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Grün, grün, grün sind alle meine Kleider

„Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ – das alte Volkslied konnte nicht ahnen, dass sich mit dieser Farbe einmal gute Geschäfte machen lassen. Stellt ein Unternehmen fest, dass für seine Produkte irgendwo die Umwelt im Globalen Süden leidet oder Menschenrechte verletzt werden, gibt es zwei Wege damit umzugehen: die Probleme abstellen und öffentlich darüber reden – das ist eine hilfreiche Orientierung für den Einkaufskorb. Oder die Probleme lassen, wo sie sind, und nur das Reden darüber grün färben. Für Letzteres gibt es einen Namen: Greenwashing. Um genau diesen Unterschied ging es bei der Konferenz „Faire Geschäfte oder leere Versprechen?“ am 16. Juni 2026 im Bremer Güterbahnhof, veranstaltet von denkhausbremen gemeinsam mit der Hochschule Bremen, dem Netzwerk bremen.global, dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung sowie der Kampagne für Saubere Kleidung. Der Güterbahnhof, ein altes Industrieareal, heute Ort für Kunst und Kultur, war Bühne für Debatte, auch für Streit in der Sache, aber auch für verschiedene Perspektiven auf ein vielschichtiges Thema. Den Anfang machte die Politik: Staatsrat Kai Stührenberg schilderte, wie in der Seefahrt Arbeitnehmerrechte …

European NGOs Discuss the Future of the Bioeconomy

In a session at the Forest Movement Europe (FME) meeting in Finland from 4–7 May 2026, around 40 campaigners from forest NGOs across Europe continued their exchange on the potential impacts of, and possible entry points for NGO engagement within, the forthcoming EU Bioeconomy Strategy. Building on discussions from an online workshop in April, and with the aim of bridging the gap between abstract bioeconomy strategies and concrete political and economic realities, participants focused on identifying constructive approaches to engaging in the bioeconomy debate from a forest protection perspective. Working in smaller groups, they explored possible sustainable sources of income that could work at scale for people living in forested areas. The discussions highlighted both the opportunities and the challenges of developing rural economic models that are ecologically sustainable and socially viable. In the second part of the session, several speakers reflected on forest-related strategies within a bioeconomy that could support more sustainable wood use and forest management. Karin Nutti Pilflykt from the Saami Council spoke about Saami traditions, noting that the principle is to …

Einig im Schatten der Stadtbäume

Es gibt politische Abende, an denen man sich wundert, dass die Demokratie überhaupt angezählt ist. Regierung, Opposition und Aktivismus saßen beieinander an diesem 16. April, diskutierten in der Sache, und auch die Bürgerinnen und Bürger, die mit großem Engagement mitgemacht haben, kamen zu Wort. Am Ende war es einer jener Abende, nach denen man das Gefühl hat, dass alle ein bisschen klüger nach Hause gegangen sind als sie gekommen waren. Das ist, in diesen Zeiten, keine Kleinigkeit. Henrike Müller, einflussreiche Grüne und als Umweltsenatorin oberste Umweltschützerin der Regierung, Martin Michalik als stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft, und Heinrich Strößenreuther, Berliner Aktivist und einer der erfolgreichsten Campaigner der Republik – das Dreigestirn auf dem Podium hätte unter anderen Vorzeichen ein klassisches Anschauungsbeispiel für politische Verhärtung abgeben können. Stattdessen: Einigkeit. Stadtbäume sind wichtig. Das Klima braucht sie. Die Menschen auch. Wer wollte da widersprechen? Strößenreuther, der in Berlin bereits den Fahrradentscheid erfolgreich durch die Instanzen gebracht hatte, brachte den Berliner Baumentscheid als mögliche Blaupause für Bremen ins Spiel. Man könnte es Hauptstadtimport nennen, oder einfach: das Rad …

Umweltbewegung im Miteinander: Demokratisch. Fair. Wirksam.

Diskussionspapier von denkhausbremen: Warum es sich gerade jetzt für die Umweltverbände lohnen könnte, mit neuen Strategien an alte Erfolge anzuknüpfen Wie bleibt die Umweltbewegung in rauen Zeiten relevant? Hier geht es zum Diskussionspapier von denkhausbremen auf diese Herausforderung. Den Inhalt haben wir uns nicht aus den Fingern gesogen – hier kommen die Meinungen von Menschen zur Geltung, die bisher wenig mit Ökoverbänden zu tun hatten. Dafür haben wir zu Veranstaltungen in Gasthöfen, Dorfgemeinschaftshäusern und Klassenzimmern eingeladen. Außerdem haben wir zahlreiche Kolleg:innen aus den Umweltverbänden in Einzelinterviews befragt. Und natürlich sind wir selbst schon lange Teil der Bewegung. Das vorliegende Papier ist ein Mix aus alledem. Wir danken unseren Gesprächspartner:innen für die offenen Worte und die großartigen Gedanken. Das hat uns Freude gemacht und inspiriert. Wir würden uns freuen, wenn euch das beim Lesen auch so geht. Wie ihr feststellen werdet: Vieles ist nicht vollkommen neu – aber es gibt konkrete Anhaltspunkte, in welche Richtung in Zukunft weiter gedacht und gemacht werden könnte. Dennoch haben wir im Moment eher viele Fragen. Die Antworten dazu möchten wir …

TFFF: Grünes Geld für den Tropenwald?

