Autor: Peter

SPD Europaabgeordnete Maria Noichl zu EU Biomasse-Politik

„Herr Juncker hat den Kampf gegen den Klimawandel als eine der Prioritäten der EU-Kommission deklariert. Ein Jahr unter der neuen Kommission macht nun deutlich: für Umweltanliegen war es ein verlorenes Jahr. Obwohl gerade diese in den aktuellen Zeiten eine größere Aufmerksamkeit Bedarf, denn vielerorts geraten Umweltanliegen unter Druck, so auch durch die Nachfrage im Bioenergiesektor. Europa ist der einzig große Markt für Biomasse auf der Erde. Bioenergie gehört schon heute zu den zentralen Quellen für Erneuerbare Energie: in 2020 soll sich in der EU 20 % des Energie-Mixes aus Erneuerbarer Energie speisen. Um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen, bedarf es neuer Initiativen. Denn vielerorts wird bereits heute deutlich, dass sich die EU eine grüne Energiepolitik erschwindelt. Ein gutes Beispiel ist der von Ihnen genannte Import von Holz-Pellets aus den USA in europäische ehemalige Kohlekraftwerke. Ich denke alle von Ihnen wissen, dass wir uns ehrgeizige Ziele in der EU gesetzt haben, die nur mit einer erheblichen Nachjustierung nachhaltig erfüllt werden können. Dazu zählt zum Beispiel die Einführung von verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien für die Nutzung von Biomasse. Dazu …

Totalschaden fürs Klima: Feuerjahr 2015 in Indonesien

Von Marianne Klute – Feuer löschen, Brandstifter bestrafen, Ursachen bekämpfen „Wir sterben! Hilf uns, Welt!“ Bilder wie aus einem Krieg, Videos mit keuchenden Stimmen, verbrannte Erde, Borneos und Sumatras reichhaltige Natur dem Erdboden gleichgemacht. „Wir brauchen Sauerstoff, wir bekommen keine Luft mehr!“  Monatelang liegen die Luftverschmutzungswerte des Standard Pollution Index SPI[i] im höchsten Gefahrenbereich. Ende Oktober 2015 erreicht der SPI in Palangkaraya Werte um 3000 Mikrogramm Partikel pro Kubikmeter Luft und mehr[ii]. Schulen sind geschlossen, der Luftverkehr beeinträchtigt, und die Menschen tragen Atemschutzmasken. Kleine Regenschauer bringen Erleichterung, doch die Gefahr ist nicht vorüber. Meteorologen kündigen den Beginn der Regenzeit erst für Dezember oder Januar an. Ein ´Umweltverbrechen` nennt nicht nur die NASA die diesjährigen Wald- und Torfbrände in Indonesien. Nach Angaben des Luft- und Raumfahrtinstituts LAPAN wüteten vom 1. Juli bis zum 20. Oktober 2015 auf 2,7 Millionen Hektar[iii] Feuer, die meisten davon, mehr als 2 Millionen Hektar, auf Torf. Sie emittieren Treibhausgase, Staub, Kohlepartikel und giftige Gase in die Atmosphäre. Es sind die Partikel geschwängerten Torffeuer, die die Brände zu einer humanitären und globalen …

Gelungener Dialog

Zu unserem ersten Workshop im Rahmen des Dialog Degrowth kamen am 17. November 2015 über 30 VertreterInnen relevanter Umwelt- und Entwicklungsorgansationen und AktivistInnen und WissenschaftlerInnen der wachstumskritischen Bewegung zusammen. Dafür haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten. Wie erwartet war das ein thematisch breit gefächerter erster Aufschlag. Einerseits gab es spannende und informative Theoriekost: Stichworte wie Große Transformation, transzendente Wachstumskritik oder marktdynamische Potenziale wurden in die Diskussion eingeführt. Aber auch konkrete Umsetzungsszenarien kamen zur Debatte. Manche Verbände setzen sich bereits mit wachstumskritischen Themen auseinander und haben einiges davon bereits in praktische Projekte gegossen. Das Thema Wachstum wird den Umwelt- und Entwicklungsverbänden auch in Zukunft nicht erspart bleiben:   Kampagnenerfolge zu Einzelthemen werden durch wirtschaftliche Expansion immer wieder aufs Neue aufgefressen. Es wird Zeit, sich mit den Zusammenhängen auseinanderzusetzen und vor grundsätzlichen Fragen nicht zurückzuschrecken. Folgen des Wirtschaftswachstums wie fortschreitender Flächenfraß von den Alpen bis nach Indonesien sorgen dafür, dass den Umweltverbänden mittelfristig die Umwelt als zu schützendes Objekt abhanden kommen könnte. Wenn der letzte Winkel der Alpen als Funsportkulisse in Wert gesetzt worden ist, dann gibt …

Interview mit der Schrot&Korn

Peter Gerhardt von denkhausbremen im Interview mit der Zeitschrift Schrot&Korn Frage: Wie können deutsche Organisationen den Menschen helfen, die sich in Indonesien, Uganda oder Liberia gegen die Palmölplantagen wehren? Peter Gerhardt: Wir können, indem wir den Scheinwerfer der Öffentlichkeit auf Missstände richten, den Menschen und ihren Organisationen vor Ort, Spielraum verschaffen. Weiter lesen…….

