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“Demokratie ist überbewertet”

„Sagen, was man denkt, ist manchmal die größte Torheit und manchmal – die größte Kunst.“

Hätte sich die FAZ-Redaktion mal an den ersten Teil dieses Zitats von Marie Freifrau Ebner von Eschenbach gehalten.

“Demokratie ist überbewertet”, mit dieser markigen Überschrift rechnet das Zentralorgan der selbst ernannten Leistungsträger mit den Gegnern des Freihandelsabkommens TTIP ab. Der Redakteur gibt auch gleich noch ein paar anschauliche Beispiele, wo die Feinde des Rechtsstaats zu verorten sind. Bei Verbraucherschützern und Umweltaktivisten.

Nun gut könnte man sagen – es gibt Wichtigeres zu tun, als sich an einer Zeitung abzuarbeiten, deren Auflage sich im Sinkflug befindet. Selbst die sogenannten “Top-Entscheider”, denen die FAZ nach dem Mund schreibt, werden wohl immer älter, debiler und gebrechlicher. Aber lassen wir das, denn wir haben es hier mit einem Glücksfall zu tun.

Nur dadurch, dass die Endredaktion der FAZ vermutlich gerade damit beschäftigt war, auf die Staatspleite von Bangladesh oder Ernteausfälle in der Sahelzone zu wetten, kommt die Gedankenwelt einer ganzen Kaste ungefiltert ans Licht: Internationale Investoren brauchen keine Demokratie, Menschenrechte und Teilhabe für den Schutz ihres Privateigentums.

Weitere Vorschläge für zukünftige Torheiten der FAZ: “Pressefreiheit ist überbewertet”, “Menschenrechte verhindern Investorenschutz” oder “die Märkte verlangen nach einem Menschenopfer“.

 

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