Alle Artikel in: Allgemein

Verbände für verantwortungsvollen Umgang mit Biomasse

Stellungnahme als PDF hier herunterladen! Die bereits heute hohe Nachfrage nach biogenen Rohstoffen für die Wirtschaft der Zukunft wird noch weiter steigen. Denn nicht nur das Ende der fossilen Rohstoffe ist absehbar, auch mineralische Ressourcen sind nur begrenzt verfügbar. Gleichzeitig schränken Klimawandel und der Verlust der Biodiversität die ohnehin knappe nachhaltig nutzbare Biomasse in einem erheblichen Umfang weiter ein. Daraus ergeben sich Zielkonflikte bei der Verteilung, denn auch weltweit werden die Ökosysteme nicht genug Biomasse für jegliche Nachfrage bereitstellen können. Nicht die Natur sollte dem auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaften dienen, sondern die Wirtschaft an die natürlichen Gegebenheiten und planetaren Grenzen angepasst sein. Die unterzeichnenden Verbände und Organisationen begrüßen daher die Initiative der Bundesregierung, mit der Nationalen Biomassestrategie einen Rahmen für den Schutz, die Nutzung und Produktion von biogenen Rohstoffen bereitzustellen. Angesichts der ökologischen Krise und Millionen hungernder Menschen sollten darauf aufbauend rechtsverbindliche konkrete Schritte zügig umgesetzt werden, die eine weltweite Wirksamkeit entfalten. Dabei sollten weltweite politische Fehlsteuerungen wie ökologisch und sozial zerstörerische Biomasseproduktion, das Fehlen von Nutzungshierarchien sowie falsch lenkende Anreize Anlass und Ausgangspunkt für …

Ein Jahr nach Ende der Klima-Enquete

+++ Gemeinsames Statement Bremer Umwelt- und Entwicklungsorganisationen +++ Ein Jahr nach Ende der Klima-Enquete Als Bremer Umwelt- und Entwicklungsorganisationen begrüßen wir den Beschluss des Bremer Senats zur Klimaschutzstrategie und zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen bis 2027. Damit wird eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, die Empfehlungen aus der Enquetekommission Klimaschutz nun endlich die Tat umzusetzen. Zusammen mit den angekündigten Handlungsschwerpunkten (Ausbau von Wärme und Fernwärme, öffentliche Gebäudesanierungen, Transformation der Wirtschaft und Verkehrswende) sind die Beschlüsse ein erster, wenngleich später Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität Bremens im Jahr 2038. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass allein mit den gemachten Ankündigungen auch ein Jahr nach dem Ende der Klima-Enquete immer noch keine einzige Tonne CO2 eingespart wird. Inmitten einer der größten Krisen der Menschheit haben wir so weitere wertvolle Zeit verloren, bevor es nun in den anstehenden Bremer Wahlkampf geht. Hinzu kommt, dass auch mit der nun vorliegenden Strategie und dem Klima-Aktionsplan nach wie vor ein schlüssiges Gesamtkonzept fehlt, welches einzelnen Maßnahmen klare und überprüfbare CO2-Reduktionsziele zuteilt, überprüfbare Zeitpläne mit Meilensteinen für jedes Handlungsfeld beinhaltet, aufzeigt, welche Maßnahmen …

Perspektivwechsel Klimagerechtigkeit

Der Klimawandel droht, die globalen Ungerechtigkeiten dramatisch zu verschärfen. Mit dem Projekt “Perspektivwechsel Klimagerechtigkeit” möchte denkhausbremen die Themen Klimagerechtigkeit und Klimaflucht verstärkt in den Blick nehmen und dazu beitragen, die Perspektiven von Menschen aufzuzeigen, die von den Auswirkungen der Klimakrise schon heute besonders stark betroffen sind.  Die Folgen der Klimakrise betreffen Menschen weltweit – allerdings bei Weitem nicht alle im gleichen Maße. Unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden paradoxerweise ausgerechnet diejenigen am stärksten, die bereits heute von Armut und Hunger betroffen sind und selbst am wenigsten zu der Entstehung der Klimakrise beigetragen haben. Die eigentlichen Hauptverursacher der Klimakrise, die wohlhabenden Industriestaaten, verfügen hingegen über finanzielle Mittel, um die Erderwärmung mit Anpassungsmaßnahmen teilweise abzufedern. Als Folge des Klimawandels werden unzählige Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren und dazu gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen. Laut Schätzungen der Weltbank könnten bis zum Jahr 2050 etwa 216 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden [1]. Besonders im Globalen Süden werden ganze Regionen aufgrund von Hitze, Dürre, Wasserknappheit und anderen extremen Wetterereignissen unbewohnbar oder drohen angesichts des steigenden Meeresspiegels im Wasser zu versinken. …

