Autor: jonas

European NGOs Discuss the Future of the Bioeconomy

In a session at the Forest Movement Europe (FME) meeting in Finland from 4–7 May 2026, around 40 campaigners from forest NGOs across Europe continued their exchange on the potential impacts of, and possible entry points for NGO engagement within, the forthcoming EU Bioeconomy Strategy. Building on discussions from an online workshop in April, and with the aim of bridging the gap between abstract bioeconomy strategies and concrete political and economic realities, participants focused on identifying constructive approaches to engaging in the bioeconomy debate from a forest protection perspective. Working in smaller groups, they explored possible sustainable sources of income that could work at scale for people living in forested areas. The discussions highlighted both the opportunities and the challenges of developing rural economic models that are ecologically sustainable and socially viable. In the second part of the session, several speakers reflected on forest-related strategies within a bioeconomy that could support more sustainable wood use and forest management. Karin Nutti Pilflykt from the Saami Council spoke about Saami traditions, noting that the principle is to …

Rohstofflieferant vs. lebendige Wälder: Bioökonomie neu denken

Am 21. April 2026 kamen in einem Online-Workshop mehr als 50 Policy-Expert:innen und Campaigner:innen von Umweltorganisationen aus ganz Europa zusammen, um über Chancen und Risiken aus der neuen EU-Bioökonomie-Strategie zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei Wälder und holzbasierte Industrien. Zum Auftakt wurde das Konzept der Bioökonomie kritisch beleuchtet. Dr. Joachim Spangenberg (BUND) betonte, dass die Bioökonomie trotz ihres hohen Anteils an Beschäftigung weiterhin zu den weniger innovativen und produktiven Bereichen der EU-Wirtschaft zählt. Gleichzeitig stellte er infrage, ob fossile Rohstoffe und Energiesysteme tatsächlich in großem Umfang durch Biomasse ersetzt werden können, ohne ökologische Belastungsgrenzen zu überschreiten. Sydney Vennin von Fern stellte anschließend die aktuellen Entwicklungen rund um die EU-Bioökonomie-Strategie vor. Viele Teilnehmende äußerten die Sorge, dass die aktualisierte Strategie vor allem bestehende Strukturen fortschreibt: Geplant seien mehr Investitionen und Deregulierung zur Ausweitung der Biomasseproduktion, ohne den Ressourcenverbrauch insgesamt zu senken. Gleichzeitig wurden aber auch Chancen gesehen – etwa beim Abbau von Subventionen für Holzenergie, bei besseren Monitoring-Systemen oder bei der Förderung von Holz aus Dauerwaldwirtschaft. In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden verschiedene Aspekte der Bioökonomie. Im …

Einig im Schatten der Stadtbäume

Es gibt politische Abende, an denen man sich wundert, dass die Demokratie überhaupt angezählt ist. Regierung, Opposition und Aktivismus saßen beieinander an diesem 16. April, diskutierten in der Sache, und auch die Bürgerinnen und Bürger, die mit großem Engagement mitgemacht haben, kamen zu Wort. Am Ende war es einer jener Abende, nach denen man das Gefühl hat, dass alle ein bisschen klüger nach Hause gegangen sind als sie gekommen waren. Das ist, in diesen Zeiten, keine Kleinigkeit. Henrike Müller, einflussreiche Grüne und als Umweltsenatorin oberste Umweltschützerin der Regierung, Martin Michalik als stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft, und Heinrich Strößenreuther, Berliner Aktivist und einer der erfolgreichsten Campaigner der Republik – das Dreigestirn auf dem Podium hätte unter anderen Vorzeichen ein klassisches Anschauungsbeispiel für politische Verhärtung abgeben können. Stattdessen: Einigkeit. Stadtbäume sind wichtig. Das Klima braucht sie. Die Menschen auch. Wer wollte da widersprechen? Strößenreuther, der in Berlin bereits den Fahrradentscheid erfolgreich durch die Instanzen gebracht hatte, brachte den Berliner Baumentscheid als mögliche Blaupause für Bremen ins Spiel. Man könnte es Hauptstadtimport nennen, oder einfach: das Rad …

