Autor: michael.gerhardt

Statement Finanzsenatorin Karoline Linnert: Beim Papiersparen Vorbild sein

„Auch in Zeiten digitaler Medien ist der Papierverbrauch in Deutschland hoch. Jedes Jahr werden in Deutschland 20 Millionen Tonnen Papier verbraucht, das sind 250 kg pro Bürgerin und Bürger. Für uns in Bremen spielt der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Papier eine wichtige Rolle. Zwar hat die Bremer Kernverwaltung im Jahr 2015 insgesamt 58.829.500 Blätter Din A4-Papier verbraucht. Über 90 Prozent davon bestand aber immerhin aus Recyclingpapier. Auch die Bremer Schulen haben zu über 90 Prozent Recyclingpapier genutzt. Als Finanzsenatorin bin ich für die Beschaffung der öffentlichen Hand zuständig. Mir liegt sehr am Herzen, dass wir in der öffentlichen Verwaltung möglichst nachhaltig wirtschaften und unsere natürlichen Ressourcen schonen. Deshalb spielt das Thema Recycling-Papier für mich eine wichtige Rolle. Die Initiative Pro Recyclingpapier hat festgestellt, dass Bremen – bei einem Gesamtverbrauch von gut 110 Millionen Blättern Papier in der Bremer Verwaltung, den Schulen und allen Hausdruckereien im Jahr 2015 – durch den Einsatz von Recyclingpapier (rund 100 Mio. DIN A4-Blätter, also gut 90 Prozent) im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 16 Millionen Liter Wasser und ungefähr 3,3 …

Statement Maike Schaefer, Fraktionsvorsitzende der Bremer Grünen

„Weniger Papierverbrauch schont weltweit Wälder und schützt das Klima. Wir machen das als Parlament, weil die Umwelt dabei gewinnt. Aber eigentlich können das alle: Ob papierloses Büro, doppelseitiges Ausdrucken, Verzicht auf Werbeflut im Briefkasten oder der Mehrweg- statt Pappbecher beim ‚Coffee to go‘ – Papiersparen kann so einfach sein.“

Papierverbrauch aktuell

In Deutschland verbraucht jede Bürgerin und jeder Bürger jährlich im Schnitt knapp 250 kg Papier. Der Verbrauch ist bis in die 2000er Jahre angestiegen und stagniert seitdem auf hohem Niveau. Demnach verbraucht das Bundesland Bremen statistisch gesehen jährlich 137.500 Tonnen Papier. Weltweit lag der Verbrauch zuletzt bei knapp 60 kg pro Person – Tendenz steigend. Zur Abdeckung menschlicher Grundbedürfnisse (Bildung, Kommunikation, Hygiene) wurde vom Worldwatch Institute ein jährlicher Papierbedarf von 30 bis 40 kg pro Person veranschlagt. Die Mehrheit der Weltbevölkerung hat jedoch nur die Hälfte dieser Menge zur Verfügung. Die ungleiche Verteilung macht deutlich, dass wohlhabende Länder wie Deutschland in besonderer Verantwortung sind, ihren Papierverbrauch zu senken. Denn die Herstellung von Papier stößt an ökologische Grenzen, Wälder geraten zunehmend unter Druck. Der Papierverbrauch ist damit ein prägnantes Beispiel für einen nicht zukunftsfähigen Konsum und die ungerechte Verteilung globaler Ressourcen. Bislang stand vor allem die Verwendung von Recyclingpapier im Fokus der Bemühungen von Umwelt- und Ressourcenschutz. Hier konnten bemerkenswerte Erfolge erzielt werden. So liegt die Recycling-Quote der öffentlichen Verwaltung Bremens (ohne Schulen) laut Papieratlas seit Jahren …