Von Marlen Jirschitzka Die Tropical Forest Forever Facility (TFFF) wurde im Zuge der letzten Klimakonferenz als innovativer Durchbruch in Sachen Regenwaldschutz gefeiert. Bei Tageslicht besehen reiht sich das Konzept allerdings ein in erfolglose Versuche des marktbasierten Umweltschutzes. Mit diesem Beitrag zeigen wir auf, warum Waldschutz durch Finanzmarktrenditen keine gute Idee ist. Dr. Johannes Jäger, VWL-Professor aus Wien, hat uns dabei mit seiner finanzwissenschaftlichen Expertise unterstützt. Tropenwälder sind in ihrer Bedeutung für das Leben auf der Erde kaum zu überschätzen: Sie sind Lebensraum einer atemberaubenden Vielfalt von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, sie stabilisieren das Klima und regulieren den Wasserhaushalt der gesamten Erde. Nicht zuletzt sind sie seit Tausenden von Jahren Heimat von Menschen, die in, von und mit ihnen leben. Daher ist es ein dringendes Gebot der Stunde, die seit Jahrzehnten andauernde Vernichtung von Tropenwäldern zu stoppen. Auf der letzten Klimakonferenz COP30 in Belèm, Brasilien, hat ein Konzept für Aufsehen gesorgt, das diese Aufgabe mit Hilfe des Finanzmarkts erfüllen soll: die Tropical Forest Forever Facility, kurz TFFF. Ein Konzept, das polarisiert Kerngedanke der TFFF ist es, …

Stadtbäume: Klimaretter mit kurzer Lebenserwartung

Wenn ein Baum es sich aussuchen könnte, würde er sich wahrscheinlich nicht ausgerechnet den Straßenrand einer vielbefahrenen Straße in der Stadt als Heimat aussuchen. Aber Stadtbäume werden bekanntlich nicht gefragt und deshalb sollte sich die Stadtgesellschaft besonders gut um ihre grünen Freunde kümmern. So oder so ähnlich ließe sich die nicht ganz wissenschaftliche Quintessenz der Diskussionsveranstaltung „Stadtbäume in der Klimakrise“ im Haus der Wissenschaft zusammenfassen. Organisiert wurde sie von denkhausbremen in Kooperation mit dem BUND Bremen. Weit über 100 Besucherinnen und Besucher kamen am Dienstagabend, 2. September, zusammen, um sich unter der Moderation von Peter Gerhardt (denkhausbremen) mit zwei Fachvorträgen und einer anschließenden Debatte auseinanderzusetzen. Die große Resonanz zeigt, wie sehr Bäume die Herzen der Menschen bewegen – und das zurecht. Zum Auftakt führten Jonas Daldrup (denkhausbremen) und Katharina Fuchs (BUND Bremen) ins Thema ein, bevor Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf eine politische Einordnung vornahm. Anschließend hielten die renommierte Stadtbaum-Expertin Susanne Böll, die unter anderem das Forschungsprojekt „Stadtgrün 2021“ verantwortet hat, sowie Iris Bryson, Projektleiterin des Handlungskonzepts Stadtbäume für die Stadt Bremen, ihre Fachvorträge. In der anschließenden …

Ein Nachmittag für die Artenvielfalt

Am 16. August war denkhausbremen gemeinsam mit weiteren Initiativen und Organisationen beim Nachmittag der Artenvielfalt im Bremer Neustadtspark vertreten. Auf Einladung der Werkstatt Grünes Bremen – einem Format des Bremer Umweltbetriebs – konnten wir dort unsere Arbeit zum Thema Stadtbäume und Klimaschutz in Bremen präsentieren und mit vielen Menschen ins Gespräch kommen. Gerade die jüngeren Besucherinnen und Besucher spielten mit großer Begeisterung und viel Interesse unser Baumarten-Memory, bei dem sie die Blätter häufiger heimischer Baumarten den passenden Bäumen zuordneten. Auf spielerische Weise konnten wir so Wissen zu den verschiedenen Arten und zu den wichtigen Funktionen von Stadtbäumen gerade angesichts der Klimakrise vermitteln. Es hat viel Spaß gemacht! Foto im Text: Umweltbetrieb Bremen