Erster Workshop stößt auf große Resonanz

Am kommenden Dienstag, den 17. November 2015, ist es für uns endlich so weit: denkhausbremen und das Forum Umwelt & Entwicklung veranstalten den ersten Workshop im Rahmen des Dialog Degrowth. Es haben bereits über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus folgenden Verbänden, Netzwerken und Institutionen zugesagt: Brot für die Welt BUND Cipra Deutschland denkhausbremen DNR Environmental Paper Network Förderverein Wachstumswende Forum Umwelt & Entwicklung Gesellschaft für ökologische Forschung Greenpeace Klima-Bündnis Konzeptwerk Neue Ökonomie Misereor NABU Netzwerk Plurale Ökonomik Plattform Forschungswende Robin Wood Smart CSOs Umweltbundesamt Umweltinstitut München Unabhängiges Institut für Umweltfragen Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen Wuppertal Institut WWF Was uns wichtig ist: Unsere Gäste kommen als erfahrenene Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis zu uns. Es geht uns um den persönlichen Austausch und weniger um das Besprechen von Positionspapieren, die in Gremien glatt gebügelt wurden. Wir freuen uns auf eine inspirierende Veranstaltung. Das detaillierte Programm mit Gästeliste findet Ihr hier.  

Umsetzerinnen und Umsetzer gesucht

Von Peter Gerhardt  Dialog Degrowth sucht Umsetzerinnen und Umsetzer: Der denkhausbremen-Workshop wird am 17. November 2015 in Berlin die großen Umweltverbände und weitere interessante Akteure/innen zusammenbringen, um über Zielkonflikte und konkrete Schritte bei der Umsetzung von Postwachtums-Konzepten zu diskutieren. Wer eine Zeitlang im Web auf den Spuren von Degrowth, Postwachstum oder kleiner und großer Transformation unterwegs ist, kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass die Entscheidung eigentlich schon gefallen sein muss: Wir werfen das Wachtumsparadigma über Bord und wenden uns endlich dem “guten Leben” zu. Im Praxis-Check bei einer Fahrt durchs Bremer Umland folgt die Ernüchterung: Viele Milchbauern/bäuerinnen haben in neue und vor allem größere Ställe investiert, nachdem die Milchquote gefallen ist. Sie wollen mit mehr Kühen und mehr Milch in eine bessere Zukunft hineinwachsen und hoffen auf gute Geschäfte mit China. Dabei ahnen die meisten von ihnen längst, dass die Rechnung nicht für alle aufgehen wird: Durch die fortschreitende Massenproduktion von Lebensmitteln und den damit verbundenen Verdrängungswettbewerb bleiben viele auf der Strecke. Aber das wahre Leben oder die Kraft des Faktischen, wie Kredite für den Hofbetrieb …

Holzweg Biomasse: Stromriesen sind rund um den Globus auf Holzeinkaufs-Tour

Die Menschheit hat ein Energieproblem. Fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle sind endlich und belasten das Klima. Atomenergie ist gefährlich und produziert Strahlenmüll. Erneuerbare Energien wie Sonne, Wind oder Biomasse sollen uns demnach in Zukunft mit grüner Energie versorgen. Soweit, so bekannt. Die Politik ist bemüht, die notwendige Transformation mit Quotenzielen und Subventionen zu steuern. Wenn es nach der EU geht, wird Biomasse den Löwenanteil bei den Erneuerbaren liefern müssen. Bis 2020 sollen sie bereits 20% des Energieverbrauchs ausmachen. Über die Ziele bis 2030 wird gerade gerungen. Biomasse heißt für die EU in erster Linie Holz. Der europäische Holzhunger hat fatale Folgen: Wälder werden kahlgeschlagen und industrielle Holzplantagen fressen sich in fruchtbares Ackerland und wertvolle Ökosysteme. Gut für das Klima ist das ganze auch nicht. Selbst die US-Regierung stellte im Juni dieses Jahre fest, dass Energie aus Holz keineswegs klimaneutral ist. Angesichts der neuen energiepolitischen Großwetterlage sind die Kohle-Kraftwerke der Energieriesen ein Fall fürs Technikmuseum. Außerdem sind EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall wirtschaftlich durch die sogenannte Energiewende in Deutschland ins Trudeln geraten. Die Konzerne …

Dialog Degrowth

Ressourcenleichte Lebensstile: denkhausbremen startet Dialogplattform für Umweltverbände und Postwachstumsakteure denkhausbremen möchte Umweltverbände und Postwachstumsakteure in einen Dialog bringen. Warum das für beide Seiten zum Vorteil sein kann? Die Umweltverbände tun sich schwer mit der wachstumskritischen Debatte. Das hat seine Gründe: Die Öffentlichkeit erwartet von ihnen konkrete Lösungen für aktuelle Probleme. Vor diesem Hintergrund sind erfolgreiche Kampagnen gegen renommierte Konzerne greifbare Resultate – im Gegensatz zu abstrakten Debatten über die Grenzen des Wachstums.

Schwedens Wälder zu Papier gekocht

45 Organisationen  – darunter auch denkhausbremen  – haben sich per Brief an die schwedische Umweltministerin Åsa Romson gewendet.  Sie fordern gemeinsam, dass Schwedens Naturwälder und die Menschenrechte der Sami-Ureinwohner nicht für die Papierindustrie des Landes zu geopfert werden. Den Brief in englischer Sprache finden Sie hier. Unsere schwedischen Kollegen vom SSNC haben über die Zerstörung der Wälder in Ihrem Heimatland ein Video online gestellt. Auch wer kein schwedisch spricht, wird die Botschaft verstehen.