Bioökonomie auf Kosten von Landraub und Vertreibung
von Jutta Kill, WRM Eine wachsende Bioökonomie mit einem steigenden Gesamtverbrauch an Biomasse bedeutet Landraub und die Vertreibung von Kleinbauernfamilien im globalen Süden. Nicht einmal Nachhaltigkeitszertifizierungen können diese Probleme lösen. Foto: © Eva-Maria Lopez Pflanzliche Biomasse ist der Eckpfeiler der Bioökonomie. Ein Ergebnis ist: In einer wachsenden Bioökonomie steigt der Verbrauch von Biomasse, und folglich nimmt die Fläche für die Erzeugung von Biomasse zu. Grund und Boden sind in den EU-Ländern jedoch sehr begehrt und teuer. Aufgrund der klimatischen Bedingungen wachsen die Pflanzen im globalen Süden schneller. Ein weiterer Bestandteil dieser europäischen Perspektive der aktuellen Bioökonomie-Debatte ist die immer wieder geäußerte Position, dass im globalen Süden große Flächen „degradierten“ Landes zur Verfügung stünden, die sogar von einer Nutzung für die Produktion von Biomasse profitieren würden. Die Realität sieht anders aus: Die Konzerne bevorzugen fruchtbares Ackerland gegenüber nicht degradiertem Land für ihre industriellen Plantagen. Plantagenbetreiber nutzen bereits große Flächen in Ländern wie Brasilien, Mosambik, Indonesien oder Malaysia für industrielle Plantagen zur Herstellung von Zellstoff, Energie oder Palmöl. Eine wachsende Bioökonomie, hier und anderswo, mit stabilem …










