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Bioökonomie-Ausstellung „Auf dem Holzweg“ feierlich eröffnet

Titelfoto: Ana Rodríguez Am Mittwoch, 08. Dezember 2021, war es endlich soweit: Die Fotoausstellung „Auf dem Holzweg. Raubbau an Mensch und Natur für die Bioökonomie“ wurde im Institut français eröffnet. Alle Teilnehmer*innen hatten zu Beginn des Abends die Gelegenheit, einen ersten Blick auf die Ausstellung zu werfen. Anschließend begann das Rahmenprogramm im großen Saal des Instituts français. denkhausbremen-Projektleiterin Jana Otten gab eine Einführung in das Thema Bioökonomie und erläuterte dem Publikum die Hintergründe der Ausstellung. Demnach ist die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen nicht per se nachhaltig, so wie es im Zuge der Bioökonomie-Debatte immer wieder behauptet wird, sondern verbunden mit Menschenrechts-verletzungen und Umweltzerstörungen im Globalen Süden. Tropenwaldaktivist Sylvain Angerand von der französischen Organisation Canopée berichtete außerdem per Videobotschaft von einem Erfolg in Frankreich: Dort ist Palmöl in sogenannten Biokraftstoffen seit 2020 gesetzlich verboten. Fenna Otten, Tropenwaldreferentin von Robin Wood, gab danach Einblicke in ihre Forschungsreisen auf Sumatra und verdeutlichte daran u.a. die verheerenden Umweltauswirkungen von Ölpalmplantagen. Innerhalb der darauffolgenden Diskussion, die von denkhausbremen-Geschäftsführer Peter Gerhardt moderiert wurde, wurden verschiedene Aspekte der Ausstellung nochmals vertieft, wie …

Biodiversität in Gefahr

Studie von denkhausbremen und BUND untersucht mögliche Auswirkungen der Bioökonomie Bioökonomie könnte zum Brandbeschleuniger des ohnehin schon dramatischen Artensterbens werden, wenn nicht sofort konsequent gegengesteuert wird. Das ist die beunruhigende Quintessenz der heute veröffentlichten Studie “Bioökonomie im Lichte der planetaren Grenzen und des Schutzes der biologischen Vielfalt”, in der denkhausbremen und der BUND die Auswirkungen der Bioökonomie auf den Biodiversitätsschutz in den Fokus rücken. Die beiden Autoren – Dr. Joachim Spangenberg (BUND) und Wolfgang Kuhlmann (denkhausbremen) – fassen die wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum schlechten Erhaltungszustand vieler Arten und Ökosysteme in Deutschland zusammen. Insbesondere die industrielle Landwirtschaft ist demnach ein wesentlicher Treiber des Artensterbens. Aber auch die naturferne Bewirtschaftung vieler Waldökosysteme erfolgt auf Kosten der Biodiversität. Die Studie gibt zudem einen detaillierten Einblick in den aktuellen Stand der Biomassenutzung in Deutschland und leitet daraus mögliche Chancen und Risiken für eine zukünftige Bioökonomie ab. Das ernüchternde Fazit: Ein Ersatz fossiler Rohstoffe durch Biomasse ist keine Option – zumindest wenn der Rohstoffverbrauch nicht drastisch heruntergefahren wird. Zu begrenzt sind die verfügbaren Flächen, zu immens wären die Umweltschäden im …

Melanie Bergmann (AWI): Wir atmen Plastik.

Dr. Melanie Bergmann arbeitet als Meeresbiologin für das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Belastung der Meere mit Plastikmüll. (Foto: Ana Rodríguez) denkhausbremen: Die Probleme mit Mikroplastik und Plastikmüll im Meer sind neben der Klimakrise eine weitere dramatische Folge aus der Nutzung fossiler Rohstoffe. Sie forschen seit Jahren zu diesen Themen – wie ist Ihr Blick darauf? Melanie Bergmann: Wir haben vor Kurzem mit dem Forschungsschiff „Sonne“ den Pazifik durchquert, von Vancouver bis nach Singapur – und wir haben sehr viel Müll gesehen. Anders als manche Medienberichte suggerieren, gibt es dort keinen Müllteppich, auf dem man laufen könnte. Aber wenn innerhalb einer Stunde 300 Teile Plastikmüll am Schiff vorbeischwimmen – und das in der Mitte des Ozeans fernab menschlicher Siedlungen – dann ist das schon eindrucksvoll. In der Datenbank Litterbase bringen wir die verfügbaren wissenschaftlichen Daten zusammen. So bekommen wir einen Überblick, wo überall schon Plastikmüll gesichtet wurde und welche Tiere besonders davon betroffen sind. Was würden Sie sagen, wie ernst ist das Problem? Das Problem ist …