Autor: peter

Podiums-Diskussion zur Bürgerschaftswahl 2019: Landwirtschaft, Ernährung und Klimaschutz

Gemeinsam mit Bürger*innen und hochkarätigen Podiumsgästen möchte denkhausbremen die Themen, Landwirtschaft, Ernährung und Klima-schutz beleuchten und diskutieren. • Welche Handlungsmöglichkeiten hat und nutzt Bremen beim Thema Ernährung? • Wie sollte in Bremen eine nachhaltige Landwirtschaft aussehen? • Welche Initiativen sind in der nächsten Legislaturperiode zu erwarten? • Wie gelingt eine mögliche Ernährungswende nachhaltig und sozial gerecht? Veranstaltungsort und Zeit: KlimaWerkStadt, Westerstraße 58, 28199 Bremen 25. April 2019, 19.30 – 21.00 Uhr Diese Diskussion ist eine Kooperation mit der KlimaWerkStadt. Die Podiumsgäste in alphabetischer Reihenfolge: Claudia Bernhard, Sprecherin für Verbraucher*innenschutz Bürgerschaftsfraktion Die Linke Frank Imhoff, Vizepräsident der Bürgerschaft und landwirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Jan Saffe, ernährungspolitischer Sprecher der Grünen- Bürgerschaftsfraktion Björn Tschöpe, Vorsitzender der SPD- Bürgerschaftsfraktion Moderation: Peter Gerhardt, denkhausbremen Einladung als pdf zum download: Hier herunterladen

03. Mai 2019: Diskussion mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Einladung zur Podiumsdiskussion: „Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit“ Falsche Klima-und Umweltpolitik hat die Kraft, unsere Gesellschaft weiter zu spalten. Richtig gemacht kann sie auch ein Narrativ für mehr Gerechtigkeit und eine gemeinschaftliche Gesellschaft sein. Darum ist es wichtig, dass die politische Linke die Klima-Diskussion ganz oben auf der Agenda hat. Unter anderem folgende Fragen wollen wir diskutieren: Wie lassen sich soziale Härten bei der Klimapolitik vermeiden? Was bringen Markt-Instrumente? Welche Rolle sollte Ordnungspolitik einnehmen? Welche Herausforderungen ergeben sich hier für die SPD? Ort und Zeit Ort:  „Fly Deck Teerhof“, Teerhof 59, 28199 Bremen Zeit:  03. Mai 2019, 18.00-20.00 Uhr Das sind unsere Podiumsgäste: Svenja Schulze, Bundesumweltministerin Leander Scholz, Schriftsteller und Philosoph aus Berlin Sybille Bauriedl, Professorin an der Europa-Universität Flensburg Begrüßung: Carsten Sieling, Bremer Bürgermeister Moderation: Peter Gerhardt, Geschäftsführer denkhausbremen Weitere Infomationen zum Thema: Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit Leander Scholz: Die SPD braucht eine neue Vorstellung von Gemeinsinn. Rückfragen an Jonas Daldrup  jonas@denkhausbremen.de Peter Gerhardt peter@denkhausbremen.de

Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit

Klimapolitik für soziale Gerechtigkeit

..….oder warum SPD, Linke und Gewerkschaften bei Klimapolitik ganz vorne mit dabei sein sollten Von Peter Gerhardt Falsche Klimapolitik hat die Kraft, unsere Gesellschaft weiter zu spalten. Richtig gemacht kann sie auch ein Narrativ für mehr Gerechtigkeit und eine gemeinschaftliche Gesellschaft sein. Darum ist es wichtig, dass die politische Linke die Klima-Diskussion ganz oben auf der Agenda hat. Die aktuelle politische Debatte zeigt, dass die Gefahr groß ist, jetzt in die falsche Richtung zu laufen: Vorschläge wie das Klimagas CO2 mit 180 Euro pro Tonne zu besteuern liegen auf dem Tisch und werden durch die aktuelle Klima-Bewegung jetzt noch verstärkt. Eine solche Verbrauchssteuer würde den ärmeren Teil der Bevölkerung unverhältnismäßig hart treffen, der einen relevanten Teil des Monatseinkommens für Heizkosten ausgeben muss. Darum ist es wichtig, bei sozialer Gerechtigkeit nicht nur an faire Löhne oder einen Sozialstaat zu denken, der die fundamentalen Lebensrisiken abgefedert. Guter Klimaschutz berücksichtigt auch die soziale Dimension. So wie bei einer autofreien Innenstadt, von der alle unabhängig vom Geldbeutel was haben. Klimaschutz über den Preis funktioniert nicht Die Grünen sind mit …

