Autor: jonas

Deutschlandfunk-Beitrag: Bioökonomie nicht per se nachhaltig

In einem Radiobeitrag zum Thema Bioökonomie stellt Jonas Daldrup von denkhausbremen klar, dass eine mit Biomasse betriebene Wirtschaft nicht automatisch ökologisch unbedenklich ist. Wenn die Abkehr von fossilen Rohstoffen nicht mit einer umfassenden sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft zusammengedacht wird, dann besteht die Gefahr eines verstärkten Zugriffs auf natürliche Ökosysteme. Den Beitrag finden Sie in der Audiothek des Deutschlandfunks.  

Tagungsreihe zu Bioökonomie und Biodiversität – Teil 2: Best Practice?

Tagungsreihe: “Bioökonomie im Lichte der Nachhaltigkeit“ wird am 10. und 12. November 2020 fortgeführt Hier geht es zum Tagungsprogramm für den 10. und 12. November 2020 und zur Anmeldung Das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte und von denkhausbremen in Zusammenarbeit mit dem BUND durchgeführte Projekt “Bioökonomie im Lichte der Nachhaltigkeit” untersucht, wie eine zukünftige Bioökonomie ausgestaltet sein sollte, damit die ökologischen Belastungsgrenzen nicht überschritten werden. Damit die Bioökonomie nicht zu Lasten der biologischen Vielfalt vorangetrieben wird, braucht es Leitplanken. Die relevanten Umwelt- und Entwickungsverbände diskutieren und vereinbaren im Rahmen des Projektes, wie eine solche politisch vereinbarte Rahmensetzung aussehen sollte. Dazu veranstaltet das Projekt eine dreiteilige Tagungsreihe, an der neben den Verbänden auch ExpertInnen aus Wissenschaft, Fachbehörden und Politik teilnehmen. Zum Abschluss werden die gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen der BfN-Skriptenreihe veröffentlicht. Die erste Tagung im September 2020 beleuchtete den Status Quo von Land- und Forstwirtschaft im Hinblick auf den Erhalt der Biodiversität und leitete mögliche Rohstoffpotenziale für eine zukünftige Bioökonomie ab. Zugleich wurden auch Zielkonflikte diskutiert, die sich aus unterschiedlichen Nutzungsansprüchen an die zur Verfügung stehenden …

Klimaschutz in Krisenzeiten – Quo vadis Bremen?

  Online-Veranstaltung am Dienstag, 8.12.2020 von 18 bis 19.30 Uhr Um das 1,5°C-Klimaziel zu erreichen, muss ein ambitionierter und sozial gerechter ökologischer Wandel erfolgen. Dazu gehören zum Beispiel eine beherzte Verkehrs­wende mit einer massiven Stärkung des Fahrrad-, Fuß- und Nahverkehrs sowie ein neuer Schub für die Energiewende, etwa beim Solarstrom und der Wärme­dämmung von Gebäuden. Die Enquetekommission zum Klimaschutz soll Vorschläge für die Bremer Landes­regierung erarbeiten, mit welchen Maßnahmen Bremen seine Klima­ziele erreichen kann. In der Kommission sitzen Bremer Politiker*innen, Wissen­schaftler*innen sowie weitere gesell­schaftliche Akteure Bremens. Nach einer Initiative des Projektes „Bremen erneuerbar“ erarbeitet ein breites Bündnis von Bremer Umwelt- und Entwicklungsorganisationen ein Papier mit Forderungen an die Enquete­kommission. Darin unterstreichen die NGOs die Notwendigkeit, zu einer raschen Umset­zung ambitionierter Maßnahmen zu kommen, um einen sozial gerechten und ökolo­gischen Umbau Bremens zu erreichen. An diesem Abend wird uns der klimapolitische Sprecher der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft und Vorsitzende der Klima-Enquetekommission, Martin Michalik, Rede und Antwort stehen. Im Gespräch berichtet er, wie der aktuelle Stand der Arbeit in der Enquete­kommission ist und wie es gerade …

Online Workshop: Bioeconomy Policies in the EU

Many of the relevant decisions on political support and regulation of the bioeconomy are taken at EU level. With an online workshop on October 6th at 10:00 am to 12.15 pm, the German NGO Working Group on Bioeconomy aims to inform environmental NGOs from Germany and abroad as well as the interested public about recent developments within bioeconomy politics of the European Union. With inputs from EU experts, participants learn and discuss about implications of the European Green Deal as well as recent decisions on the EU Budget 2021-2027 and Horizon Europe and their consequences for the further development of the bioeconomy. Speakers: Peter Gerhardt, denkhausbremen / German NGO Working Group on Bioeconomy: Welcome Luke Edwards, BirdLife Europe: Consequences of recent EU financial decisions for bioeconomy policies Roman Brenne, European Commission, DG Innovation & Research: State of EU bioeconomy policies: The Commission’s perspective Linde Zuidema, FERN: Reflecting the needs to achieve a sustainable bioeconomy in the EU Martin Pigeon, Corporate Europe Observatory: How biotech industry influences EU policies on bioeconomy Questions and Discussion Peter Gerhardt: Conclusions …