Jetzt Anmelden: Konferenz „Faire Geschäfte oder leere Versprechen?“

Konferenz über Greenwashing und die Folgen für den Globalen Süden am 16. Juni 2026 in Bremen Nachhaltig, klimaneutral, recycelbar, grün – mit starken Bildern, wohlklingenden Worten und Labels werben Unternehmen für die ökologische Verträglichkeit ihrer Produkte. Tatsächlich tragen verlässliche Gütesiegel und ernsthafte Initiativen vieler Unternehmen dazu bei, Transparenz zu schaffen und das Bewusstsein für Umweltfragen zu stärken. Doch nicht jedes grüne Versprechen hält einer genaueren Prüfung stand. Im schlimmsten Fall dienen vermeintlich nachhaltige Botschaften als Deckmantel für umwelt- und sozialschädliche Praktiken. Mit einer öffentlichen Konferenz rückt denkhausbremen irreführende Öko-Claims und ihre globalen Auswirkungen in den Fokus – insbesondere mit Blick auf den Globalen Süden. In Bremen kommen Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um in Impulsvorträgen, Debatten und interaktiven Formaten zentrale Fragen zu diskutieren: Wie müssen transparente und verlässliche Nachhaltigkeitsinformationen aussehen? Welche Verantwortung tragen Unternehmen, Politik und Konsument*innen? Und lässt sich mit dem Einkaufswagen tatsächlich die Welt retten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Folgen von Greenwashing im Globalen Süden: Menschen, die vor Ort direkt betroffen sind, berichten in Videostatements von ihrer Perspektive. Die …

Gemeinsam Bäume pflanzen fürs Klima

In den letzten Tagen ging es bei uns matschig und zugleich bunt und fröhlich zu: In einer großen Baumpflanz-Aktion haben wir gemeinsam mit vielen engagierten Bürger*innen klimatolerante und insektenfreundliche Bäume gepflanzt, um das Stadtklima zu verbessern und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten – besonders in benachteiligten Stadtgebieten. Wir haben zusammen mit Kindern und Jugendlichen gebuddelt, mit Bewohner*innen aus dem betreuten Wohnen die Gießkanne geschwungen und wurden überall sehr herzlich empfangen. Die Aktion fand an vielen verschiedenen Orten Bremens statt: Wir waren unter anderem bei der Lebenshilfe in Blumenthal, beim Sportverein SVGO in Oslebshausen, im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen und dem Kindergarten am Pastorenweg in Gröpelingen, bei einem Bildungszentrum an der Waller Mitte, auf einem Spielplatz der Kirchengemeinde Dietrich Bonhoeffer in Huchting und bei einer Klima-Nachbarschaftsinitiative im Ostertor. An all diesen Orten wurde fleißig angepackt und gepflanzt – es war ein tolles Gefühl, zusammen etwas für die Zukunft unserer Stadt zu tun. Trotz der schweißtreibenden Arbeit hat uns allen das Bäumepflanzen riesigen Spaß gemacht! Es wurde deutlich, wie wichtig der Einsatz der Zivilgesellschaft für den Klimaschutz …

EU Bioeconomy Strategy: Growth First, Planet Second?

Now it is finally out! Commissioner Jessika Roswall did not miss the chance to personally present the new EU Bioeconomy Strategy last week at a press conference. It has become the expected document – steeped in the spirit of economic growth, so-called innovations of all kinds, and the dismantling of supposedly hindering regulations, but also with a touch of sustainability and planetary boundaries. Or, to quote the Commission: “Nature itself can become part of Europe’s competitiveness.” The publication of the strategy update represents the end of a process of discussions with NGO colleagues and exchange with staff from the Commission and Parliament. Above all, we contributed to the debate in cooperation with 60 fellow civil society organisations and developed frameworks for a responsible bioeconomy. Moments like this are a good opportunity to draw conclusions about whether one’s own commitment to the process ultimately justifies the outcome. More specifically, it can be checked whether any of our jointly formulated demands have been adequately addressed in the final version of the strategy. Concerning our first point – …

Stadtbäume: Klimaretter mit kurzer Lebenserwartung

Wenn ein Baum es sich aussuchen könnte, würde er sich wahrscheinlich nicht ausgerechnet den Straßenrand einer vielbefahrenen Straße in der Stadt als Heimat aussuchen. Aber Stadtbäume werden bekanntlich nicht gefragt und deshalb sollte sich die Stadtgesellschaft besonders gut um ihre grünen Freunde kümmern. So oder so ähnlich ließe sich die nicht ganz wissenschaftliche Quintessenz der Diskussionsveranstaltung „Stadtbäume in der Klimakrise“ im Haus der Wissenschaft zusammenfassen. Organisiert wurde sie von denkhausbremen in Kooperation mit dem BUND Bremen. Weit über 100 Besucherinnen und Besucher kamen am Dienstagabend, 2. September, zusammen, um sich unter der Moderation von Peter Gerhardt (denkhausbremen) mit zwei Fachvorträgen und einer anschließenden Debatte auseinanderzusetzen. Die große Resonanz zeigt, wie sehr Bäume die Herzen der Menschen bewegen – und das zurecht. Zum Auftakt führten Jonas Daldrup (denkhausbremen) und Katharina Fuchs (BUND Bremen) ins Thema ein, bevor Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf eine politische Einordnung vornahm. Anschließend hielten die renommierte Stadtbaum-Expertin Susanne Böll, die unter anderem das Forschungsprojekt „Stadtgrün 2021“ verantwortet hat, sowie Iris Bryson, Projektleiterin des Handlungskonzepts Stadtbäume für die Stadt Bremen, ihre Fachvorträge. In der anschließenden …

