Autor: Peter

„Zukunft für alle“ – ein Abend, viele Stimmen

Zukunft für alle! Das ist ein sehr großes Versprechen. Vielleicht zu groß für einen einzigen Abend. Andererseits war das aber genau der richtige Rahmen für unsere Debatte im mittigsten Berlin. Und ja, wenn auch nicht alle, so waren doch viele gekommen, um hier über eine solidarische Zukunft nachzudenken. Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken unserer Gesellschaft: Wohnungslosgewesene, Aktivist:innen mit Armutserfahrung, Behinderte, Geflüchtete, Fachleute aus Verbänden bis hin zu Spitzenpolitikern. Gemeinsam ging es auf die Suche nach dem sozialen 1,5-Grad-Ziel – nach einer besseren Ausgabe unserer Gesellschaft: gemeinschaftlich und menschlich. Wie der Zufall es wollte, war ganz in der Nähe kurz zuvor die neue Bundesregierung in spe vor die Presse getreten. Mit dem üblichen Tamtam wurde die schwarz-rote Einigung bei den Koalitionsverhandlungen verkündet. Unvergessen dabei der vorausgegangene Wahlkampf, bei dem insbesondere die C-Parteien mit populistischen Einsparphantasien ausgerechnet bei Bürgergeldempfänger:innen geglänzt haben. Am Status quo – dem krassen Unterschied zwischen Oben und Unten – führte auch an diesem Abend kein Weg vorbei. An den fast 20 Millionen Mitbürger:innen, die arm oder akut armutsgefährdet sind, und das in einem …

Klimabäume für Bremen

Mit der Klimakrise treten Hitzewellen immer häufiger und heftiger auf. Besonders betroffen sind Menschen in städtischen Ballungsräumen, die sich durch ihre dichte Bebauung zu sogenannten Wärmeinseln mit besonders hohen Temperaturen verwandeln können. Anhaltend hohe Lufttemperaturen wirken sich negativ auf das Wohlbefinden der Menschen aus und können zu gravierenden gesundheitlichen Belastungen führen. Hier sorgen städtische Bäume für eine deutliche Entlastung, indem sie Mikroklima und Luftqualität verbessern. Förderung der Gesundheit Bäume haben einen kühlenden Effekt auf die Stadt: Sie spenden Schatten und fördern die Verdunstung, wodurch die Temperaturen in ihrer Umgebung gesenkt werden. Studien haben bewiesen, dass Stadtbäume die Lufttemperatur in ihrem Umfeld durchschnittlich um 2,5 °C abkühlen.  Bäume sorgen für frische und saubere Luft: Sie produzieren Sauerstoff, filtern Schadstoffe und Feinstaub aus ihrer Umgebung. Ein großer Baum kann täglich bis zu 13 kg Sauerstoff produzieren. Durch das Absorbieren von Luftschadstoffen wie Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid tragen sie dazu bei, das Risiko von Atemproblemen wie Asthma bei den Bürger*innen zu senken. Zu den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit zählt auch, dass Bäume als natürliche Lärmschutzmauern den Schall …

UIG-Antrag von denkhausbremen: Bundesregierung gibt „NABIS-Studie“ frei

denkhausbremen hat am 18. Februar eine Anfrage auf Grundlage des Umweltinformationsgesetzes (UIG) an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gestellt und darum gebeten, Ergebnisse und Berichte von Forschungsvorhaben zur Nationalen Biomassestrategie zur Verfügung zu stellen. Die für die Nationale Biomassestrategie (NABIS) maßgebliche Studie „Hintergrundinformationen zum Status Quo der Land- und Forstwirtschaft in Deutschland und zukünftigen Biomassepotenzial für die Erarbeitung der NABIS“ wurde nun als Kurzbericht an denkhausbremen übergeben und steht als Download zur öffentlichen Verwendung bereit. Hier downloaden……. Des weiteren verweist die Bundesregierung auf den BIOSTRAT-Abschlussbericht des Deutschen Biomasseforschungszentrums.  https://www.dbfz.de/nabis Die beteiligten Forschungsinstitute waren damit beauftragt, zu untersuchen, wie die Bundesregierung vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen und konkurrierender Nutzungsansprüche eine nachhaltige Erzeugung und effiziente Nutzung von Biomasse sicherstellen kann. Der Bericht fasst Daten und Szenarien zum Biomassepotenzial in Deutschland zusammen und zeigt, welche Herausforderungen und Nutzungskonflikte bestehen. Im Grundsatz identifiziert die Studie die Notwendigkeit, bei der energetischen Verwendung von Holz und bei der Futtermittelproduktion massiv einzuschränken, um eine zukünftige Versorgungslücke bei Biomasse zu vermeiden.  Zusammengefasst kommen die Forschungsinstitute zu folgenden Ergebnissen.  Status …