Folgen der Papierherstellung

Papier ist im modernen Alltag allgegenwärtig. Im Drucker des Büros, als Zeitschrift in Hochglanz, die Kartonverpackung der letzten Online-Bestellung, der ‚Coffee to go‘: Papier ist überall. Warum das ein Thema ist? Papierherstellung vernichtet Wälder. Der wesentliche Rohstoff zur Herstellung von Papier ist Zellstoff, der aus dem Holz von Bäumen gelöst wird. In Deutschland werden fast 80 % des Zellstoffs für die Papierproduktion importiert. Um Frisch- bzw. Primärfasern zu gewinnen, werden täglich riesige Mengen von Bäumen gefällt. Nach Schätzungen landet jeder fünfte gefällte Baum überhaupt in der Papierindustrie. Dadurch geraten Wälder weltweit unter Druck. Wertvolle Ökosysteme, darunter die verbleibenden Urwälder dieser Erde, sind von Rodungen bedroht. Schnell wachsende Baumarten werden in Monokulturen angepflanzt, die immer größere Flächen einnehmen. Das Nachsehen hat die biologische Vielfalt. Unzählige Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum vernichtet wird. Auch die Menschen vor Ort leiden unter einer Expansion der industriellen Forstwirtschaft. In Südamerika vertreiben Zellstoffkonzerne die Bevölkerung von ihren Agrarflächen, um neue Plantagen anzulegen. Papierherstellung verbraucht Chemikalien und Wasser. Um den Zellstoff aus dem Holz zu lösen, werden Hackschnitzel …

Im kritischen Agrarbericht 2017: Kahlschlag für Stromkonzerne

Holz ist seit Menschengedenken ein wichtiger Energieträger. In kleinem Maßstab und auf lokaler Ebene kann das ein sinnvolles Geben und Nehmen mit der Natur sein. Jetzt haben Konzerne wie E.ON und RWE den Wald als Energiequelle ins Visier genommen und packen die Motorsäge aus. In der Folge werden artenreiche Waldökosysteme zu industriellen Baummonokulturen degradiert oder ganze Flächen kahlgeschlagen. Für diesen Raubbau werden die Stromriesen auch noch mit öffentlichen Mitteln subventioniert, weil die EU falsche Klimaschutzregeln aufgestellt hat. Der Holzhunger der Konzerne macht deutlich, wie unsere wachstumsfixierte Wirtschaft die globalen Ökosysteme auf Dauer erschöpft… hier den gesamten Artikel lesen Der Kritische Agrarbericht im Internet: hier klicken

Geplante Holzfeuerung für E.ON-Kraftwerk bedroht Wälder

Presseerklärung zu offenen Brief von denkhausbremen, Biofuelwatch und SOS Forêt du Sud vom 30. Juni 2016 Gemeinsam mit über 20 internationalen Umweltschutz-Organisationen fordert denkhausbremen in einem offenen Brief den Energiekonzern E.ON dazu auf, von der geplanten Holzfeuerung für das französische Kraftwerk Provence abzusehen. Die dafür jährlich benötigten Holzmengen von über 800.000 Tonnen für Block 4 des Kraftwerkes in Gardanne stellen eine große Gefahr für die Umwelt dar, so der offene Brief. “Holzverfeuerung ist ein öffentlich subventioniertes Methadon-Projekt für ein weiter so in den Chefetagen der Stromriesen”, erklärt Peter Gerhardt von denkhausbremen. “Ineffiziente Kohlekraftwerke, die eigentlich ins Technikmuseum gehören, erhalten durch die Umstellung auf Holzfeuerung ein zweites Leben. Daher sind Energieriesen wie E.ON auf globaler Holzeinkaufstour – mit fatalen Folgen für die Wälder weltweit.” Der offene Brief richtet sich auch an den Vorstand von Uniper. Dies ist die neu firmierte Abspaltung von E.ON, die in Zukunft für das Kraftwerk Provence in Gardanne zuständig ist. Unter dem Label Uniper parkt E.ON seine fossilen und atomaren Altlasten. In seiner “Kahlschlag für Biomasse”-Kampagne konfrontiert denkhausbremen seit 2015 Stromkonzerne und …