Bioökonomie in Finnland: Nachhaltig oder fragwürdig?

Bioökonomie in Finnland: Nachhaltige Wirtschaftswende oder fragwürdige Entwicklung in grünem Deckmäntelchen? Von Moritz Albrecht Die Erwartungen an die Bioökonomie in Finnland müssen aus einem ganz anderem Blickwinkel als zum Beispiel die Erwartungen an die selbige in Deutschland betrachtet werden. Nach wirtschaftlich nicht besonders erfolgreichen Jahren, wird die Bioökonomie in Finnland vielerseits als Heilsbringerin und teilweise als das neue Nokia angepriesen, welche dem Land neuen wirtschaftlichen Aufschwung und grünes Wachstum bringen soll. Zudem ist die Bioökonomie in Finnland hauptsächlich forst-/holzbasiert und soll einer in den letzten Jahren doch eher gebeutelten und mit strukturellen Änderungen kämpfenden Forstwirtschaft wieder zu alter Stärke helfen und sie wieder ins Zentrum der finnischen Wirtschaftskraft bringen. Dazu muss gesagt werden, dass die Forstwirtschaft und ihre Großindustrie (Zellstoff, Papier, Sägewerke) in Finnland, in punkto nationaler Bedeutung und politischer Unterstützung, oder eher in Bezug auf politisches Hofieren relativ gut mit der deutschen Politik und deren freundschaftlichem Umgang mit der deutschen Autoindustrie zu vergleichen sind. Jedenfalls hat sich der Ausdruck Bioökonomie (Biotalous) in den letzten Jahren in Finnland schnell zu einem zentralen Stichwort entwickelt, welches …

Fachkonferenz: Papiersparen – Verpackungen im Fokus

Weit über 60 Konferenzteilnehmer*innen aus China, den USA, Kanada, Europa und der Bundesrepublik waren nach Bremen gekommen, um über Lösungen gegen die Papier- Verpackungsflut zu diskutieren. Eingeladen hatten denkhausbremen und das Environmental Paper Network – gekommen waren Vertreter*innen aus Handel, Logistik, Fachverbänden, Wissenschaft, Eine-Welt-Netzwerken sowie Natur- und Umweltschutz. Der Tagungsort war gut gewählt, denn Deutschland ist beim Pro-Kopf-Verbrauch weltweit vorne mit dabei. Ca.120 kg Papierverpackungen verbrauchen die Bundesbürger*innen jährlich im Durchschnitt – Tendenz steigend. Was also tun gegen die Pakete-Flut von Amazon und Co., vollkommen überflüssige Umverpackungen bei Kosmetika und Lebensmitteln und die Papierverschwendung in Logistik und Handel? Darauf versuchten die Referent*innen Antworten zu geben. Tag 1: Dialog mit Industrie und Handel Daniel Müsgens vom Umweltverband WWF machte deutlich, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Allein die Frage, ob Plastik oder Papier das ökologisch vorteilhaftere Material ist, lasse sich nicht so einfach beantworten. Ähnlich äußerte sich Olaf Dechow von der Otto Group. Für einzelne Kleidungsstücke könne ein Folienbeutel die ökologische Alternative zu einem Pappkarton sein. Otto experimentiere außerdem damit, bereits verpackte Ware möglichst ohne weitere …

Leander Scholz: Die SPD braucht eine neue Vorstellung von Gemeinsinn.

