein…