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Ukraine-Krieg und die Folgen für die Bioökonomie

Ukraine-Krieg und die Folgen für die Welternährung: Bundesregierung muss Bioökonomie überdenken Positionspapier als PDF hier herunterladen! Der Krieg in der Ukraine verursacht unermessliches Leid: Die dortige Zivilbevölkerung wird vertrieben oder gar getötet. Auch die kämpfenden Soldatinnen und Soldaten erleiden unter der Grausamkeit des Krieges Traumata, Folter und Tod. Jenseits dieses Horrors legt der Krieg erneut die Fehlstellungen des Welternährungssystems gnadenlos offen und verschärft weltweit die chronische Hungerkrise weiter. Besonders betroffen sind die Staaten und Menschen im Globalen Süden, die ihre Ernährungssouveränität verloren haben. Für die nun 828 Millionen Hungernden auf der Welt zeigt sich erneut, dass globale Lieferketten nicht auf ihre Versorgung ausgerichtet sind. Es wird deutlich, wie sich der Hunger weiter verschärft, wenn nervöse Märkte Agrarrohstoffe knapp und teuer werden lassen. Einen ähnlich negativen Effekt hätte ein Umstieg der Industriestaaten von einer fossilen Wirtschaft hin zur Bioökonomie, sofern das industrielle Agrarsystem unverändert fortbesteht und unser Ressourcenverbrauch hoch bleibt. Wohlhabende Länder sowie transnationale Konzerne würden die Weltmärkte leerkaufen, um ihre “grüne” Wirtschaft am Laufen zu halten. Im Fokus der Öffentlichkeit bemüht sich die Bundesregierung momentan …

Dialog zu Klima und Kultur gestartet

Zum Auftakt des Projektes „Klimakultur Bremen“ kamen Vertrer:innen von Umweltorganisationen (BUND Bremen, einfach einsteigen, Greenpeace, denkhausbremen) und Kulturschaffende (Theater Bremen, bremer shakespeare company, Stadtkultur Bremen, Orchester des Wandels, Konsonanz) im Innenhof des Bremer Theaters zusammen. Ziel ist es, einen Perspektiven übergreifenden Dialog zwischen Klima- und Kulturakteuren zur Klimakrise zu etablieren und den weiteren Verlauf des KlimaKultur-Projektes zu begleiten. Die Beteiligten tauschen ihre jeweiligen Sichtweisen auf das Thema aus, sprechen über geplante Aufführungen, Veranstaltungen und weitere kulturelle Aktivitäten mit Bezug zu Klimakrise und Nachhaltigkeit ebenso wie über klimapolitische Initiativen der NGOs. Auch das Thema „Betriebsökologie“ kommt auf den Tisch – also die Frage, wie der Kulturbetrieb selbst möglichst schnell klimaneutral und ressourcenschonend arbeiten kann. Es war ein gelungener Start für den weiteren Dialog, bei dem schnell klar wurde: Es gibt viel zu besprechen.  

Studie zur Bioökonomie in europäischen Nachbarstaaten

Was macht eigentlich die Bioökonomie-Debatte auf EU-Ebene und in unseren europäischen Nachbarländern? Und wie beurteilen unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Umwelt- und Entwicklungverbänden die jeweiligen nationalen Diskussionen zur Bioökonomie?  Damit beschäftigt sich die auf Englisch verfasste Kurzstudie “Shaping Bioeconomy Strategies in Europe: The Role of Civil Society”. Autor Wolfgang Kuhlmann beschreibt darin im Auftrag des Aktionsforums Bioökonomie die wesentlichen europäischen Politikprozesse und beleuchtet die Debatte in Finnland, Schweden, Estland, Italien, Frankreich und den Niederlanden. Dabei steht insbesondere die Rolle der Zivilgesellschaft im Fokus.  Auch wenn das Papier keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, so zeigt es doch eins: Der Blick über den deutschen Tellerrand sorgt für frische Impulse.  Hier geht es zum Download  

Visuals zum Thema Bioökonomie

Das Aktionsforum Bioökonomie hat in Zusammenarbeit mit der Agentur construktiv Kampagnen-Materialien zum Thema Bioökonomie erstellt. Die vier Animationen und Grafiken thematisieren zentrale Diskussionspunkte der Bioökonomie-Debatte und stehen zivilgesellschaftlichen Organisationen nach Rücksprache für die weitere Nutzung zur Verfügung. Animation „Ich bins, euer Planet“ Grafik „Bio Greenwashing“ Animation „Artensterben“ Grafik „Ausbeutung“  

Alternativer Bioökonomie Gipfel

  Weit über 100 Fachleute aus Umwelt- und Entwicklungsverbänden, Ministerien, Bundesbehörden und Wissenschaft hatten sich am 23. Februar zum alternativen Bioökonomie-Gipfel eingewählt, als Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die Veranstaltung mit ihrer Keynote eröffnete: “Wieviel Bioökonomie verträgt unser Globus?” sei genau die richtige Frage, so ihre Einschätzung. Darüber hinaus mahnte Bender, die Fehler der sogenannten Energiewende bei der Bioökonomie nicht zu wiederholen und vor allem darauf zu achten, dass in Zukunft weniger Primärrohstoffe eingesetzt werden. Es gehe ums Einsparen und nicht um ein ‘Weiter so’! Damit war der Rahmen für diesen Online-Gipfel gesetzt. “Wie sollte eine zukünftige Bioökonomie innerhalb der planetaren Grenzen organisiert werden?” war dementsprechend auch eine zentrale Frage für die hochkarätig besetzten Podien und Arbeitsgruppen. Dabei sei entscheidend, sich nicht in abstrakten Debatten zu verlieren. Die Bioökonomie müsse politisch gedacht und mit konkreten und wirksamen Instrumenten reguliert werden.   Die Podiumsgäste (von oben links nach unten rechts): – Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (Foto: BMEL) – Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR) – …

Aufruf für ein Klimaschutz-Sofortprogramm

Aufruf als PDF hier herunterladen! Anlässlich der Bürgerschaftsberatungen zum weiteren Umgang mit den Ergebnissen der Enquetekommission Klimaschutz hat ein Bündnis von über 60 Organisationen der Bremer Zivilgesellschaft einen gemeinsamen Aufruf gestartet. Auf Initiative und koordiniert vom Projekt Bremen erneuerbar fordern Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Kirchen, Kulturakteure und Quartiersinitiativen die Bremische Bürgerschaft und Landesregierung auf, die Empfehlungen aus der Klima-Enquete nun in der Breite umzusetzen. Schnell realisierbare Maßnahmen sollen im Rahmen eines Bremer „Sofortprogramms Klimaschutz“ noch in diesem Jahr angegangen werden, so das Bündnis. Begleitet wurde der Aufruf am Tag der Debatte durch eine Aktion vor der Bremischen Bürgerschaft. 60 Menschen packten als „Bauarbeiter:innen“ selber an und stapelten die nötigen Bausteine einer Klimawende zu einem Bauwerk für den Klimaschutz auf. Die Aktion und der breite zivilgesellschaftliche Aufruf wurden im Zuge der Bürgerschafts-Debatte aufgegriffen. Auch die Bremer Medien berichteten: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/sofortprogramm-klimaschutz-bremen-buergerschaft-100.html https://taz.de/Klimaschutzstrategie-fuer-Bremen/!5833959/ https://www.butenunbinnen.de/videos/klima-plaene-buergerschaft-bremen-100.html Der BUND Bremen hat ein kurzes Video von der Aktion erstellt:  

Online-Kongress: Wie viel Bioökonomie verträgt unser Globus?

Digitaler alternativer Bioökonomie-Gipfel am 23. Februar 2022 Was muss eine neue Bundesregierung tun, um die Wirtschaft der Zukunft sozial gerecht und ökologisch nachhaltig zu gestalten? Als Heilsversprechen wird an dieser Stelle immer wieder die Bioökonomie ins Spiel gebracht – also eine Wirtschaftsordnung, die mit biologischen Ressourcen betrieben wird. Doch die Biomasse, die Äcker, Wälder und Meere liefern können, ist begrenzt und schon heute stehen die meisten Ökosysteme gewaltig unter Druck. Im Globalen Süden wird die Produktion von Agrargütern teilweise mit schweren Menschenrechtsverletzungen erkauft und in Deutschland bedroht eine zunehmende soziale Spaltung den gesellschaftlichen Frieden. Keine einfache Ausgangslage, um die Wirtschaft der Zukunft zu entwickeln. Letztendlich müssen die viel zitierten Planetaren Grenzen in praktische Politik gegossen werden, ohne dabei die gerechte Verteilung von Rohstoffen außer Acht zu lassen. Expert:innen aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Politik, Wissenschaft und Fachbehörden kommen auf diesem Online-Gipfel des Aktionsforums Bioökonomie zusammen, um Leitplanken für eine nachhaltige Zukunft abzustecken. Zur Anmeldung nutzen Sie bitte folgenden Link: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZwtc-qvrDMqH9buU-jfLKlTrFPWW1ySE-dm Veranstaltung mit Impulsen von u.a.: – Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) – Silvia …

Das soziale-1,5-Grad-Ziel

Konkrete Forderungen für eine gerechte Zukunft   Auf dem Weg in eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Gesellschaft gibt es insbesondere auf dem Feld der Klimapolitik eine klare Zielmarke: Das 1,5-Grad-Ziel. Einen derart exakten Grenzwert, wieviel Ungleich eine Gesellschaft vertragen kann bevor sie auseinanderfällt, kann es in dieser Eindeutigkeit vielleicht nicht geben. Dringend notwendig wäre jedoch ein Forderungspaket für eine gerechte Zukunft von hoher Klarheit und Durchschlagskraft, gewissermaßen ein soziales-1,5-Grad-Ziel. Am Beispiel der Klimabewegung zeigt sich die Wirkmächtigkeit von eindeutigen und überprüfbaren Zielvorgaben. Dort wurde erfolgreich das 1,5-Grad-Ziel für die Begrenzung der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung als Forderung etabliert. Seitdem ist es für politisch Verantwortliche deutlich schwerer geworden, sich in wolkigen Formulierungen davonzuwinden und sie sind eher gezwungen, den Klimaschutz in konkrete Politik zu gießen. Wieviel Ungleichheit überdehnt eine Gesellschaft? Daher sollte unsere Gesellschaft auch für sozialen Fragen möglichst präzise und überprüfbare Leitplanken festlegen. Mit wie viel Ungleichheit kann also eine Gemeinschaft überdehnt werden, bevor sie unumkehrbar in verschiedene Fraktionen und Lebenswirklichkeiten zerfällt? Sind die Fliehkräfte erst mal sehr groß geworden und ist der Geist …

Wir haben Inklusion schon praktiziert, als es das Wort noch gar nicht gab.

denkhausbremen im Gespräch mit Alfons Römer-Tesar, der beim inklusiven Kunstprojekt Blaumeier-Atelier aus Bremen mitverantwortlich ist für Antragswesen und Organisation. denkhausbremen: Was waren die Anfänge von Blaumeier? Alfons Römer-Tesar: Zu Beginn der 80er Jahre wurde nach der Psychiatrie-Enquete, einer Expert*innen-Kommission des Bundestages, beschlossen, dass die bundesdeutsche Psychiatrie reformiert werden sollte. Im Nachgang konnten sich die Bundesländer um Förderprojekte bemühen. In Bremen stand die Auflösung der Langzeitpsychiatrie im Kloster Blankenburg in Zentrum. Mitte der 80er Jahre haben dann ehemaligen Patient*innen eine “blaue Karawane” gestartet, von Triest über München nach Bremen. In Vorbereitung dafür hatten Künstler*innen mit den Patient*innen Theater gespielt, Masken gebaut, gemalt und die “blaue Karawane” begleitet. Aus dieser Karawane ist dann letztendlich 1986 das Blaumeier-Atelier entstanden. Anschließend kam es dann zu einer Vereinsgründung. Wie finanziert sich Eure Arbeit? Seit Anfang der 90er Jahre haben wir eine institutionelle Förderung durch das Land Bremen. Darüber hinaus fördert Aktion Mensch seit einer geraumen Zeit viele unserer Projekte in Kunst und Kultur, aber auch den Bau unseres Gebäudes . Dann gibt es Spender*innen und Fördermitglieder und auch regionale und …

Neues Heft: „Wege aus der Klimakrise“

Angesichts der fatalen Überschwemmungen, massiven Waldbrände und immer neuen Hitzerekorden in Deutschland und der Welt ist es umso dringlicher, dass wir alle gemeinsam für eine klimagerechte Zukunft streiten. Dabei sollten wir mit der Suche nach Lösungen vor unserer eigenen Haustür beginnen. Im Projekt „Bremen erneuerbar“ haben wir daher Ideen aus der Zivilgesellschaft gesammelt, mit denen Bremen zu einem Stadtstaat jenseits von Kohle, Öl und Gas werden kann. Ergebnisse aus den Gesprächen und Diskussionen finden sich im neuen Heft „Wege aus der Klimakrise“ – ergänzt durch tolle Porträtfotos der Interviewpartner:innen, Auszüge aus der Veranstaltung mit Prof. Hans Joachim Schellnhuber und ein fundiertes und umfangreiches Positionspapier mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen für Bremen.