Susanne Fleischmann (BEK): Klimaschutz zur Bewahrung der Schöpfung

Susanne Fleischmann ist Geo-Ökologin und bei der Bremisch Evangelischen Kirche für das Thema Klimaschutz verantwortlich. denkhausbremen: Was sind Ihre Aufgaben, als Klimaschutzmanagerin der Evangelischen Kirche in Bremen? Susanne Fleischmann: Ich versuche den Überblick über all die Aktivitäten zum Klimaschutz zu behalten, die es in der Bremischen Evangelischen Kirche gibt – in den einzelnen Gemeinden passiert unwahrscheinlich viel in dem Bereich. Ich bin mit einer Stabsstelle im Haus der Kirche angesiedelt, während die Gemeinden rechtlich und wirtschaftlich komplett unabhängig sind. Wir können ihnen unsere Unterstützung anbieten, haben aber keinerlei Weisungsbefugnis. Das ist auch nicht nötig, weil viele Gemeinden sowieso aus eigenem Antrieb und mit Herzen klimaschützend unterwegs sind. Das liegt daran, dass der Begriff der „Bewahrung der Schöpfung“ zum Christentum gehört. Das heißt, wir haben eine Verantwortung für die Schöpfung. Darauf zu gucken, dass es den Mitgeschöpfen gut geht, ist sehr wichtig. Deswegen sind viele Gemeinden da aktiv, wie man so schön sagt: intrinsisch. Was genau tun die Gemeinden? Im Moment kommen viele Anfragen aus den Gemeinden, ob eine Photovoltaikanlage für sie sinnvoll ist oder nicht. …

Wolfgang Geißler (Einfach Einsteigen): Nahverkehr für alle!

Wolfgang Geißler ist Politikwissenschaftler und Sprecher der Initiative Einfach Einsteigen. Dort kümmert er sich um die Öffentlichkeitsarbeit und die Vernetzung mit NGOs und Fachleuten aus Politik und Wissenschaft. denkhausbremen: Herr Geißler, mit Ihrer Initiative „Einfach Einsteigen“ plädieren Sie für einen ticketlosen Nahverkehr in Bremen. Warum? Wolfgang Geißler: Es gibt viele gute Gründe für einen ÖPNV ohne Fahrscheine in Bremen. Wenn Menschen vom Auto auf den Nahverkehr umsteigen verringern sich die CO2-Emissionen. Mit weniger Autos würde zudem viel öffentlicher Raum wieder frei, der im Moment für Parkplätze genutzt wird. Und wir sind uns sicher, dass auch die Wirtschaft in Bremen von einem stärker ausgebauten und ticketlosen Nahverkehr profitieren würde. Aktuell stehen Arbeitnehmer*innen morgens lange im Stau und kommen gefrustet zur Arbeit. Das ist schlecht für die Produktivität, Handwerksbetriebe und Logistik brauchen ewig, um von A nach B zu kommen. Der Einzelhandel befürchtet Umsatzverluste, wenn die Menschen nicht mehr mit dem Auto bis nah an die Ladentür fahren können. Im Gegenteil, auch für den Einzelhandel wäre der ticketlose Nahverkehr ein Teil der Rettung. Gerade durch Corona wird …

Frederike Oberheim (Fridays for Future): Wir müssen die Industrie transformieren!

Frederike Oberheim ist Studentin der Psychologie und Mitorganisatorin und Aktivistin der Fridays for Future Proteste in Bremen. Im Frühjahr 2020 hat der Landesfrauenausschuss sie zur Bremer Frau des Jahres gewählt.   denkhausbremen: Seitdem das Coronavirus die Welt in Atem hält, sind andere Themen in der öffentlichen Wahrnehmung weiter nach hinten gerückt. Schwierige Zeiten für die Klimabewegung, oder? Frederike Oberheim: Natürlich ist es für uns, wie für alle anderen wahrscheinlich auch, gerade nicht leicht. Wir mussten uns erstmal neu orientieren. Plötzlich nicht mehr demonstrieren zu können, war schon ein komisches Gefühl. Gleichzeitig gingen die Gespräche mit Politiker*innen aber weiter. Plötzlich sitzen wir mit am Tisch, weil wir als Gäste in die Enquete-Kommission Klimaschutz eingeladen wurden. Da bleibt es also spannend. Und so langsam werden Demonstrationen und andere Aktionen auch wieder möglich. Wir kommen also auf jeden Fall zurück! Können Sie der jetzigen Lage auch etwas Positives abgewinnen? Ich denke, dass wir aus dieser Situation einiges lernen können: Die Pandemie hat gezeigt, dass die Politik bereit ist, auf die Wissenschaft zu hören. Sie ist bereit, die wirtschaftlichen …