Leander Scholz im Gespräch mit denkhausbremen über die Zukunft der SPD. Leander Scholz lebt als Schriftsteller und Philosoph in Berlin. denkhausbremen: In den 70er Jahren war die Hochzeit der Sozialdemokratie. Ein einfacher Arbeiter konnte sich einen Neuwagen erwirtschaften, das Bruttosozialprodukt stieg ständig und die Länder des globalen Südens wurden nur als Rohstofflieferanten wahrgenommen. Funktioniert Sozialdemokratie nur unter bestimmten Voraussetzungen? Leander Scholz: In den 70er Jahren gab es sicherlich bestimmte Faktoren, die eine ökonomische Inklusion breiter Bevölkerungsschichten leichter gemacht haben. Als Folge davon gab es eine Bildungsexpansion – auch Kinder aus Arbeiterfamilien konnten auf einmal studieren. Dieser Wohlstand basierte natürlich auch auf ausgeblendeten Faktoren. Das war eigentlich auch damals schon klar; der Bericht des Club Of Rome (“Die Grenzen des Wachstums“ von 1972) lag schon vor, und das ökologische Desaster hatte sich bereits abgezeichnet. Die Bedingungen zum Aufbau des damaligen Sozialstaates sind daher heute so nicht wiederholbar. Man muss den Gemeinsinn der 70er mit seiner breiten Inklusion für die heutige Zeit weiterentwickeln. Wie stellen Sie sich das vor? Die Hauptschwierigkeit ist heute, dass die Gesellschaft insgesamt viel …

Waldzerstörung für Papier in den Fokus rücken

Gast Beitrag von Sini Eräjää (aus dem Englischen) Während die Aufmerksamkeit zu Recht auf Palmöl, Soja und andere Agrarrohstoffe als Ursachen für weltweite Waldzerstörung gerichtet sind, bleiben viele Problem unter dem Radar der Öffentlichkeit. So sind  Papierprodukte für einen massiven industriellen Holzeinschlag und die weltweite Ausbreitung von Monokultur-Holzplantagen verantwortlich. Millionen Hektar Wald werden in artenarme Baumwüsten umgewandelt, um Zellstoff zu produzieren. Während immer mehr Wälder für die Herstellung von Konsumgütern wie Palmöl, Soja und Rindfleisch zerstört werden, rücken die Ursachen der weltweiten Waldvernichtung zunehmend ins Bewusstsein von Entscheidungsträgern. Es ist zu hoffen, dass die Bemühungen zur Problemlösung im Zentrum des kommenden EU-Aktionsplans gegen Entwaldung stehen werden. Weniger wahrgenommen wird die Gefährdung, die von der Degradierung von Wäldern und dem damit verbundenen Waldverlust ausgehen. Global Forest Watch hat versucht, Ausmaß und Auswirkungen dieser Art von Waldverlust deutlich zu machen. Dabei hat sich herausgestellt, dass  2017 fast 30 Millionen Hektar Wald verloren gegangen sind  – eine Fläche von der Größe Italiens. Eine frühere Analyse zeigt, dass etwa 27 Prozent des Waldverlustes durch dauerhafte Abholzung geschieht, die große …

