Autor: peter

Marianne Klute im Interview

denkhausbremen-Indosienexpertin Marianne Klute hat mit radio dreyeckland über die Palmölproduktion in Indonesien gesprochen  –  und wie dafür Menschenrechte unter die Räder kommen und die Umwelt zerstört wird:   Hier das Interview auf der Website von radio dreyeckland.  Titelbild: Marianne Klute auf Recherche in Borneo, Indonesien. Im Hintergrund eine neue Palmölplantage  

Stellungnahme zum Entwurf einer Nationalen Bioökonomiestrategie

Die Bundesregierung hat einen Entwurf für eine Nationale Bioökonomiestrategie zur Kommentierung bereitgestellt. Nachfolgend im Wortlaut die Stellungnahme der unterzeichnenden Umwelt und Entwicklungsverbände oder downloaden Sie das Dokument im Orginal als pdf. Die unterzeichnenden Organisationen bedanken sich für die Gelegenheit zur Stellungnahme in Bezug auf den Entwurf für eine Nationale Bioökonomiestrategie. Der dazu von den federführenden Ministerien (BMBF, BMEL) eingeräumte zweiwöchige Zeitraum innerhalb der Sommerferienzeit ist allerdings in keiner Weise akzeptabel und daher ungeeignet, um solch ein grundsätzliches und umfangreiches Dokument mit der gebotenen Sorgfalt und Detailtiefe zu kommentieren. Deshalb behalten wir uns vor, im weiteren Beratung- sprozess neue Aspekte und vertiefende Argumentationen einzubringen. Dieser Prozess wird ansonsten der Forderung nach einer ausreichenden und frühzeitigen Partizipation der Zivilgesellschaft nicht gerecht und steht im Widerspruch zu den im Entwurf in Aussicht gestellten “transparenten Dialog- und Partizipationsprozessen” Wir begrüßen zwar ausdrücklich, dass die Bundesregierung in ihrem Entwurf punktuell zentrale Gedanken der Nachhaltigkeitsdebatte aufgegriffen hat. Das Papier mahnt Biodiversitäts- und Klimaschutz, Bodenfruchtbarkeit und Verteilungsgerechtigkeit an und erwähnt darüber hinaus die Bedeutung von Suffizienz und eine mögliche “Umstellung des Wirtschaftssystems”. …

Gastbeitrag im Weserkurier über erfolgreiche Klimapolitik

Langfristig erfolgreiche Klimapolitik geht nur gerecht Gastkommentar im Weserkurier über Klimapolitik von Peter Gerhardt,  31.05.2019 Fossile Energie muss teurer werden und Billigflieger sollen nicht mehr starten – Klimapolitik über den Geldbeutel, bei der die soziale Frage ausgeblendet wird, ist schädlich, warnt Gastautor Peter Gerhardt. Ungerechte Klimapolitik hat die Kraft, unsere Gesellschaft weiter zu spalten. Richtig gemacht, kann sie aber auch der Leitfaden für eine neue Gemeinschaftlichkeit sein. Damit wir beim Klimaschutz mit breiter Akzeptanz vorankommen, wäre es jetzt wichtig, die Diskussion nicht auf eine CO2-Steuer zu verengen. Ein Blick über den klimapolitischen Tellerrand machte schnell deutlich, dass es noch weitere bedeutende Baustellen gibt: ungebremstes Artensterben, Rohstoffknappheit und vor allem eine soziale Schere, die sich weiter dramatisch öffnet. Klimapolitik muss auch diese Probleme adressieren, wenn sie nachhaltig erfolgreich sein will. Leider ist das gerade nicht der Fall. Vor allem Klimapolitik über den Geldbeutel, bei der die soziale Frage ausgeblendet wird, geistert als laute Forderung durch die aktuellen politischen Debatten. Das klingt dann zum Beispiel so: Fossile Energie muss teurer werden und Billigflieger sollen nicht mehr starten. …

Svenja Schulze: “Ich kann die Kohlekraftwerke nicht einfach abschalten”

denkhausbremen-Diskussion mit Bundesumweltministerin Bei der Podiumsdiskussion von denkhausbremen mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze kam die ganze Bandbreite der aktuellen Umwelt- und Klimadiskussion auf dem Tisch. Auf der Veranstaltung, die von Bürgermeister Carsten Sieling mit einem Grußwort eröffnet wurde, machte die Ministerin deutlich, dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit nur zusammen funktionieren. Frau Schulze betonte, das die SPD entgegen landläufiger Meinung das Thema Umweltschutz mit dem damaligen Kanzler Willy Brandt auf die politische Agenda gesetzt habe. Peter Gerhardt von denkhausbremen erklärte, dass die Transformation in eine klimafreundliche Bioökonomie nur gelingen kann, wenn die nötigen Veränderungen sozial gerecht geschultert werden. Wissenschaftlerin Sybille Bauriedl von der Universität Flensburg bemängelte an der aktuellen Klimadebatte, dass Positivbeispiele wie Klimacamps von Jugendlichen unterbelichtet blieben, und dass die Klagen über reiche SUV-Fahrer uns nicht weiter bringen. Dem widersprach der Philosoph und Schriftsteller Leander Scholz. Er betonte, dass die Armen definitiv eine bessere Klimabilanz hätten, als der finanziell bessergestellte Teil der Bevölkerung. Scholz forderte statt dessen einen „ökologischen Kommunitarismus“ ein. Dass die Klimadebatte facettenreich ist und hier verschiedene Wahrheiten parallel existieren, machten die Fragen der über …