Die Widersprüche der Bioökonomie

Ein Gastbeitrag von Ingrid Jacobsen, Josephine Koch und Stig Tanzmann Das Konzept der Bioökonomie steht vor fundamentalen Widersprüchen Die internationale Bioökonomie-Politik braucht eine Wende Die Auswirkungen der Erderwärmung auf das Weltklima werden immer offensichtlicher. Die Menschheit muss sich aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern befreien, denn deren Verbrennung ist die Hauptursache des Klimawandels, der wiederum massiv das Artensterben beschleunigt. Das gilt für die Energieversorgung genauso wie für den Ersatz von Plastik und anderen erdölbasierten Materialien. Unsere Ökonomie soll daher in großen Teilen auf „Bio“ umgestellt werden, das heißt, nachwachsende statt fossile Rohstoffe zu nutzen. Gleichzeitig soll durch die Bioökonomie die Hungerkrise entschärft und Ernährungssicherheit weltweit erreicht werden. Das hört sich gut an, und tatsächlich birgt die Bioökonomie im Kern große Potentiale. Die Herausforderungen, vor denen das Konzept Bioökonomie steht, haben allerdings noch zugenommen, seitdem es vor 10 Jahren prominent auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) verhandelt wurde. So ist das Ziel, bis 2030 eine Welt ohne Hunger zu erreichen, in weite Ferne gerückt. Nach Erfolgen in der Hungerbekämpfung steigt die Anzahl der …

Building a Better Bioeconomy

Neuausrichtung der EU-Bioökonomiestrategie: Für eine ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft Ende 2025 wird die Europäische Union ihre überarbeitete Bioökonomiestrategie vorstellen – ein Schritt mit weitreichenden Folgen für ländliche Räume, Unternehmen, den Klimaschutz und die Wälder Europas und weltweit. Während derzeit eine öffentliche Konsultation zu diesem Thema läuft, haben denkhausbremen und sein Projektpartner Fern im Rahmen eines von der Europäischen Umweltschutzinitiative (EURENI) geförderten Projekts am 12. Juni 2025 die hochkarätig besetzte Veranstaltung “Building a Better Bioeconomy” im Europäischen Parlament organisiert. Gastgeber:innen der Veranstaltung waren die Europaabgeordneten Maria Ohisalo (Grüne/EFA) und Michal Wiezik (Renew), unterstützt von BirdLife Europe, Oxfam und dem European Environmental Bureau. Das Treffen vereinte über 50 Teilnehmer:innen aus ländlichen Gemeinden, der Wirtschaft, Forstwirtschaft und Zivilgesellschaft verschiedener europäischer Länder mit Vertreter:innen der EU-Kommission und des Europäischen Parlaments. Das Ziel: Die neue Strategie soll den Weg für eine ökologisch und sozial tragfähige Bioökonomie ebnen. In den Diskussionen wurde schnell deutlich: Die global verfügbare Biomasse ist begrenzt – und wird bereits heute übermäßig genutzt. Dies zeigen etwa die Überschreitungen planetarer Belastungsgrenzen, insbesondere im Bereich der Biodiversität, sowie …

CSOs call for a future-proof EU Bioeconomy Strategy

Bremen, Brüssel – 12. Juni 2025 Positionspapier als PDF hier herunterladen! 60 zivilgesellschaftliche Organisationen fordern in einem heute veröffentlichten Positionspapier eine grundlegende Neuausrichtung der EU-Bioökonomie-Strategie: Die Bioökonomie der Zukunft muss ökologisch tragfähig und sozial gerecht sein. Die Organisationen kritisieren, dass die derzeitige Bioökonomiepolitik ein überholtes Wirtschaftsmodell fortschreibt, das auf Übernutzung und Verschwendung (etwa durch die Energieerzeung aus Biomasse) basiert. Ein echter Wandel erfordert einen konsequenten Bruch mit dieser Logik. Großflächige Biomasseimporte aus dem globalen Süden sind dabei keine verantwortbare Option. Auch Rest- und Abfallstoffe können den Rohstoffbedarf künftiger Wirtschaftsmodelle bei weitem nicht decken. Eine zukunftsfähige Bioökonomie muss daher vor allem den Ressourcenverbrauch insgesamt drastisch reduzieren. Initiiert wurde das Statement von denkhausbremen, Oxfam, Fern, EPN, Ecodes und vielen weiteren Organisationen, die sich für eine verantwortungsvolle Bioökonomie in Europa engagieren. CSOs call for a future-proof EU Bioeconomy Strategy In light of the revision of the EU Bioeconomy Strategy, civil society organizations are calling for a future bioeconomy that is socially just, ecologically sustainable and economically efficient. There is no doubt that an economy primarily based on fossil …