Bioökonomie: Industrialisierungs-Turbo für die Landwirtschaft

Umwelt- und Entwicklungsverbände veröffentlichen Erklärung zur Bioökonomie Die Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung birgt das Potential, Menschen- und Sozialrechte weiter auszuhöhlen und die Umweltzerstörung zu beschleunigen. Darauf weisen führende Umwelt- und Entwicklungsverbände zum Beginn der Grünen Woche in Berlin in einer gemeinsamen Erklärung hin. Bioökonomie wird nur dann zukunftsfähig sein, wenn sie mit einer sozial-ökologischen Transformation einhergeht. Dazu müsse der Rohstoffverbrauch dramatisch gesenkt werden, so die Verbände. Mithilfe der sogenannten Bioökonomie soll unsere erdöllastige, klimaschädliche Wirtschaft künftig vor allem auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und somit “grüner” werden. Politik und Wirtschaft wollen jedoch wenig an den eigentlichen Strukturen unserer problematischen Produktionsweise ändern. Die Grüne Woche ist die international größte Agrarmesse. Hierbei spielt der Bioökonomie-Ansatz hintergründig eine große Rolle, denn die nachwachsenden Rohstoffe sollen vor allem durch die Land- und Forstwirtschaft produziert werden. Schon heute trägt die industrialisierte Landwirtschaft zum Verlust von Artenvielfalt und Klimawandel bei. Wenn in Zukunft Land- und Forstwirtschaft zusätzliche Biomasse für neue Geschäftsfelder der Industrie produzieren, geraten Ökosysteme weiter unter Druck. Darüber hinaus verschärfen sich auch soziale Konflikte im globalen Süden. Die Erklärung ist insbesondere …

Hans-Jürgen Thies, CDU: Rohstoffimporte für Bioökonomie vermeiden

Hans-Jürgen Thies im Gespräch mit denkhausbremen. Hans-Jürgen Thies ist für die CDU im Deutschen Bundestag und ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.  denkhausbremen: Was verbinden Sie mit Bioökonomie? Hans-Jürgen Thies: Global denken, lokal handeln. Es ist zwar schon ein bisschen abgedroschen, hat aber an Gültigkeit nichts verloren. Wir müssen als hochentwickeltes Land eine Vorreiterrolle bei der Bioökonomie spielen. Wir haben durchaus viele Ressourcen im wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich, um neue Wege anzugehen. Daher kommt uns eine besondere Verantwortung zu. Als hochentwickelte Industrienation verbrauchen wir natürlich auch mehr Ressourcen als Länder, die sich noch in der Entwicklung befinden. Darüber hinaus müssen wir konkrete Ziele definieren, damit wir wissen, welche Wege wir einschlagen müssen. Nennen Sie doch mal ein konkretes Ziel als Beispiel… Es ist zwar banal, aber wir müssen erreichen, dass das Leben auf unserer Erde auch noch in 100 oder 200 Jahren für die Menschen lebenswert ist. Weitere Zeitsprünge auf 500 oder 1.000 Jahre wage ich nicht zu beschreiten. Ich komme selbst aus der Landwirtschaft, habe hier Jahrzehnte Erfahrung und weiss, dass es in Land- und …

Harald Ebner, Grüne: Lobbymacht der Wirtschaft bei Bioökonomie ausgleichen

Harald Ebner im Gespräch mit denkhausbremen. Ebner ist seit 2011 für Bündnis 90/Die Grünen Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecher seiner Fraktion für Bioökonomie-, Gentechnik- und Waldpolitik. denkhausbremen: Wie schätzen Sie die aktuelle Diskussion zum Thema Bioökonomie ein? Harald Ebner: Es gibt gar nicht so viele Leute, die sich damit auskennen. Das fängt schon mit der Frage an: Was ist überhaupt Bioökonomie? Ich sage dann immer: Alles was mit biobasierter Wirtschaft zu tun hat. Das ist ein sehr weiter Oberbegriff, der schnell zu Missverständnissen führen kann. Eröffnet die Bioökonomie-Debatte eher Chancen oder überwiegen die Risiken? Jede Interessengruppe nutzt einen unklaren Begriff wie Bioökonomie für ihr Anliegen, Forschungsmodell oder wirtschaftliches Geschäftsmodell. Egal, über welchen Teil von Bioökonomie ich mich unterhalte, im Zentrum steht doch, dass wir unsere Wirtschaft auf die postfossile Zeit vorbereiten müssen. Wir müssen Bioökonomie unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betreiben, nur dann ergibt sie Sinn. Was verstehen Sie konkret unter Nachhaltigkeit? Bioökonomie heißt, dass ich in einer biobasierten Wirtschaft alle Rohstoffe und Energie mit biologischen Prozessen zur Verfügung stelle. Das hängt mit Anbau- und …