Debatteabend: Zukunft für alle! – 9. April 2025 in Berlin

Debattenabend am 9. April 2025 in Berlin – Zukunft für alle! Demokratisch. Solidarisch. Ökologisch. Im aktuellen Bundestags Wahlkampf wurden wieder die üblichen Evergreens besungen: Zusammenhalt, Respekt oder Chancengleichheit. Wenn das mehr sein soll als ein paar dahin gesagte Plastikwörter, dann muss vor allem die toxische Ungleichheit der Menschen bei Vermögen, Lebenserwartung, Einfluss und Bildungschancen aus dem Weg geräumt werden.  Denn bei den Debatten um unsere Zukunft kommen vor allem die zum Zug, die Ressourcen, ein gutes Netzwerk oder einen direkten Draht zur Macht haben. Außerdem werden Tatkraft und Energie benötigt, über die vor allem diejenigen verfügen, die nicht permanent mit „über die Runden kommen” beschäftigt sind. Diese Ungleichheit wirkt wie ein Gift für die Demokratie. Dem wollen wir eine Veranstaltung entgegensetzen, bei der Menschen im Mittelpunkt stehen, die bei Zukunftsdebatten sonst nicht am Tisch sitzen: Die sich abgehängt fühlen, wenig Geld oder keine Wohnung haben, mit Krankheit oder Einschränkungen leben oder zugewandert sind. Gemeinsam gehen wir in den Dialog mit Fachleuten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.  Wir wollen konkrete Handlungsoptionen ausloten, wie der fortschreitenden Ungleichheit …

Mehr Gerswalde – weniger Berlin

Debatte über Acker-Solar-Kraftwerke und Bürger-innenbeteiligung bei der Energiewende Dass es auf dem Buffet Wurstbrötchen gab, war ein unmissverständliches Zeichen: Berlin-Mitte ist ziemlich weit weg. Nicht kilometermäßig, denn der Gasthof zum Schwarzen Adler im uckermärkischen Gerswalde ist nur eine gute Autostunde vom Bundestag entfernt. Dafür um so mehr im Hinblick auf den Charakter der Debatte über die Energiewende vor der Haustür, die so gar nichts von einem Berliner Hochglanz-Experten-Event hatte. Und damit soll hier nicht gesagt werden, dass Hauptstadt-Debatten mit Hauptstadt-Leuten grundsätzlich doof sind. Es wäre nur gut für den viel besungenen Zusammenhalt und die unter Druck geratene Demokratie, wenn mehr Gerswalde und weniger Berlin den politischen Kurs in Deutschland bestimmen würde. Aber der Reihe nach: An die achtzig BürgerInnen waren der gemeinsamen Einladung von „Füreinander – Miteinander“ und denkhausbremen gefolgt, um über Mitbestimmung und Beteiligung bei Windkraft und Solarenergie ins Gespräch zu kommen. Vor allem ein im Ort geplantes Acker-Solarkraftwerk war für viele der Anwesenden die erkennbare Motivation fürs dabei sein. Gekommen war eine bunte Mischung aus Immer-schon-Dagewesenen und Zugezogenen. Gerswalde ist ein beliebter Sehnsuchtsort …

