Alle Artikel in: bioökonomie-debatte

Visual Story zu Bioökonomie im Globalen Süden

Was hat Bioplastik mit Menschenrechtsverletzungen zu tun? Warum führen Eukalyptusplantagen zu Hunger? Wie hängen Palmöl, Waldzerstörung, Biodiesel und Flucht zusammen? Und was hat das alles mit der sogenannten Bioökonomie zu tun? Die von denkhausbremen konzipierte Visual Story gibt Antworten. http://holzweg.denkhausbremen.de/ Die Visual Story baut auf der Fotoausstellung “Auf dem Holzweg. Raubbau an Mensch und Natur für die Bioökonomie” auf. Die Ausstellung soll auch in Deine Stadt kommen? Mehr Informationen dazu findest Du hier.

Grüner Erdölersatz aus dem Meer?

Algen – oft unscheinbare ein- oder mehrzellige Pflanzen – zählen zu den ältesten pflanzlichen Organismen und sind auch heute ein wichtiger Bestandteil des Systems Erde. Für die Umwelt spielen sie eine große Rolle, denn durch Photosynthese binden Mikroalgen viel CO₂ und produzieren zugleich Sauerstoff (schätzungsweise 50 % des weltweiten Sauerstoffs produzieren Algen). Außerdem können sich Algen schneller als andere Pflanzen vermehren und sind natürlich biologisch abbaubar. Gerade im Jahr 2022 wird überdeutlich, dass die Menschheit sich von den begrenzt verfügbaren fossilen Rohstoffen abwenden muss und Alternativen dringend nötig sind. Warum also nicht die so nachhaltig erscheinenden Algen umfassend für die Bioökonomie nutzen? Diese Idee nehmen sich auch zahlreiche Forscher*innen und Unternehmer*innen zu Herzen, zurzeit gibt es regelrecht eine Euphorie mit Blick auf Produkte aus Algen. Da wäre beispielsweise eine Verpackung aus Makroalgen für den Take-away Gebrauch in der Gastronomie, die sich im Projekt Mak-Pak am Alfred-Wegener-Institut (AWI) in der Entwicklung befindet. Oder nachhaltigere Kleidung durch Fasern aus Mikroalgen für die Textilindustrie, an denen das Projekte Algaetex arbeitet. Das Green Carbon Projekt der TU München wiederum …

Studie zur Bioökonomie in europäischen Nachbarstaaten

Was macht eigentlich die Bioökonomie-Debatte auf EU-Ebene und in unseren europäischen Nachbarländern? Und wie beurteilen unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Umwelt- und Entwicklungverbänden die jeweiligen nationalen Diskussionen zur Bioökonomie?  Damit beschäftigt sich die auf Englisch verfasste Kurzstudie “Shaping Bioeconomy Strategies in Europe: The Role of Civil Society”. Autor Wolfgang Kuhlmann beschreibt darin im Auftrag des Aktionsforums Bioökonomie die wesentlichen europäischen Politikprozesse und beleuchtet die Debatte in Finnland, Schweden, Estland, Italien, Frankreich und den Niederlanden. Dabei steht insbesondere die Rolle der Zivilgesellschaft im Fokus.  Auch wenn das Papier keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, so zeigt es doch eins: Der Blick über den deutschen Tellerrand sorgt für frische Impulse.  Hier geht es zum Download  

Alternativer Bioökonomie Gipfel

  Weit über 100 Fachleute aus Umwelt- und Entwicklungsverbänden, Ministerien, Bundesbehörden und Wissenschaft hatten sich am 23. Februar zum alternativen Bioökonomie-Gipfel eingewählt, als Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die Veranstaltung mit ihrer Keynote eröffnete: “Wieviel Bioökonomie verträgt unser Globus?” sei genau die richtige Frage, so ihre Einschätzung. Darüber hinaus mahnte Bender, die Fehler der sogenannten Energiewende bei der Bioökonomie nicht zu wiederholen und vor allem darauf zu achten, dass in Zukunft weniger Primärrohstoffe eingesetzt werden. Es gehe ums Einsparen und nicht um ein ‘Weiter so’! Damit war der Rahmen für diesen Online-Gipfel gesetzt. “Wie sollte eine zukünftige Bioökonomie innerhalb der planetaren Grenzen organisiert werden?” war dementsprechend auch eine zentrale Frage für die hochkarätig besetzten Podien und Arbeitsgruppen. Dabei sei entscheidend, sich nicht in abstrakten Debatten zu verlieren. Die Bioökonomie müsse politisch gedacht und mit konkreten und wirksamen Instrumenten reguliert werden.   Die Podiumsgäste (von oben links nach unten rechts): – Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (Foto: BMEL) – Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR) – …