Podiums-Diskussion zur Bürgerschaftswahl 2019: Landwirtschaft, Ernährung und Klimaschutz

Gemeinsam mit Bürger*innen und hochkarätigen Podiumsgästen möchte denkhausbremen die Themen, Landwirtschaft, Ernährung und Klima-schutz beleuchten und diskutieren. • Welche Handlungsmöglichkeiten hat und nutzt Bremen beim Thema Ernährung? • Wie sollte in Bremen eine nachhaltige Landwirtschaft aussehen? • Welche Initiativen sind in der nächsten Legislaturperiode zu erwarten? • Wie gelingt eine mögliche Ernährungswende nachhaltig und sozial gerecht? Veranstaltungsort und Zeit: KlimaWerkStadt, Westerstraße 58, 28199 Bremen 25. April 2019, 19.30 – 21.00 Uhr Diese Diskussion ist eine Kooperation mit der KlimaWerkStadt. Die Podiumsgäste in alphabetischer Reihenfolge: Claudia Bernhard, Sprecherin für Verbraucher*innenschutz Bürgerschaftsfraktion Die Linke Frank Imhoff, Vizepräsident der Bürgerschaft und landwirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Jan Saffe, ernährungspolitischer Sprecher der Grünen- Bürgerschaftsfraktion Björn Tschöpe, Vorsitzender der SPD- Bürgerschaftsfraktion Moderation: Peter Gerhardt, denkhausbremen Einladung als pdf zum download: Hier herunterladen

03. Mai 2019: Diskussion mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Einladung zur Podiumsdiskussion: „Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit“ Falsche Klima-und Umweltpolitik hat die Kraft, unsere Gesellschaft weiter zu spalten. Richtig gemacht kann sie auch ein Narrativ für mehr Gerechtigkeit und eine gemeinschaftliche Gesellschaft sein. Darum ist es wichtig, dass die politische Linke die Klima-Diskussion ganz oben auf der Agenda hat. Unter anderem folgende Fragen wollen wir diskutieren: Wie lassen sich soziale Härten bei der Klimapolitik vermeiden? Was bringen Markt-Instrumente? Welche Rolle sollte Ordnungspolitik einnehmen? Welche Herausforderungen ergeben sich hier für die SPD? Ort und Zeit Ort:  „Fly Deck Teerhof“, Teerhof 59, 28199 Bremen Zeit:  03. Mai 2019, 18.00-20.00 Uhr Das sind unsere Podiumsgäste: Svenja Schulze, Bundesumweltministerin Leander Scholz, Schriftsteller und Philosoph aus Berlin Sybille Bauriedl, Professorin an der Europa-Universität Flensburg Begrüßung: Carsten Sieling, Bremer Bürgermeister Moderation: Peter Gerhardt, Geschäftsführer denkhausbremen Weitere Infomationen zum Thema: Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit Leander Scholz: Die SPD braucht eine neue Vorstellung von Gemeinsinn. Rückfragen an Jonas Daldrup  jonas@denkhausbremen.de Peter Gerhardt peter@denkhausbremen.de

Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit

Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit

..….oder warum SPD, Linke und Gewerkschaften bei Klimapolitik ganz vorne mit dabei sein sollten Von Peter Gerhardt Falsche Klimapolitik hat die Kraft, unsere Gesellschaft weiter zu spalten. Richtig gemacht kann sie auch ein Narrativ für mehr Gerechtigkeit und eine gemeinschaftliche Gesellschaft sein. Darum ist es wichtig, dass die politische Linke die Klima-Diskussion ganz oben auf der Agenda hat. Die aktuelle politische Debatte zeigt, dass die Gefahr groß ist, jetzt in die falsche Richtung zu laufen: Vorschläge wie das Klimagas CO2 mit 180 Euro pro Tonne zu besteuern liegen auf dem Tisch und werden durch die aktuelle Klima-Bewegung jetzt noch verstärkt. Eine solche Verbrauchssteuer würde den ärmeren Teil der Bevölkerung unverhältnismäßig hart treffen, der einen relevanten Teil des Monatseinkommens für Heizkosten ausgeben muss. Darum ist es wichtig, bei sozialer Gerechtigkeit nicht nur an faire Löhne oder einen Sozialstaat zu denken, der die fundamentalen Lebensrisiken abgefedert. Guter Klimaschutz berücksichtigt auch die soziale Dimension. So wie bei einer autofreien Innenstadt, von der alle unabhängig vom Geldbeutel was haben. Klimaschutz über den Preis funktioniert nicht Die Grünen sind mit …

Bioökonomie in Finnland: Nachhaltig oder fragwürdig?