Unsere Straßen aus Sicht eines Kindes

Das Video „Unsere Straßen aus Sicht eines Kindes“ lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln und Jelle (3 Jahre) mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zum Kindergarten zu begleiten. Dieser Sichtwechsel veranschaulicht auf eindrucksvolle Art und Weise, welche Hindernisse kleinen Kindern im Straßenverkehr begegnen und was es für den Blick auf die Welt bedeutet, auf Augenhöhe mit Kofferräumen und Motorhauben zu sein…

Ukraine-Krieg und die Folgen für die Bioökonomie

Ukraine-Krieg und die Folgen für die Welternährung: Bundesregierung muss Bioökonomie überdenken Positionspapier als PDF hier herunterladen! Der Krieg in der Ukraine verursacht unermessliches Leid: Die dortige Zivilbevölkerung wird vertrieben oder gar getötet. Auch die kämpfenden Soldatinnen und Soldaten erleiden unter der Grausamkeit des Krieges Traumata, Folter und Tod. Jenseits dieses Horrors legt der Krieg erneut die Fehlstellungen des Welternährungssystems gnadenlos offen und verschärft weltweit die chronische Hungerkrise weiter. Besonders betroffen sind die Staaten und Menschen im Globalen Süden, die ihre Ernährungssouveränität verloren haben. Für die nun 828 Millionen Hungernden auf der Welt zeigt sich erneut, dass globale Lieferketten nicht auf ihre Versorgung ausgerichtet sind. Es wird deutlich, wie sich der Hunger weiter verschärft, wenn nervöse Märkte Agrarrohstoffe knapp und teuer werden lassen. Einen ähnlich negativen Effekt hätte ein Umstieg der Industriestaaten von einer fossilen Wirtschaft hin zur Bioökonomie, sofern das industrielle Agrarsystem unverändert fortbesteht und unser Ressourcenverbrauch hoch bleibt. Wohlhabende Länder sowie transnationale Konzerne würden die Weltmärkte leerkaufen, um ihre “grüne” Wirtschaft am Laufen zu halten. Im Fokus der Öffentlichkeit bemüht sich die Bundesregierung momentan …

BfN-Skript zu Leitplanken für die Bioökonomie

Das große Versprechen der Bioökonomie ist es, fossile und mineralische Rohstoffe durch nachwachsende zu ersetzen und mit diesen in Zukunft eine Wirtschaft zu speisen, die ein gutes Leben für alle in Aussicht stellt. Vollkommen unklar ist allerdings, woher die notwendigen Ressourcen dafür kommen sollen. Wie sollte also eine zukünftige Bioökonomie ausgestaltet werden, die sich innerhalb der Tragfähigkeit der Erde und ihrer Ökosysteme bewegt und sozial gerecht ist? In dem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) beauftragten Projekt Bioökonomie im Lichte der Nachhaltigkeit sind denkhausbremen und sein Projektpartner BUND dieser Frage nachgegangen. Im neu veröffentlichten BfN-Skript 629 geben die im Projekt konsultierten Expert*innen Auskunft: Über die Gefahren der Bioökonomie für die biologische Vielfalt und welche Rohstoffpotenziale möglicherweise noch erschlossen werden können. Über Erfahrungen aus der Praxis, die möglicherweise positive Ansatzpunkte für einen verantwortungsvollen Einsatz biogener Rohstoffe aufzeigen können. Und nicht zuletzt mit Gedanken zu politischen Steuerungsinstrumenten, die als Leitplanken für eine nachhaltige Bioökonomie dienen können. Denn die Weichen für eine zukunftsfähige Wirtschaft müssen jetzt gestellt werden. Nicht in Sonntagsreden oder wolkigen Grundsatzpapieren – sondern in Form von …

Visual Story zu Bioökonomie im Globalen Süden

Was hat Bioplastik mit Menschenrechtsverletzungen zu tun? Warum führen Eukalyptusplantagen zu Hunger? Wie hängen Palmöl, Waldzerstörung, Biodiesel und Flucht zusammen? Und was hat das alles mit der sogenannten Bioökonomie zu tun? Die von denkhausbremen konzipierte Visual Story gibt Antworten. http://holzweg.denkhausbremen.de/ Die Visual Story baut auf der Fotoausstellung “Auf dem Holzweg. Raubbau an Mensch und Natur für die Bioökonomie” auf. Die Ausstellung soll auch in Deine Stadt kommen? Mehr Informationen dazu findest Du hier.