Ein Nachmittag für die Artenvielfalt

Am 16. August war denkhausbremen gemeinsam mit weiteren Initiativen und Organisationen beim Nachmittag der Artenvielfalt im Bremer Neustadtspark vertreten. Auf Einladung der Werkstatt Grünes Bremen – einem Format des Bremer Umweltbetriebs – konnten wir dort unsere Arbeit zum Thema Stadtbäume und Klimaschutz in Bremen präsentieren und mit vielen Menschen ins Gespräch kommen. Gerade die jüngeren Besucherinnen und Besucher spielten mit großer Begeisterung und viel Interesse unser Baumarten-Memory, bei dem sie die Blätter häufiger heimischer Baumarten den passenden Bäumen zuordneten. Auf spielerische Weise konnten wir so Wissen zu den verschiedenen Arten und zu den wichtigen Funktionen von Stadtbäumen gerade angesichts der Klimakrise vermitteln. Es hat viel Spaß gemacht! Foto im Text: Umweltbetrieb Bremen

Die Widersprüche der Bioökonomie

Ein Gastbeitrag von Ingrid Jacobsen, Josephine Koch und Stig Tanzmann Das Konzept der Bioökonomie steht vor fundamentalen Widersprüchen Die internationale Bioökonomie-Politik braucht eine Wende Die Auswirkungen der Erderwärmung auf das Weltklima werden immer offensichtlicher. Die Menschheit muss sich aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern befreien, denn deren Verbrennung ist die Hauptursache des Klimawandels, der wiederum massiv das Artensterben beschleunigt. Das gilt für die Energieversorgung genauso wie für den Ersatz von Plastik und anderen erdölbasierten Materialien. Unsere Ökonomie soll daher in großen Teilen auf „Bio“ umgestellt werden, das heißt, nachwachsende statt fossile Rohstoffe zu nutzen. Gleichzeitig soll durch die Bioökonomie die Hungerkrise entschärft und Ernährungssicherheit weltweit erreicht werden. Das hört sich gut an, und tatsächlich birgt die Bioökonomie im Kern große Potentiale. Die Herausforderungen, vor denen das Konzept Bioökonomie steht, haben allerdings noch zugenommen, seitdem es vor 10 Jahren prominent auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) verhandelt wurde. So ist das Ziel, bis 2030 eine Welt ohne Hunger zu erreichen, in weite Ferne gerückt. Nach Erfolgen in der Hungerbekämpfung steigt die Anzahl der …

Building a Better Bioeconomy

Neuausrichtung der EU-Bioökonomiestrategie: Für eine ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft Ende 2025 wird die Europäische Union ihre überarbeitete Bioökonomiestrategie vorstellen – ein Schritt mit weitreichenden Folgen für ländliche Räume, Unternehmen, den Klimaschutz und die Wälder Europas und weltweit. Während derzeit eine öffentliche Konsultation zu diesem Thema läuft, haben denkhausbremen und sein Projektpartner Fern im Rahmen eines von der Europäischen Umweltschutzinitiative (EURENI) geförderten Projekts am 12. Juni 2025 die hochkarätig besetzte Veranstaltung “Building a Better Bioeconomy” im Europäischen Parlament organisiert. Gastgeber:innen der Veranstaltung waren die Europaabgeordneten Maria Ohisalo (Grüne/EFA) und Michal Wiezik (Renew), unterstützt von BirdLife Europe, Oxfam und dem European Environmental Bureau. Das Treffen vereinte über 50 Teilnehmer:innen aus ländlichen Gemeinden, der Wirtschaft, Forstwirtschaft und Zivilgesellschaft verschiedener europäischer Länder mit Vertreter:innen der EU-Kommission und des Europäischen Parlaments. Das Ziel: Die neue Strategie soll den Weg für eine ökologisch und sozial tragfähige Bioökonomie ebnen. In den Diskussionen wurde schnell deutlich: Die global verfügbare Biomasse ist begrenzt – und wird bereits heute übermäßig genutzt. Dies zeigen etwa die Überschreitungen planetarer Belastungsgrenzen, insbesondere im Bereich der Biodiversität, sowie …