Das soziale 1,5 Grad Ziel – denkhausbremen veröffentlicht Forderungskatalog

denkhausbremen veröffentlicht einen Forderungskatalog für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Zukunft. Das Besondere daran: Das Dokument stellt die Ideen von bundesweit 25 Initiativen in den Vordergrund, bei denen Menschen mit kleinem Geldbeutel sich selbst vertreten. Die Forderungen spiegeln daher die Perspektiven von Menschen wider, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, aufgrund einer Behinderung oder Krankheit eingeschränkt werden, einen Migrationshintergrund haben oder obdachlos sind. Damit hat das Papier eine andere Tonlage als die oftmals von Expert*innen, Funktionär*innen oder Thinktanks dominierten Beiträge.  Der Katalog mit dem Titel: “Auf der Suche nach dem sozialen 1,5 Grad Ziel – Forderungen für eine gerechte Zukunft” ist das Ergebnis einer mehrjährigen Reise durch Deutschland. Seit 2018 führte denkhausbremen unzählige Gespräche, besuchte Initiativen vor Ort und organisierte Klausuren mit verschiedenen Gruppen. Eine größere Konferenz in Bremen diente schließlich als Plattform, um die vielfältigen Stimmen von Bürger*innen, Expert*innen, Bundestagsabgeordneten und Initiativen zusammenzuführen. Das vorliegende Ergebnis ist ein eindringlicher Appell, die Zukunft gemeinsam und inklusiv zu gestalten. denkhausbremen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – im Vordergrund stehen die Anliegen der beteiligten Gruppen. Der …

Warum stehen auf dem Tempelhofer Feld keine Windräder?

Debatte in Gartz (Oder): Von umzingelten Dörfern, ehrenamtlichen Bürgermeistern und der schwierigen Suche nach einer fairen Energiewende Schon mal was vom Umzingelungsverbot gehört? Nein? Das ist keine brandenburgische Sonderregel beim Fangenspielen auf dem Schulhof, sondern ein offizieller Begriff aus der Debatte über Windkraftanlagen an Land. Soll heißen, dass eine Ortschaft nicht vollständig von Windrädern umgeben sein darf – sie soll nicht „umzingelt“ werden. Und damit zum Kern der Debatte, zu der Bürgerstiftung Barmin Uckermark, Kulturallianz Gartz sowie denkhausbremen am 27. September in Gartz eingeladen hatten. Über 40 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in die Stadtkirche St. Stephan in Gartz an der Oder gefolgt, um sich über Chancen und Risiken von Windkraftanlagen zu informieren und engagiert in die Diskussion einzusteigen. Mit dabei waren auch die Fachleute Harald Uphoff von der 100 prozent erneuerbar stiftung, Katja Neels von der Bürgerstiftung Barmin Uckermark, der Gartzer Bürgermeister Luca Piwoda sowie Ulrike Eppler von denkhausbremen. Ärger über Windkraft in der Uckermark Denn es gibt ja jede Menge Redebedarf. Schließlich ist in der Uckermark beim Ausbau der Windkraft vieles schiefgelaufen. …

Klimaschutz und Menschenrecht auf Wohnen nur für Wohlhabende?

Auf der Fachtagung, die vom Bremer Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen, der Hochschule Bremen und denkhausbremen veranstaltet wurde, diskutierten Aktivistinnen, Expertinnen, die Wohnungswirtschaft, Umweltverbände und die Wissenschaft. Das zentrale Thema der mit fast 50 Teilnehmerinnen gut besuchten Veranstaltung: Klimafreundliches und bezahlbares Wohnen für alle. Wohnen: Ein Menschenrecht – aber für wen? Wohnen ist ein Menschenrecht. Oder sollte man besser sagen, eine gut verfügbare Ware für all jene, die genug Geld auf der Tasche haben? Dabei ist eine Wohnung Grundlage für soziale, gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe sowie elementarer Bestandteil der Daseinsvorsorge. Dennoch ist Wohnen für viele Haushalte der größte Kostenfaktor. Hier spalten ungebremste Marktkräfte die Bevölkerung in Oben und Unten. Die Wohlhabenden bleiben in den angesagten Stadtteilen weitgehend unter sich, während ärmere Menschen herausgedrängt werden. Klimafreundliches Wohnen für Mieterinnen, also in einem gut gedämmten Haus mit dichten Fenstern – ist noch mehr eine Sache des Geldbeutels und liegt vor allem in den Händen der Vermieterinnen. Herausforderungen für bezahlbares, klimafreundliches Wohnen Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmerinnen, wie bezahlbares und klimafreundliches Wohnen in Zukunft aussehen sollte. Vielen war …