Dialog zu Klima und Kultur gestartet

Zum Auftakt des Projektes „Klimakultur Bremen“ kamen Vertrer:innen von Umweltorganisationen (BUND Bremen, einfach einsteigen, Greenpeace, denkhausbremen) und Kulturschaffende (Theater Bremen, bremer shakespeare company, Stadtkultur Bremen, Orchester des Wandels, Konsonanz) im Innenhof des Bremer Theaters zusammen. Ziel ist es, einen Perspektiven übergreifenden Dialog zwischen Klima- und Kulturakteuren zur Klimakrise zu etablieren und den weiteren Verlauf des KlimaKultur-Projektes zu begleiten. Die Beteiligten tauschen ihre jeweiligen Sichtweisen auf das Thema aus, sprechen über geplante Aufführungen, Veranstaltungen und weitere kulturelle Aktivitäten mit Bezug zu Klimakrise und Nachhaltigkeit ebenso wie über klimapolitische Initiativen der NGOs. Auch das Thema „Betriebsökologie“ kommt auf den Tisch – also die Frage, wie der Kulturbetrieb selbst möglichst schnell klimaneutral und ressourcenschonend arbeiten kann. Es war ein gelungener Start für den weiteren Dialog, bei dem schnell klar wurde: Es gibt viel zu besprechen.  

Grüner Erdölersatz aus dem Meer?

Algen – oft unscheinbare ein- oder mehrzellige Pflanzen – zählen zu den ältesten pflanzlichen Organismen und sind auch heute ein wichtiger Bestandteil des Systems Erde. Für die Umwelt spielen sie eine große Rolle, denn durch Photosynthese binden Mikroalgen viel CO₂ und produzieren zugleich Sauerstoff (schätzungsweise 50 % des weltweiten Sauerstoffs produzieren Algen). Außerdem können sich Algen schneller als andere Pflanzen vermehren und sind natürlich biologisch abbaubar. Gerade im Jahr 2022 wird überdeutlich, dass die Menschheit sich von den begrenzt verfügbaren fossilen Rohstoffen abwenden muss und Alternativen dringend nötig sind. Warum also nicht die so nachhaltig erscheinenden Algen umfassend für die Bioökonomie nutzen? Diese Idee nehmen sich auch zahlreiche Forscher*innen und Unternehmer*innen zu Herzen, zurzeit gibt es regelrecht eine Euphorie mit Blick auf Produkte aus Algen. Da wäre beispielsweise eine Verpackung aus Makroalgen für den Take-away Gebrauch in der Gastronomie, die sich im Projekt Mak-Pak am Alfred-Wegener-Institut (AWI) in der Entwicklung befindet. Oder nachhaltigere Kleidung durch Fasern aus Mikroalgen für die Textilindustrie, an denen das Projekte Algaetex arbeitet. Das Green Carbon Projekt der TU München wiederum …

Türen öffnen für Menschen mit Behinderung

denkhausbremen im Gespräch mit Ottmar Miles-Paul (Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben / ehemaliger Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen in Rheinland-Pfalz), Hans Horn (Geschäftsführer Werkstatt Bremen / im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V.) sowie Ronald Pawlik (Vorsitzender des Werkstattrats der Werkstatt Bremen) denkhausbremen: Wie nehmen Sie die Behindertenrechtsbewegung wahr, Herr Horn und Herr Pawlik? Hans Horn: Für mich ist das Wörtchen “für” in dem altmodischen Begriff „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“ ganz entscheidend. Deshalb ist es wichtig, dass gerade auch in den Werkstätten Mitbestimmung und Mitwirkung ernst genommen wird. Mit den Vertreter*innen der Behindertenrechtsbewegung wird es leider immer schwerer in einen guten Dialog zu kommen, deshalb freue ich mich auch sehr über dieses Gespräch. Vielleicht ist das aber auch eine Veränderung unserer Gesellschaft, dass man ständig polarisieren muss, um gehört zu werden. Für Interessenvertreter*innen ist es vermutlich aber auch sehr schwer für alle Menschen mit Behinderung zu sprechen, da die Möglichkeit der Teilhabe abhängig von Art und Schwere der Behinderung doch sehr individuell ist. Aber auch die Werkstätten sind kein homogenes Feld. Deshalb ist …