Bioökonomie-Ausstellung „Auf dem Holzweg“ in Bremen

Titelfoto: Ana Rodríguez Die von denkhausbremen konzipierte Fotoausstellung „Auf dem Holzweg. Raubbau an Mensch und Natur für die Bioökonomie“ wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen der Biomasseproduktion in Ländern des Globalen Südens und thematisiert die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen. +++ Aktueller Ausstellungsort: Universität Bremen +++ Universität Bremen (Glashalle) 29.04.2022 – 24.05.2022 Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-18 Uhr Adresse: Bibliothekstraße 7, 28359 Bremen Eintritt frei Fragen? Dann nehmen Sie gern Kontakt zu Jana Otten auf: jana@denkhausbremen.de   +++ Ausstellungseröffnung am 08.12.2021 im Institut français +++ Am Mittwoch, 08. Dezember 2021, war es endlich soweit: Die Fotoausstellung „Auf dem Holzweg. Raubbau an Mensch und Natur für die Bioökonomie“ wurde im Institut français eröffnet. Alle Teilnehmer*innen hatten zu Beginn des Abends die Gelegenheit, einen ersten Blick auf die Ausstellung zu werfen. Anschließend begann das Rahmenprogramm im großen Saal des Instituts français. denkhausbremen-Projektleiterin Jana Otten gab eine Einführung in das Thema Bioökonomie und erläuterte dem Publikum die Hintergründe der Ausstellung. Demnach ist die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen nicht per se nachhaltig, so wie es im Zuge der Bioökonomie-Debatte immer …

Online-Kongress: Wie viel Bioökonomie verträgt unser Globus?

Digitaler alternativer Bioökonomie-Gipfel am 23. Februar 2022 Was muss eine neue Bundesregierung tun, um die Wirtschaft der Zukunft sozial gerecht und ökologisch nachhaltig zu gestalten? Als Heilsversprechen wird an dieser Stelle immer wieder die Bioökonomie ins Spiel gebracht – also eine Wirtschaftsordnung, die mit biologischen Ressourcen betrieben wird. Doch die Biomasse, die Äcker, Wälder und Meere liefern können, ist begrenzt und schon heute stehen die meisten Ökosysteme gewaltig unter Druck. Im Globalen Süden wird die Produktion von Agrargütern teilweise mit schweren Menschenrechtsverletzungen erkauft und in Deutschland bedroht eine zunehmende soziale Spaltung den gesellschaftlichen Frieden. Keine einfache Ausgangslage, um die Wirtschaft der Zukunft zu entwickeln. Letztendlich müssen die viel zitierten Planetaren Grenzen in praktische Politik gegossen werden, ohne dabei die gerechte Verteilung von Rohstoffen außer Acht zu lassen. Expert:innen aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Politik, Wissenschaft und Fachbehörden kommen auf diesem Online-Gipfel des Aktionsforums Bioökonomie zusammen, um Leitplanken für eine nachhaltige Zukunft abzustecken. Zur Anmeldung nutzen Sie bitte folgenden Link: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZwtc-qvrDMqH9buU-jfLKlTrFPWW1ySE-dm Veranstaltung mit Impulsen von u.a.: – Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) – Silvia …

Der Wald im Bio-Kapitalismus

Von Peter Gerhardt Der Wald war schon immer mehr als die Summe seiner Bäume. Er ist es gewohnt, Sehnsuchtsort und Lebensraum zu sein, Brennholz und Konstruktionsmaterial zu liefern und dabei auch noch all die wichtigen Öko-Funktionen zu erfüllen. Unsere Ansprüche haben dieses Ökosystem schon mächtig unter Druck gesetzt und an vielen Stellen auf dem Globus mit dafür gesorgt, dass die Wälder erschöpft sind oder vernichtet wurden. Dessen ungeachtet soll der Wald die Menschheit nun auch noch vor einem möglichen Klimakollaps bewahren und als Rohstofflager für die Wirtschaft der Zukunft dienen – der sogenannten Bioökonomie. Das kann nicht gut gehen. Aber der Reihe nach. Beim diesjährigen UN-Klimagipfel in Glasgow gab es gleich zu Beginn eine Art Überbietungswettbewerb zwischen den Regierenden, welches Land die meisten Wälder im Namen des Klimaschutzes vor dem Kahlschlag retten will. Gleichzeitig wurden großzügige Aufforstungs-Initiativen in Aussicht gestellt. Insgesamt versprachen 137 Regierungen, in deren Nationen über 90% der verbliebenen Waldfläche beheimatet ist, einen umfassenden Waldschutz. Die Mächtigen entdeckten in der „Glasgow Leaders’ Declaration on Forests and Land Use‘ den Wald als Klimaretter. Was …

Bioplastik – Nachhaltige Alternative oder nur eine weitere Bio-Lüge?