Gastbeitrag zur Bioökonomie in der Frankfurter Rundschau

Die Bioökonomie muss ergänzt werden von Peter Gerhardt und Jonas Daldrup 10. März 2020 Autoreifen aus Löwenzahn, Cola-Flaschen und Legosteine aus Zuckerrohr – Produkte, die bislang aus Erdöl gemacht wurden, werden in Zukunft vermehrt aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Dahinter steckt die Idee einer mit biologischen Ressourcen gespeisten Wirtschaft, für die sich der Begriff Bioökonomie etabliert hat. Die Bundesregierung hat dazu Anfang des Jahres eine ressortübergreifende Strategie vorgelegt und stellt auch das aktuelle Wissenschaftsjahr unter das Bioökonomie-Motto. Folgt man den Gedanken unserer Regierung, dann ist Bioökono­mie so etwas wie eine neue Weltformel, die viele Konflikte auflösen kann: Ökologie und Ökonomie werden miteinander versöhnt und am Ende winkt ein gutes Leben für alle. Wahrscheinlich aber kommt es ganz anders: Dass eine Wirtschaft auf Basis biogener Rohstoffe innerhalb der ökologischen Grenzen funktioniert, ist längst nicht ausgemacht. Die dazu nötige Biomasse fällt nämlich nicht vom Himmel. Schon heute sind die planetaren Grenzen in vielen Bereichen überschritten und stehen zu Recht im Fokus politischer Debatten. Der Klimawandel und die Bedrohung der Artenvielfalt bewegen Millionen Menschen in aller Welt. Zudem haben …

Klaus Prietzel (BUND): Bremen zur Solar City machen

Klaus Prietzel ist Vorsitzender des BUND Bremen sowie Betriebsleiter des Recyclinghofs in Bremen-Findorff. Er engagiert sich seit vielen Jahren für Klimaschutz und Energiewende in Bremen. denkhausbremen: Herr Prietzel, gerade wurde für Bremen die Klimanotlage ausgerufen und eine Enquete-Kommission soll parteiübergreifend eine Klimaschutz-Strategie ausarbeiten. Was halten Sie davon? Klaus Prietzel: Dass die Klimakrise weit oben auf der politischen Agenda steht, finden wir ganz richtig angesichts der Dringlichkeit des Themas. Es besteht ein großer Handlungsbedarf und wir sehen die Notwendigkeit, in den nächsten zehn Jahren einen Quantensprung in der Bremischen Klimapolitik zu schaffen. Dabei geht es vor allem um die Praxis. Den schönen Worten der neuen Landesregierung sind bisher noch keine Taten gefolgt – und auch nichts, das erkennen ließe, wie solche Taten aus Sicht der politischen Akteure aussehen könnten. Bei den praktischen Maßnahmen sehen wir daher ein riesiges Defizit und betrachten auch die aktuelle Diskussion mit zwiespältigen Gefühlen. Denn die Einrichtung einer Enquete-Kommission spart zunächst keine einzige Tonne CO2 ein. Schlimmstenfalls diskutieren wir einfach ein weiteres Jahr lang und verlieren wertvolle Zeit, bis wir endlich zur …

Hans-Otto Pörtner (IPCC): Die Klimakrise wird sich weiter verschärfen

Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner ist Co-Chair beim Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und maßgeblich an der Erstellung von dessen Berichten beteiligt. denkhausbremen: Die Klimakrise ist derzeit in aller Munde. Wie ist Ihr Blick darauf? Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner: Beim IPCC haben wir einen globalen Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels. Wir beschäftigen uns mit den Möglichkeiten zur Anpassung ebenso wie mit der Frage, wie wir die Erderwärmung begrenzen können. In den letzten IPCC-Berichten haben wir geschaut, wie viel globale Erwärmung welche Schäden verursacht. Das kann uns bei Entscheidungen darüber helfen, wie stark wir die Emissionen von Treibhausgasen mindern müssen und woran wir uns am Ende anpassen können. Die Kombination von Minderung und Anpassung an den Klimawandel sollte am Ende dazu beitragen, eine nachhaltige Lebensweise auf unserem Planeten zu erreichen. Wie ist Bremen vom Klimawandel betroffen? Natürlich gibt es regionale Unterschiede. Ein küstennaher Standort wie Bremen ist zum Beispiel massiv vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht, der mit dem Klimawandel einhergeht. Daher sollte die Motivation der Küstenländer besonders groß sein, sich beim Klimaschutz zu engagieren …