Europäische Konferenz: Auf dem Weg zu einer sozial-ökologischen Bioökonomie

Welche politischen Rahmenbedingungen sind notwendig, damit eine zukünftige Bioökonomie in Europa sowohl sozial gerecht als auch ökologisch nachhaltig gestaltet werden kann? Die von denkhausbremen organisierte Konferenz mit hochkarätigen Gästen versuchte, Antworten auf diese Frage zu geben. Rund 40 Teilnehmer*innen aus neun verschiedenen europäischen Ländern kamen zu einer dreitägigen Klausur in Lychen, nahe Berlin, zusammen. Vertreter*innen von Europäischer Kommission, Bundesregierung, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft diskutierten in Podiumsrunden im Anschluss an zahlreiche Impulsvorträge. Ein künstlerisches Rahmenprogramm rundete die erfolgreiche Veranstaltung ab. Ein zentraler Punkt, der während der gesamten Konferenz betont wurde, war die begrenzte Verfügbarkeit von biobasierten Ressourcen, da Ökosysteme bereits unter Druck stehen – vor allem auch durch den derzeitigen Biomasseverbrauch. Zudem wurde die potenzielle Gefahr angesprochen, dass der sogenannte Globale Süden hauptsächlich als Rohstofflieferant für eine europäische Bioökonomie dienen könnte. Letztlich waren sich die Teilnehmer*innen jedoch einig, dass die Bioökonomie Teil der Lösung sein kann – vorausgesetzt, die richtigen politischen Rahmenbedingungen sind gegeben. Die Diskussionen konnten an aktuelle politische Prozesse anknüpfen, da die EU derzeit ihre Bioökonomiestrategie überarbeitet und plant, bis Ende nächsten Jahres eine …

Einladung zum Fachtag „Wohnen und Klimaschutz“

Klimagerechtes und bezahlbares Wohnen für alle – Einladung zum Fachtag von Bremer Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen, denkhausbremen und Hochschule Bremen Zeit: 20. September 14.00-18.00 Uhr + 21. September 9.00-11.45 Uhr  2024, Ort:  Hochschule Bremen, Neustadtwall 30, Raum SI 364 Programm: Hier herunterladen Wie in vielen Großstädten sind auch in Bremen die Unterschiede zwischen Oben und Unten krass. Die zunehmende gesellschaftliche Ungleichheit, die Spaltung in Arm und Reich schlägt sich in den Städten und Quartieren nieder. Ähnlich ungleich verteilt sind die Möglichkeiten beim Klimaschutz. Wärmepumpen, Dachsanierungen, Dreifach-Fenster: Alles kein Problem für gutverdienende Eigenheimer*innen, zumal vieles davon üppig vom Staat gefördert wird. Weniger rosig können die Aussichten für Mieter*innen sein, wenn die energetische Sanierung des Häuserblocks – verbunden mit einer Mieterhöhung – vor der Tür steht, oder ein steigender CO2-Preis die Nebenkosten in die Höhe jagt. Am Ende droht das Horrorszenario, die eigene Wohnung nicht mehr bezahlen zu können. Hinzu kommt, dass Wohnen für viele Haushalte der größte Kostenfaktor ist und viele Mieter*innen mittlerweile zum Spielball von profitgetriebenen Investoren geworden sind. Dabei ist eine Wohnung die Basis für gesellschaftliche, …