Von Paula Leutner Seit Jahren verschmutzt Plastik unsere Weltmeere. Von Fischernetzen über Plastikflaschen bis hin zu Strohhalmen – Kunststoff in all seinen Formen und Variationen treibt in Gewässern zwischen Bremerhaven, Hawaii und Hongkong. Sprich: Überall. Doch das Image-Problem von Kunststoff beruht nicht nur auf seinem zerstörerischen Lebensende, sondern auch auf seiner Herkunft. Herkömmliches Plastik wird aus Erdöl hergestellt und ist somit nicht gerade klimafreundlich. Nun soll es neue Lösungen geben, die die Industrie bereits freudestrahlend in die Arme schließt: Bio-Kunststoffe, die mit einem grünen Versprechen daherkommen. Aber was ist wirklich dran an der Plaste – nachhaltige Alternative oder nur eine weitere Bio-Lüge? Der Begriff selbst sorgt bereits für einige Verwirrung. Denn bio ist nicht gleich bio und kann sowohl bedeuten, dass der Kunststoff aus biogenen Ressourcen gewonnen wird, als auch, dass das Endprodukt selbst biologisch abbaubar ist.  Zahlreiche Konzerne werben bereits damit, solche Biokunststoffe anzubieten. Coca Cola entwirft die PlantBottle, Pepsi gemeinsam mit Nestlé und Danone die NaturAll Bottle, LEGO will in wenigen Jahren sein gesamtes Sortiment auf Bioplastik umstellen, und auch bei IKEA können …

Wachstumsgrenzen für die Bioökonomie

Pressememo: Bremen 16.4.2021 Umwelt – und Entwicklungverbände geben Bioökonomierat Forderungspapier mit auf den Weg Der neu berufene Bioökonomierat sollte der Bundesregierung eine konsequente sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft verordnen. Das fordern die im Aktionsforum Bioökonomie engagierten Umwelt -und Entwicklungsverbände im Hinblick auf die Bioökonomierats-Sitzung in der kommenden Woche am 19. und 20. April. Welche Eckpunkte für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Bioökonomie von großer Bedeutung sind, erläutern die Verbände in ihrer gemeinsamen Erklärung “Impulse für den Bioökonomierat”, die den Ratsmitgliedern im Vorfeld der Sitzung überreicht wurde. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen fordern unter anderem, die Belange des Natur-, Ressourcen- und Klimaschutzes bei der Biomasseproduktion durchzusetzen, Gentechnik effektiv zu regulieren sowie Biomasseimporte zu beschränken. Darüber hinaus, so die Verbände weiter, dürften Ernährungssicherheit und Menschenrechte im Zuge der Bioökonomie nicht weiter gefährdet werden, die Forschungsförderung sollte neue Schwerpunkte setzen und für eine angemessene gesellschaftliche Beteiligung sollte die Bundesregierung ausreichend Ressourcen bereitstellen. Im Dezember 2020 wurde der Bioökonomierat für drei Jahre von der Bundesregierung berufen. Das Gremium aus insgesamt zwanzig Wissenschaftler*innen und Verbandsvertreter*innen soll der Bundesregierung mit Expertise beim …

Impulse für den Bioökonomierat

Positionspapier als pdf hier herunterladen! Bioökonomie kann nur dann einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten, wenn unsere Wirtschaft auf den Prüfstand kommt und einer umfassenden sozial-ökologischen Transformation unterzogen wird. Der Bioökonomierat sollte sich daher für eindeutige politische Rahmenbedingungen und Leitplanken engagieren, innerhalb derer die Bioökonomie nachhaltig gestaltet werden kann. Durch den zu erwartenden enormen Biomassebedarf kann eine unbegrenzt wachsende Bioökonomie zu einer zusätzlichen Gefahr für die globalen Ökosysteme und die Menschen werden, die von ihnen leben. Bereits heute sind die planetaren Grenzen in wesentlichen Bereichen überschritten. Neben der Klimakrise und dem massiven Landnutzungswandel zeigen der Verlust an Biodiversität und genetischer Vielfalt sowie die Überlastung der Phosphor- und Stickstoffkreisläufe eine Überschreitung, die unsere Lebensgrundlagen zerstören kann. Demzufolge braucht auch die Bioökonomie klar definierte Wachstumsgrenzen, um ein Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen zu gewährleisten. Ein realistisches Bild der Potenziale sollte bei der Umsetzung der Bioökonomie leitend sein. Dabei sollten gemeinwohlbezo- gene Aspekte wie Nahrungsmittelsicherheit, Wasserverfügbar- keit, Biodiversitäts- und Klimaschutz sowie Zugang zu technologischem Fortschritt, Vorrang vor Marktkriterien erhalten. Bioökonomie wird zu einer Scheinlösung, wenn im Wesentlichen …