Bioökonomie in Finnland: Nachhaltige Wirtschaftswende oder fragwürdige Entwicklung in grünem Deckmäntelchen? Von Moritz Albrecht Die Erwartungen an die Bioökonomie in Finnland müssen aus einem ganz anderem Blickwinkel als zum Beispiel die Erwartungen an die selbige in Deutschland betrachtet werden. Nach wirtschaftlich nicht besonders erfolgreichen Jahren, wird die Bioökonomie in Finnland vielerseits als Heilsbringerin und teilweise als das neue Nokia angepriesen, welche dem Land neuen wirtschaftlichen Aufschwung und grünes Wachstum bringen soll. Zudem ist die Bioökonomie in Finnland hauptsächlich forst-/holzbasiert und soll einer in den letzten Jahren doch eher gebeutelten und mit strukturellen Änderungen kämpfenden Forstwirtschaft wieder zu alter Stärke helfen und sie wieder ins Zentrum der finnischen Wirtschaftskraft bringen. Dazu muss gesagt werden, dass die Forstwirtschaft und ihre Großindustrie (Zellstoff, Papier, Sägewerke) in Finnland, in punkto nationaler Bedeutung und politischer Unterstützung, oder eher in Bezug auf politisches Hofieren relativ gut mit der deutschen Politik und deren freundschaftlichem Umgang mit der deutschen Autoindustrie zu vergleichen sind. Jedenfalls hat sich der Ausdruck Bioökonomie (Biotalous) in den letzten Jahren in Finnland schnell zu einem zentralen Stichwort entwickelt, welches …

Fachkonferenz: Papiersparen – Verpackungen im Fokus

Weit über 60 Konferenzteilnehmer*innen aus China, den USA, Kanada, Europa und der Bundesrepublik waren nach Bremen gekommen, um über Lösungen gegen die Papier- Verpackungsflut zu diskutieren. Eingeladen hatten denkhausbremen und das Environmental Paper Network – gekommen waren Vertreter*innen aus Handel, Logistik, Fachverbänden, Wissenschaft, Eine-Welt-Netzwerken sowie Natur- und Umweltschutz. Der Tagungsort war gut gewählt, denn Deutschland ist beim Pro-Kopf-Verbrauch weltweit vorne mit dabei. Ca.120 kg Papierverpackungen verbrauchen die Bundesbürger*innen jährlich im Durchschnitt – Tendenz steigend. Was also tun gegen die Pakete-Flut von Amazon und Co., vollkommen überflüssige Umverpackungen bei Kosmetika und Lebensmitteln und die Papierverschwendung in Logistik und Handel? Darauf versuchten die Referent*innen Antworten zu geben. Tag 1: Dialog mit Industrie und Handel Daniel Müsgens vom Umweltverband WWF machte deutlich, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Allein die Frage, ob Plastik oder Papier das ökologisch vorteilhaftere Material ist, lasse sich nicht so einfach beantworten. Ähnlich äußerte sich Olaf Dechow von der Otto Group. Für einzelne Kleidungsstücke könne ein Folienbeutel die ökologische Alternative zu einem Pappkarton sein. Otto experimentiere außerdem damit, bereits verpackte Ware möglichst ohne weitere …

Leander Scholz: Die SPD braucht eine neue Vorstellung von Gemeinsinn.

Leander Scholz im Gespräch mit denkhausbremen über die Zukunft der SPD. Leander Scholz lebt als Schriftsteller und Philosoph in Berlin. denkhausbremen: In den 70er Jahren war die Hochzeit der Sozialdemokratie. Ein einfacher Arbeiter konnte sich einen Neuwagen erwirtschaften, das Bruttosozialprodukt stieg ständig und die Länder des globalen Südens wurden nur als Rohstofflieferanten wahrgenommen. Funktioniert Sozialdemokratie nur unter bestimmten Voraussetzungen? Leander Scholz: In den 70er Jahren gab es sicherlich bestimmte Faktoren, die eine ökonomische Inklusion breiter Bevölkerungsschichten leichter gemacht haben. Als Folge davon gab es eine Bildungsexpansion – auch Kinder aus Arbeiterfamilien konnten auf einmal studieren. Dieser Wohlstand basierte natürlich auch auf ausgeblendeten Faktoren. Das war eigentlich auch damals schon klar; der Bericht des Club Of Rome (“Die Grenzen des Wachstums“ von 1972) lag schon vor, und das ökologische Desaster hatte sich bereits abgezeichnet. Die Bedingungen zum Aufbau des damaligen Sozialstaates sind daher heute so nicht wiederholbar. Man muss den Gemeinsinn der 70er mit seiner breiten Inklusion für die heutige Zeit weiterentwickeln. Wie stellen Sie sich das vor? Die Hauptschwierigkeit ist heute, dass die Gesellschaft insgesamt viel …